EM-Siegerquoten: was eine Quote über den Europameister verrät
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Eine Quote auf den Europameister ist kein Tipp, sie ist eine bezifferte Erwartung des Marktes. Wer sie richtig liest, sieht nicht nur den Favoriten, sondern auch, wie viel Prozent die Veranstalter in jedem Markt einbehalten, bevor der Ball rollt. Wer sie falsch liest, zahlt auf zwei Wegen: mit einer Quote, die kleiner ausfällt als der wahre Wert, und mit einem Einsatz, der monatelang gebunden bleibt, falls die Wette nicht vorzeitig ausbezahlt wird.
Stand: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Gespa-Liste und die Spielregeln von Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport (Stand 14.10.2026).
Wettmärkte rund um den Europameister
Wie eine Siegerquote überhaupt zustande kommt
Eine Siegerquote ist das Ergebnis zweier Überlegungen, die jeder Buchmacher gegeneinander abwägt: der Wahrscheinlichkeit, dass ein Team das Turnier tatsächlich gewinnt, und der Marge, die der Veranstalter auf jeden Franken Einsatz einbehalten will. Die Wahrscheinlichkeit wird nicht offen ausgewiesen, sie steckt in der Quote. Eine Quote von 6.00 auf einen Sieger bedeutet, dass der Markt diesem Team rechnerisch eine Chance von etwa 16.7 Prozent gibt – aber nur dann, wenn die Marge null wäre. Tatsächlich liegt der Auszahlungsschlüssel bei Turniersiegerwetten in der Regel zwischen 80 und 90 Prozent, je nachdem, wie ausgeglichen das Feld eingeschätzt wird und wie früh die Quote im Verlauf der Qualifikation erscheint. Wer den Auszahlungsschlüssel vom Forschungswert trennt, sieht, was der Markt tatsächlich über das Team denkt.
In der Praxis bedeutet das: wer bei einem Auszahlungsschlüssel von 85 Prozent und einer Quote von 6.00 rechnet, kommt nicht auf eine faire Wahrscheinlichkeit von 16.7 Prozent, sondern auf rund 14.2 Prozent. Der Unterschied von zweieinhalb Prozentpunkten ist die Marge, die der Veranstalter auf diesem Markt einbehält – auf jedem möglichen Sieger, nicht nur auf den Favoriten.
Welche Siegerquoten-Märkte es gibt
Wer in der Schweiz auf den Europameister wetten will, findet bei Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport drei verwandte Märkte, die sich ergänzen, aber unterschiedlich tief in das Turnier hineinragen. Die Siegerwette ist die bekannteste: man wählt einen Sieger vor dem ersten Spiel und bleibt im Spiel bis zum Finale. Die Quote zu Beginn ist hoch, weil 24 Teams noch im Rennen sind. Sie sinkt, wenn ein Favorit das Turnier übersteht, und steigt, wenn er scheitert. Bei Sporttip lassen sich auch Gruppensiegerwetten und Torschützenwetten platzieren; diese Märkte laufen parallel und lassen sich im Einzelfall kombinieren, wenn sie voneinander unabhängig sind – nicht aus derselben Sportveranstaltung, wie die Regeln festhalten.
Eine Verwechslung kostet bares Geld: wer eine Torschützenwette mit einer Siegerwette desselben Spiels verknüpfen will, geht leer aus, weil Sporttip abhängige Ereignisse nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Wer das ignoriert und trotzdem kombiniert, riskiert, dass die ganze Kombinationswette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet wird – nicht der Gewinn, der Einsatz.
Live-Quoten, Prematch und Cash-Out
Livewetten auf laufende EM-Spiele funktionieren bei Sporttip unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird; das ist eine Besonderheit, die nicht jeder ausländische Anbieter so handhabt. Wer später als das tatsächliche Eintreffen eines Wettausgangs wettet, bekommt die Quote 1.00 – das bedeutet, der Einsatz wird zurückgegeben, der Gewinn entfällt. In spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer VAR-Entscheidung kann Sporttip Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Diese Regelung schützt die Veranstalter vor verspäteten Wetten auf ein bereits entschiedenes Ereignis, kostet aber im Einzelfall den Tipper den Gewinn, wenn das Tor bereits gefallen ist.
Cash-Out bei Sporttip funktioniert nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Es gibt Cash-Out auf Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht, ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und bei einem Cash-Out verfällt ein möglicher Quotenboost. Wer den Europameister wettet und in den ersten Spieltagen aussteigen will, bekommt bei Cash-Out in der Regel einen Bruchteil der ursprünglichen Quote – früh im Turnier ist der Abschlag gross, spät im Turnier, wenn der Favorit noch im Rennen ist, schmilzt er.
Wettquoten lesen: implizite Wahrscheinlichkeit und Marge
Aus einer Quote wird eine Wahrscheinlichkeit
Eine Quote ist der Kehrwert der Wahrscheinlichkeit, die ein Anbieter dem Ausgang beimisst. Eine Quote von 2.50 entspricht rechnerisch 40 Prozent, eine Quote von 4.00 entspricht 25 Prozent, eine Quote von 6.00 entspricht 16.7 Prozent. Das gilt nur in einem fairen Markt ohne Marge. Sobald der Buchmacher einen Aufschlag einpreist, addieren sich die reziproken Quoten zu mehr als 100 Prozent – und genau diese Differenz ist die Marge.
Ein Beispiel macht den Unterschied sichtbar: Angenommen, auf einen Europameister wird in einer hypothetischen Premiermarktung eine Quote von 6.00 gesetzt. Wer durch die Quote teilt, landet bei 16.7 Prozent. Das ist die faire Chance – also die Chance, die der Anbieter dem Team beimessen würde, wenn er keine Marge einrechnen würde. In der Realität enthält diese 6.00 bereits einen Abschlag von vielleicht zehn Prozent. Die faire Chance dieses konkreten Marktes liegt dann bei rund 15 Prozent. Wer die faire Chance kennt, kann eigene Einschätzungen dagegen halten und sehen, ob der Markt das Team über- oder unterschätzt.
Der Auszahlungsschlüssel und der Rest für den Veranstalter
Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes ist die Summe aller Kehrwerte der angebotenen Quoten. Bei einem Zweiwege-Markt (Sieg A, Sieg B) zu Quoten von 1.90 und 1.90 ergibt sich rechnerisch ein Auszahlungsschlüssel von rund 95 Prozent und damit eine Marge von rund 5 Prozent. Das ist eine typische Grösse für ausgeglichene Wettmärkte – Champions-League-Endspiele, EM-Finalspiele, Spitzenspiele der Super League. Bei Turniersiegerwetten, die mehrere Monate geöffnet sind und deren Quoten sich über die ganze Qualifikation verändern, schwankt der Auszahlungsschlüssel stärker.
Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter pro Franken Einsatz im Durchschnitt einbehält, unabhängig vom Ausgang. Bei einer Marge von 5 Prozent zahlt der Markt im Schnitt 95 Prozent aller Einsätze als Gewinne zurück, 5 Prozent bleiben beim Anbieter. Bei einer Marge von 15 Prozent, wie sie für exotische Märkte üblich ist, sind es nur 85 Prozent. Für den Tipper heisst das: gleiche Wette, schlechtere Quote, schlechterer Erwartungswert.
Wettmärkte im Vergleich: Siegerwette versus Gruppensieger
Eine Siegerwette über das ganze Turnier hat in der Regel einen schlechteren Auszahlungsschlüssel als eine Gruppensiegerwette, weil der Veranstalter länger im Risiko steht und das Feld breiter ist. Wer sein Geld konzentrieren will, wettet auf den Gruppensieger der Gruppe, in der das eigene Team spielt. Der Auszahlungsschlüssel ist oft zwei bis fünf Prozentpunkte besser, und die Wette ist nach drei Gruppenspielen bereits abgeschlossen oder verloren. Wer das Turnier in seinem Ganzen spielen will, akzeptiert dafür den schlechteren Auszahlungsschlüssel und das längere Risiko.
Eine Kombination aus Gruppensieger und Torschützenkönig aus zwei verschiedenen Gruppen ist zulässig, solange die Ereignisse voneinander unabhängig sind. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten – zwei Quoten von 3.50 ergeben eine Kombiquote von 12.25, ein Gewinn von CHF 12.25 auf einen Einsatz von CHF 1. Die Marge multipliziert sich ebenfalls: jede Einzelmarge schlägt durch, der kombinierte Auszahlungsschlüssel ist also schlechter als jeder einzelne Auszahlungsschlüssel für sich allein.
Die zwei Schweizer Veranstalter im Vergleich
Was die Gespa-Liste regelt
In der Schweiz dürfen lediglich zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wetten bei anderen Anbietern erfolgen ohne Schweizer Bewilligung, wodurch ausländische Konzessionen hier keine rechtliche Wirkung entfalten. Spielende gehen bei einem Verfahren gegen den Anbieter das Risiko ein, Einsatz und Gewinn zu verlieren – zwar ist das Spielen selbst nicht strafbar, doch fehlt jeglicher Schutz und die Sicherheit, dass der Anbieter im Ernstfall auszahlt.
Die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, führt die Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Wetten auf das Wetter, auf Politik oder auf Fernsehshows sind nicht erlaubt. Auch Eckballwetten, Kartenwetten und Esports-Wetten sind nicht in der Liste. Was angeboten wird, ist eine geschlossene Auswahl, kein offener Markt. Wer eine Wette sucht, die es in dieser Liste nicht gibt, findet sie bei Sporttip und Jouez Sport nicht.
Was die zwei Veranstalter gemeinsam haben
Beide Veranstalter verlangen einen Wohnsitz im Vertragsgebiet, ein Mindestalter von 18 Jahren und eine einmalige Registrierung mit Identitätsprüfung. Bei Swisslos werden die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft; wer eine Spielsperre hat, wird nicht zugelassen. Wer unter 21 ist, kann sich zwar registrieren, aber die maximalen Verlustlimiten sind mit CHF 1’000 statt CHF 9’999 deutlich tiefer angesetzt. Beide Veranstalter behalten sich vor, die Einsatzlimiten jederzeit ohne Angabe von Gründen zu ändern. Wer über der Limite wettet, dessen Wette wird nicht angenommen.
Beide Veranstalter zahlen Gewinne nur auf ein Konto auf den eigenen Namen aus. Anonyme Auszahlungen und Kryptowährungen gibt es in der lizenzierten Schweizer Sportwette nicht. Kredit an Spieler ist verboten, ein negatives Spielerkonto ist in den Regeln nicht vorgesehen.
Worin sich die zwei Veranstalter unterscheiden
Mindesteinsatz und Höchsteinsatz unterscheiden sich zwischen den beiden Veranstaltern deutlich. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Auch bei den Höchstgewinnen geht die Schere auseinander. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei Sporttip sind die Höchstgewinne in den vorliegenden Spielregeln nicht beziffert, der Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote – und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.
| Veranstalter | Bewilligung | Verbreitungsgebiet | Online-Konto möglich |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Schweizer Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein | Ja, mit Wohnsitz im Vertragsgebiet |
| Loterie Romande Jouez Sport | Schweizer Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura | Ja, mit Wohnsitz in einem dieser Kantone |
Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann nur bei Sporttip online spielen. Wer in der Romandie wohnt, kann nur bei Jouez Sport online spielen. Wer in einem anderen Kanton wohnt oder im Ausland, kann bei keinem der beiden online spielen und ist auf die Verkaufsstellen verwiesen – sofern vorhanden.
Grundlagen der EM 2028 und was die Siegerquoten voraussagen
Die nächste EM und die Auslosung am 6. Dezember 2026
Die nächste Fussball-Europameisterschaft findet vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt. Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast; ab diesem Datum weiss der Markt, welche Teams in welcher Gruppe spielen, und die ersten Siegerquoten lassen sich sinnvoll kalibrieren.

Die Qualifikation wird in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams gespielt. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Das Turnier selbst spielt mit 24 Nationen in sechs Vierergruppen, danach folgt eine K.-o.-Phase mit Achtelfinale (24. bis 27. Juni), Viertelfinale (30. Juni und 1. Juli), Halbfinale (4. und 5. Juli) und Finale (9. Juli 2028); ein Spiel um Platz 3 findet nicht statt. Diese 51 Spiele – 36 in der Vorrunde, 15 in der K.-o.-Phase – sind die Bühne, auf der die Siegerwette entschieden wird.
Was die letzte EM gezeigt hat
Die letzte EM, die EM 2024, fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt. Spanien besiegte im Olympiastadion Berlin England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel. Sechs Spieler erzielten je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Die Gesamtzuschauerzahl betrug 2’681’288.
Die Konstellation ist nicht ohne Bedeutung für die Siegerquoten auf das nächste Turnier. Wer als amtierender Europameister in die Qualifikation geht, hat in der Regel eine tiefere Siegerquote als ein nicht-verpasstechender Herausforderer, weil das Turnier erst 18 Monate zurückliegt und der Kader eingespielt ist. Die Quote sinkt weiter, wenn der Kader sich nicht durch Verletzungen oder Trainerwechsel verändert hat. Die Quote steigt, wenn Schlüsselspieler fehlen oder die Formkurve abreisst.
Wie aus Form, Kader und Auslosung eine Einschätzung wird
Wer den Europameister vorhersagen will, liest die Siegerquote als Zusammenfassung dreier Faktoren: der aktuellen Form der Mannschaft, der Stärke des Kaders und der Schwere der Auslosung. Die Form misst sich an den letzten Pflichtspielen, an der Tabellenposition in der Nations League, an den Ergebnissen gegen gleich starke Gegner. Der Kader misst sich an der Verfügbarkeit von Schlüsselspielern und an der Breite des Kaders, falls einer ausfällt. Die Auslosung misst sich an der Stärke der Gruppe und am Verlauf des Turnierbaums – wer in der Vorrunde gegen schwächere Teams spielt, hat eine glattere Masche bis zum Halbfinale als ein Team, das in einer Gruppe mit Spanien, Frankreich und Italien landet.
Was die Quote nicht abbildet, sind Verletzungen kurz vor Turnierbeginn, Sperren nach Gelben Karten und taktische Überraschungen. Wer die Quote als Wahrscheinlichkeitsaussage liest, schliesst von einer günstigen Auslosung und einem intakten Kader auf eine Siegerchance von 18 Prozent und bekommt dafür eine Quote von 5.50 – und übersieht, dass dieselbe Mannschaft bei einer Verletzung des Spielmachers plötzlich nur noch eine 12-Prozent-Chance hat, mit entsprechend höherer Quote.
Rechtslage in der Schweiz: was erlaubt ist und was nicht
Die zwei Veranstalter und die geschlossene Liste
Die Schweiz hat die Zahl der Veranstalter für Sportwetten auf zwei begrenzt. Das ist eine politische Entscheidung, keine marktwirtschaftliche: die Kantone haben sich in der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 darauf geeinigt, dass nur Swisslos und Loterie Romande als Veranstalter zugelassen sind. Eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung sind nötig (Art. 21-25 BGS), und die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Wer eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder einem anderen Land hat, hat damit in der Schweiz keine Bewilligung.

Was angeboten, welche Sportarten und Wettbewerbe gewettet werden dürfen, regelt die Gespa-Liste. Die Liste ist geschlossen, das heisst, was nicht draufsteht, ist auch nicht erlaubt. Eckballwetten, Kartenwetten und Esports-Wetten stehen nicht drauf. Die Liste zeigt auch keine Qualifikationsspiele, die nicht ausdrücklich aufgeführt sind, und keine Frauenwettbewerbe, die nicht ausdrücklich aufgeführt sind. Wer in der Schweiz Sportwetten anbietet, ohne diese Liste zu beachten, bewegt sich ausserhalb der Bewilligung.
Bewilligungen und Verbreitungsgebiete
Swisslos veranstaltet Sportwetten unter dem Namen Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); Sitz der Genossenschaft ist Basel. Verbreitungsgebiet von Sporttip sind die deutschsprachigen Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH), der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande veranstaltet Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden.
Wer als Schweizer Tipper bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat keine Schweizer Bewilligung im Rücken. Der Anbieter kann jederzeit vom Netz gehen, ohne dass eine Schweizer Behörde eingreift. Er kann die Auszahlung verweigern oder verzögern, ohne dass eine Schweizer Beschwerdestelle helfen kann. Er kann die Daten des Spielers verwenden, ohne dass die Schweizer Datenschutzbehörde zuständig ist. Der Spieler wird in der Regel nicht bestraft; aber er kann im Verfahren gegen den Anbieter seinen Einsatz und seinen Gewinn verlieren, weil das ausländische Geschäft in der Schweiz nicht als gültig anerkannt wird.
Werbung, Boni und ausländische Anbieter
Werbung für nicht erlaubte Glücksspiele ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Werbebeschränkungen gelten für lizenzierte Anbieter gleichermassen: Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein, sie darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten.
Die Sperrliste, die die Gespa führt, enthält ausländische Domains, die in der Schweiz per DNS gesperrt werden. Die erste Liste wurde am 3. September 2019 veröffentlicht, Ende 2025 enthielt sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden oft ersetzt, ein Phänomen, das die Aufsicht als Domain-Hopping bezeichnet. Die Sperrliste schützt nicht den einzelnen Spieler, der bereits ein Konto hat; sie hindert neue Schweizer Kunden daran, die Seite überhaupt zu erreichen.
Spielerschutz: Verlustlimiten, Sperre und Hilfe
Verlustlimiten, die der Spieler selbst setzt
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip muss der Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden. Diese Limiten werden vom Spieler selbst festgelegt, nicht vom Staat; die Gespa verlangt nur, dass es überhaupt eine Limite gibt.
Wer die Limite als Disziplinierungswerkzeug benutzt, setzt sie vor dem ersten Spiel und nicht nach einem schlechten Lauf. Wer sie nach einem Verlust erhöht, um den Verlust zurückzugewinnen, hat sie nicht als Schutz, sondern als Feigenblatt benutzt. Die 72-Stunden-Frist, die Sporttip und Loterie Romande in ihren Bedingungen anwenden, ist länger als die gesetzliche Mindestfrist von 24 Stunden; sie ist ein zusätzlicher Schutz gegen impulsive Erhöhungen, weil sie den Abstand zwischen Wunsch und Umsetzung verlängert.
Spielsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Spielsperre kann nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle. Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf die Rückerstattung von Einsätzen oder Gewinnen (Art. 45 BGS).
Das schweizweite Register wird von der Gespa geführt. Wer einmal eingetragen ist, kann bei keinem der beiden Schweizer Veranstalter und in keinem Schweizer Casino mehr spielen, auch nicht in Liechtenstein. Die Sperre ist also härter als eine einzelne Kontosperrung; sie gilt schweizweit. Wer sich sperren lassen will, kann das bei beiden Veranstaltern tun, die Aufnahme erfolgt über das gemeinsame Register.
Wo der Preis sichtbar wird
Ein EM-Turnier produziert in vier Wochen mehr Wettpakete aus einem Land als ein Bundesliga-Spieltag in einem Monat. Wer ohne vorab gesetzte Limite ins Turnier geht, läuft Gefahr, am Ende vom Turnier mehr gesetzt zu haben als geplant. Wer die Erhöhung der Limite nicht blockiert, kann in einem einzigen emotionalen Moment aus einer täglichen Limite von CHF 50 eine tägliche Limite von CHF 1’000 machen – und die Erhöhung gilt erst nach 72 Stunden, aber sie gilt.
Die Schutzinstrumente sind da, sie sind aber keine Schutzzauber. Sie setzen voraus, dass der Spieler sie nutzt, bevor er sie braucht. Wer sie erst nach einem grossen Verlust aktiviert, hat den Punkt verpasst, an dem sie wirken.
Zahlungswege und Auszahlungsbedingungen
Gewinne gehen nur auf das eigene Konto
Gewinne aus Sporttip und Jouez Sport werden auf ein Konto auf den eigenen Namen überwiesen. Das gilt für die Auszahlung des Guthabens ebenso wie für die Gutschrift von Gewinnen. Anonyme Auszahlungen und Auszahlungen auf fremde Konten sind in den Spielregeln nicht vorgesehen; sie sind auch nicht im Einklang mit der Verordnung über Geldspiele (Art. 50 Abs. 2 VGS). Kredit an Spieler ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS), ein negatives Spielerkonto ist im lizenzierten System nicht möglich.
Wer ein Spielerkonto bei einem der beiden Veranstalter hat, kann darauf einzahlen und davon auszahlen. Die Währung ist Schweizer Franken, nicht Euro – auch wenn das Turnier in Irland, Wales und England stattfindet. Wer von einem Euro-Konto einzahlt, trägt den Wechselkurs; wer auf ein Euro-Konto auszahlen will, muss die Währung in Franken halten.
Welche Zahlungsmittel die Veranstalter akzeptieren
Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret akzeptiert – Banküberweisung, PostFinance, Kreditkarte, Twint – steht in den Bedingungen des Veranstalters. Diese Bedingungen ändern sich, und sie sind nicht Gegenstand der Gespa-Bewilligung. Wer wissen will, ob sein Konto und seine Karte angenommen werden, liest die aktuellen Bedingungen auf der Website des Veranstalters, bevor er sich registriert.
Was die Schweiz nicht hat, ist ein System, das Zahlungen an ausländische Anbieter blockiert. Banken und Kartenherausgeber blockieren Zahlungen an nicht-lizenzierte Wettanbieter nicht standardmässig; wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, kann in der Regel mit der üblichen Karte einzahlen. Wer das vermeiden will, kann die Karte selbst einschränken oder eine Prepaid-Karte benutzen; diese Zahl ist aber keine Sperre gegen die ausländische Plattform, sondern eine Selbstsperre des Kartenkontos.
Auszahlungsdauer und Wartezeit
Die Auszahlungsdauer bei Sporttip und Jouez Sport hängt vom gewählten Zahlungsmittel ab. Banküberweisungen auf Schweizer Konten brauchen in der Regel ein bis drei Werktage; Auszahlungen auf Kreditkarten können länger dauern, weil sie über das Kartenherausgeber-Netz abgewickelt werden. Die genauen Zeiten stehen in den Spielregeln, sie sind nicht im Gesetz geregelt. Wer eine Auszahlung am Tag des Gewinns erwartet, liegt bei beiden Veranstaltern falsch.
Wer den Europameister im Juli 2028 wettet, hat den Gewinn frühestens im Juli 2028, wenn das Turnier gespielt ist. Eine vorzeitige Auszahlung ist nur über Cash-Out möglich, und nur online, und nur wenn der Veranstalter den Markt anbietet. Cash-Out ist keine Garantie, der ausgestellte Betrag ist eine Momentaufnahme und keine Sicherheit. Cash-Out auf eine Siegerwette bedeutet, dass man vor Turnierende aussteigt und einen Bruchteil der ursprünglichen Quote annimmt – wer auf Spanien zu Quote 6.00 gewettet hat und nach der Gruppenphase aussteigt, bekommt vielleicht noch Quote 3.50 ausgezahlt, falls Spanien noch im Rennen ist; falls Spanien ausgeschieden ist, verfällt der Einsatz.
Die Anbieter im Überblick
Wer in der Schweiz auf den Europameister wetten will, hat genau zwei lizenzierte Adressen. Die anderen Anbieter, die im Internet mit Siegerquoten auf die EM werben, haben keine Schweizer Bewilligung und keinen Schweizer Schutz.
Swisslos Sporttip – der Veranstalter für die Deutschschweiz und das Tessin
Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie-Genossenschaft mit Sitz in Basel; ihre Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sie ist einer der zwei Veranstalter, die das interkantonale Geldspielrecht in der Schweiz zulässt (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht durch die Gespa). Das Verbreitungsgebiet umfasst die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und Liechtenstein.
Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, Höchsteinsatz CHF 10’000 pro Systemwette. Cash-Out nur online und nur als volles Cash-Out ohne Teilauszahlung. Sporttip-Kombiboost online ab vier Voraussagen zu Mindestquote 1.50, mit 5 Prozent Bonus auf den Nettogewinn bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn. Quotenboost und Profitboost jeweils einmal pro Wettendem nutzbar. Gewinne werden zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Wer in der Deutschschweiz wohnt, kommt an Sporttip nicht vorbei – und muss bei einer Siegerwette auf den Europameister mit der Kombination aus Mindesteinsatz und Höchsteinsatz leben, die für den Veranstalter, aber nicht für jede Strategie passt. Wer monatelang mit kleinen Einsätzen auf einen Aussenseiter setzen will, wird durch die Höchsteinsatzlimite gebremst; wer einen hohen Einzelgewinn anstrebt, wird durch das Fehlen einer expliziten Höchstgewinnlimite und durch die Auszahlungsregel auf 5 Rappen genau kalkulieren können. Das ist im Vergleich zu ausländischen Anbietern eine bewusste Entschleunigung des Wettens – und gleichzeitig der Grund, warum die Schweizer Variante für das eigene Budgetmanagement weniger riskant ist als jede Offshore-Plattform.
Loterie Romande Jouez Sport – der Veranstalter für die Romandie
Loterie Romande ist die Lotterie-Gesellschaft der Westschweiz mit Sitz in Lausanne; ihre Sportwetten laufen unter dem Namen Jouez Sport. Sie ist der zweite der zwei zugelassenen Veranstalter. Verbreitungsgebiet sind die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3; Mindesteinsatz für Multiples CHF 2. Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette CHF 500, Höchsteinsatz pro Multiple-Wettschein CHF 7’500. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, Höchstgewinn aller Multiples eines Wettscheins zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Jouez Sport ist im Höchsteinsatz enger limitiert als Sporttip (CHF 500 statt CHF 1’000 pro Einzelwette), aber durch die festen Höchstgewinne für den Tipper kalkulierbarer, der genau weiss, wie viel er maximal gewinnen kann. Für einen Tipper, der mit kleinen Einsätzen auf einen klaren Aussenseiter setzt, ist Jouez Sport deshalb die bessere Adresse, weil das Risiko pro Wette klarer begrenzt ist. Für einen Tipper, der mit Systemwetten viele Kombinationen spielen will, ist Sporttip die bessere Adresse, weil die Systemwettenlimite bei CHF 10’000 deutlich höher liegt.
Rollbit – ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Rollbit bietet im Internet Siegerquoten auf Fussballturniere an, verfügt jedoch weder über eine Schweizer Veranstalterbewilligung noch über eine Spielbewilligung. Nach Art. 4 BGS haben ausländische Lizenzen in der Schweiz keine rechtliche Wirkung. Da der Anbieter nicht an das schweizweite Sperrregister angeschlossen ist, gibt es für Spielende keine Schweizer Beschwerdestelle und keinen Zugang zur Schweizer Spielersperre.
Die Domain des Anbieters kann auf der Sperrliste der Gespa landen und in der Schweiz per DNS blockiert werden. Wer bei einem blockierten Anbieter spielt, hat keinen Anspruch auf Schutz durch Schweizer Behörden – weder bei Streit um die Auszahlung noch bei Verdacht auf Manipulation. Eine pauschale Aussage zur Sicherheit von Rollbit für Schweizer Spieler lässt sich nicht treffen, weil die Schweizer Aufsicht für diesen Anbieter nicht zuständig ist.
Bruce Bet – ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Bruce Bet verfolgt dasselbe Geschäftsmodell wie andere ausländische Wettanbieter und istb für Schweizer Spieler ohne Schweizer Bewilligung erreichbar. Wer dort ein Konto eröffnet, verlässt den Schutz des Geldspielgesetzes und der Gespa. Die Bedingungen des Anbieters sind nicht Gegenstand der Schweizer Aufsicht; was an Werbung, Bonusbedingungen, Auszahlungsmodalitäten und Limits gilt, steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters – und ist nicht durch eine Schweizer Stelle überprüft.
Die Domain des Anbieters kann auf der Gespa-Sperrliste stehen oder dorthin wandern, wenn die Aufsicht den Anbieter als nicht bewilligt einstuft. Schweizer Spieler, die bei Bruce Bet spielen, handeln ausserhalb der Schweizer Bewilligung und müssen mit den Konsequenzen leben.
BetLabel – ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
BetLabel ist ein weiterer Anbieter aus dem Ausland ohne Schweizer Bewilligung. Für diesen und ähnliche Dienste gilt: Es gibt keine hiesige Veranstalter- oder Spielbewilligung, keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister und keine hiesige Beschwerdestelle. Rechtlich gesehen sind ausländische Konzessionen in der Schweiz unbeachtlich.
Wer bei BetLabel spielt, sollte sich bewusst sein, dass weder die Werbung noch die Bonusbedingungen noch die Auszahlungsmodalitäten der Schweizer Aufsicht unterstehen. Werbeanstoss, irreführende Werbung und unlautere Geschäftspraktiken sind in der Schweiz verboten (Art. 74 BGS), aber diese Verbote richten sich an Schweizer Veranstalter – nicht an ausländische.
Betscore – ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Betscore operiert ebenfalls aus dem Ausland und besitzt keine Schweizer Bewilligung. Da es keine Veranstalter- oder Spielbewilligung gibt, fehlt auch die Anbindung an das schweizweite Sperrregister oder eine Schweizer Beschwerdestelle für Kunden. Ausländische Lizenzen entfalten gemäss Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung.
Die Tatsache, dass Betscore im Internet mit Quoten auf die EM 2028 wirbt, ändert nichts daran, dass die Wetten in der Schweiz rechtlich nicht anerkannt sind. Im Verfahren gegen den Anbieter können Einsatz und Gewinn eingezogen werden; wer als Schweizer bei Betscore spielt, hat keinen Anspruch auf Schweizer Schutz.
Betovo – ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Betovo ist ebenfalls ein Wettanbieter ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier fehlen die Schweizer Veranstalter- sowie die Spielbewilligung; zudem gibt es keinen Anschluss an das schweizweite Sperrregister oder eine nationale Beschwerdestelle. Gemäss Art. 4 BGS hat eine ausländische Lizenz in der Schweiz keine rechtliche Bedeutung.
Wer bei Betovo spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Schweizer Aufsicht für diesen Anbieter nicht zuständig ist. Eine Sperrung der Domain durch die Gespa ersetzt keine Schweizer Bewilligung und keine Schweizer Spielerschutzregeln. Sie hindert neue Schweizer Kunden daran, die Seite zu erreichen, lässt aber bestehende Kunden unberührt.
ZotaBet – ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
ZotaBet ist ein ausländischer Wettanbieter ohne Schweizer Bewilligung. 4 BGS).
Die Frage, ob ZotaBet im Einzelfall eine ausländische Lizenz hat und welche, ist für die Schweizer Rechtslage irrelevant. Für die Schweizer Rechtslage zählt allein, ob eine Schweizer Bewilligung vorliegt – und die liegt nicht vor.
N1 Bet – ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet ist ein ausländischer Wettanbieter ohne Schweizer Bewilligung. 4 BGS).
Wer bei N1 Bet spielt, verlässt den Schutz des Schweizer Geldspielgesetzes. Was an Werbung, Bonusbedingungen, Auszahlungsmodalitäten und Limits gilt, steht in den Bedingungen des Anbieters, nicht im Schweizer Recht.
AmunRa – ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
AmunRa bietet seine Dienste aus dem Ausland ohne Schweizer Bewilligung an. Mangels Veranstalter- oder Spielbewilligung gibt es keinen Anschluss an das schweizweite Sperrregister und keine hiesige Beschwerdestelle für Spielende. Wie bei anderen Anbietern ohne Bewilligung gilt: Ausländische Lizenzen haben nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung.
Wer bei AmunRa spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Schweizer Aufsicht für diesen Anbieter nicht zuständig ist. Eine Sperrung der Domain durch die Gespa ersetzt keine Schweizer Bewilligung und keine Schweizer Spielerschutzregeln.
Die Marge als Rechenaufgabe
Eine Siegerquote auf den Europameister folgt demselben Aufbau wie jede andere Wettquote. Sie ist der Kehrwert der Wahrscheinlichkeit, die der Markt dem Ausgang beimisst – aber der Markt ist nicht fair, er enthält eine Marge. Wer eine faire Wahrscheinlichkeit schätzen will, muss die Marge herausrechnen.
Ein einfaches Beispiel zeigt den Rechengang. Angenommen, auf einem Zweiwege-Markt wird eine Quote von 1.90 auf beide Seiten angeboten – ein Beispiel, das die typische Grösse eines ausgeglichenen Marktes zeigt, aber kein konkreter Preis von Sporttip oder Jouez Sport ist. Die Marge eines solchen Marktes liegt rechnerisch bei rund 5 Prozent, der Auszahlungsschlüssel bei rund 95 Prozent. Das bedeutet: der Markt zahlt von jedem Franken Einsatz im Durchschnitt 95 Rappen als Gewinne zurück, 5 Rappen behält der Veranstalter pro Franken Einsatz. Wer auf einer der beiden Seiten wettet, bekommt im Erfolgsfall CHF 1.90 pro CHF 1 Einsatz ausgezahlt – aber nur in 50 Prozent der Fälle, wenn der Markt fair wäre; tatsächlich ist die faire Gewinnchance wegen der Marge etwas tiefer als 50 Prozent, und der Erwartungswert des Tipps liegt leicht unter dem Einsatz.
Wer die Marge für einzelne Märkte schätzen will, addiert die Kehrwerte aller Quoten und zieht das Ergebnis von 1 ab. Bei einer Siegerquote von 6.00 auf Spanien, 7.50 auf England und 8.00 auf Frankreich ergibt sich für die drei genannten Teams: 1/6.00 + 1/7.50 + 1/8.00 = 0.1667 + 0.1333 + 0.1250 = 0.4250 – das sind 42.5 Prozent für drei von 24 Teams, der Rest des Marktes fehlt in der Aufzählung. Wer den Auszahlungsschlüssel für den ganzen Markt haben will, muss die Quoten aller 24 Sieger kennen und ihre Kehrwerte addieren. Das Ergebnis ist immer eine Zahl grösser als 1, und die Differenz zu 1 ist die Marge des Marktes.
Häufige Fragen
Wie entsteht die Marge in einer EM-Siegerquote?
Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter pro Franken Einsatz einbehält. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen 100 Prozent und der Summe der Kehrwerte aller angebotenen Quoten. Bei einem ausgeglichenen Zweiwege-Markt zu Quoten von 1.90 / 1.90 liegt die Marge rechnerisch bei rund 5 Prozent, der Auszahlungsschlüssel bei rund 95 Prozent. Bei einem Turniersieger-Markt mit 24 Teams liegt die Marge je nach Konstellation bei 10 bis 20 Prozent. Der Tipper sieht die Marge nicht direkt, sie ist in jede Quote eingepreist.
Was kostet die Marge einen Tipper auf eine Siegerquote?
Ein Beispiel zeigt den Effekt: bei einer Quote von 6.00 und einem Auszahlungsschlüssel von 85 Prozent liegt die faire Wahrscheinlichkeit nicht bei 16.7 Prozent, sondern bei rund 14.2 Prozent. Der Unterschied von 2.5 Prozentpunkten ist die Marge auf diesem Markt – der Veranstalter behält pro CHF 100 Einsatz im Durchschnitt CHF 15, statt der theoretischen CHF 0 in einem fairen Markt. Auf eine Einzelwette von CHF 100 mit Quote 6.00 bedeutet das: Wer auf den Sieger wettet, hat einen erwarteten Verlust von rund CHF 15 pro Wette, unabhängig vom Ausgang.
Welche Ausgabe wird gerade gespielt?
Die letzte EM, die EM 2024, fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt; Spanien besiegte England im Finale am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel. Die nächste EM, die EM 2028, findet vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Die Auslosung der Qualifikation ist am 6. Dezember 2026 in Belfast.
Welche Schweizer Veranstalter bieten Wetten auf den Europameister an?
In der Schweiz bieten nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten an. Sporttip ist für die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und Liechtenstein zuständig; Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Beide Veranstalter haben eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und stehen unter Aufsicht der Gespa. Was angeboten wird, richtet sich nach der Gespa-Liste; nur die Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die dort aufgeführt sind, dürfen gewettet werden.
Wie lässt sich aus einer Quote die faire Wahrscheinlichkeit ablesen?
Die faire Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs ist der Kehrwert der Quote – aber nur in einem fairen Markt ohne Marge. Wer die Marge kennt, kann die faire Wahrscheinlichkeit schätzen, indem er die Quote mit dem Auszahlungsschlüssel multipliziert. Bei einer Quote von 6.00 und einem Auszahlungsschlüssel von 85 Prozent ergibt sich eine faire Wahrscheinlichkeit von 6.00 × 0.85 = 5.10, was einer Wahrscheinlichkeit von rund 19.6 Prozent entspricht. Wer ohne Berücksichtigung der Marge rechnet, überschätzt die faire Chance des Tipps und damit den Wert der Wette.
Wie lange bleibt der Einsatz gebunden, und wann wird er ausgezahlt?
Der Einsatz bleibt bis zum Ende des Turniers gebunden, sofern die Wette nicht durch Cash-Out vorzeitig ausgestiegen wird. Bei einer Siegerwette auf den Europameister 2028 wird der Einsatz also bis Juli 2028 gebunden, im Fall eines Siegs mit dem Gewinn ausgezahlt, im Fall eines Ausscheidens verfällt der Einsatz. Eine Cash-Out-Option besteht bei Sporttip nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Bei Jouez Sport ist Cash-Out nicht in den vorliegenden Regeln beschrieben.
Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Freibetrag überall?
Gewinne aus Schweizer Veranstaltern sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; die Höhe des Freibetrags hängt vom Kanton ab. Die bundesrechtliche Schwelle liegt seit 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400), die kantonalen Schwellen weichen davon ab. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die der Empfänger in der Steuererklärung zurückholen kann. Ein typischer Tipper gewinnt weit unter dem Freibetrag; auf seinen Gewinn fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer; im Kanton Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch ohne Freibetrag als Einkommen besteuert, unabhängig von der Höhe. Der konkrete Freibetrag ist je nach Kanton zu prüfen – der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung geben Auskunft.
Turniere – hockeywetten
Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»
