Heinz-Wettanbieter in der Schweiz: Wer Systemwetten führen darf und was sie kosten
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Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Bewilligungsregister der Gespa und die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2) sowie Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).
Wer in der Schweiz eine Heinz-Wette platzieren will, hat eine sehr kurze Liste. Nicht weil der Markt zu klein wäre, sondern weil das Geldspielgesetz nur zwei Veranstalterinnen zulässt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine «Auswahl der besten Heinz-Wettanbieter» ist damit weniger ein Wettbewerb zwischen Marken als eine Frage nach den Regeln, die für beide gelten, und nach dem, was eine Heinz-Wette rechnerisch tatsächlich ausmacht. Wer eine Super Heinz oder eine Goliath sucht, stösst auf dieselben zwei Namen. Wer in eine ausländische Marke ausweicht, betritt einen Markt ohne Schweizer Bewilligung, ohne Sperrregister und ohne Schweizer Rekursweg. Der folgende Beitrag erläutert die Heinz-Wette: Funktionsweise, Kosten, rechtlicher Rahmen in der Schweiz und die Risiken, die mit Anbietern ohne Schweizer Bewilligung verbunden sind.
Heinz und Super Heinz: Aufbau einer Systemwette
Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf sechs Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht. Der Name ist kein Werbe-Etikett, sondern eine Rechnung: 57 ist die Anzahl der Mehrfachwetten, die sich aus sechs Auswahlen ab dem Doppel bilden lassen. Aufgeschlüsselt sind das 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette. Einzelwetten auf die Auswahlen sind ausdrücklich nicht enthalten. Wer eine Heinz-Wette spielt, deckt also jede mögliche Kombination ab der Zweierkombi ab, nicht aber die «reinen» Einzelwetten auf jede Auswahl.

Die Super Heinz funktioniert nach demselben Prinzip, nur mit sieben Auswahlen. Sie umfasst 120 einzelne Wetten: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierfachwetten, 21 Fünffachwetten, 7 Sechsfachwetten und 1 Siebenfachwette. Wer noch eine Stufe weitergeht, landet beim Goliath mit acht Auswahlen und 247 Wetten. Alle drei gehören zur Familie der Full-Cover-Wetten, also Wetten, die sämtliche möglichen Mehrfachkombinationen über eine bestimmte Auswahlenzahl abdecken. Die Faustregel: Je mehr Auswahlen, desto mehr Linien, desto höher der Gesamteinsatz, desto grosszügiger der bereits genannte Effekt, dass ein Teil der Auswahlen verlieren darf, ohne dass die ganze Wette wertlos wird.
Wann eine Heinz-Wette etwas auszahlt
Eine einzelne richtige Auswahl reicht nicht. Die Heinz-Wette zahlt erst, wenn mindestens zwei der sechs Auswahlen gewinnen, und auch dann hängt der Erlös davon ab, welche Zweier-, Dreier- oder Viererkombinationen aus diesen Treffern entstehen. Wer sechs Auswahlen à 2.00 trifft, gewinnt auf jeder Linie; wer nur vier davon trifft, gewinnt auf den Kombinationen dieser vier Auswahlen, nicht auf jenen, die eine fünfte oder sechste Auswahl enthalten. Genau dieser Umstand – der teilweise Treffer, der nichts zerstört – ist der Vorteil gegenüber einer klassischen Sechsfach-Kombiwette, die nur den Volltreffer belohnt. Umgekehrt ist der Nachteil der Preis: 57 Linien zu bespielen kostet auch dann Einsatz, wenn am Ende nur ein Teil der Linien etwas abwirft.
Wettmärkte und Auswahl
Damit eine Heinz-Wette zustande kommt, müssen sechs einzelne Voraussagen spielbar sein. Bei Sporttip geschieht das über Märkte aus dem Wettprogramm, das seinerseits aus der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stammt. Märkte, die nicht auf dieser Liste stehen – Eckbälle, Kartenmärkte, Esports –, fehlen im Wettprogramm. Wer in der Schweiz eine Heinz-Wette zusammenstellt, arbeitet also innerhalb des zulässigen Rahmens und mit dem, was die beiden Veranstalterinnen tatsächlich anbieten.
Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalterinnen, geschlossene Märkte
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Sie fallen unter das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 gilt. Wichtig für die Frage nach Wettanbietern: Die ESBK, die Eidgenössische Spielbankenkommission, beaufsichtigt nur die Spielbanken. Für Sportwetten ist die Gespa zuständig.

Eine Bewilligung braucht es in zwei Stufen: die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS). Sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande. Mehr zugelassene Sportwetten-Anbieterinnen gibt es in der Schweiz nicht. Die Gespa führt keine Liste weiterer Buchmacher, weil es keine weiteren gibt; was sie publiziert, ist die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.
Swisslos und Sporttip
Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die deutschsprachigen Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; wer ausserhalb wohnt, kann es nicht. Wer online spielen will, muss volljährig sein, einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben, darf nicht gesperrt sein und darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft, die Adressdaten werden gegen Datenbanken abgeglichen.
Loterie Romande und Jouez Sport
Die Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, betreibt ihre Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport. Sie ist für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zuständig. Die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Die Loterie Romande unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, kann online ein Konto eröffnen; wer in der Deutschschweiz wohnt, ist hier ausgeschlossen. Die beiden Veranstalterinnen teilen die Schweiz also geographisch auf, mit einer kleinen Ausnahme: das Fürstentum Liechtenstein gehört zum Swisslos-Gebiet, nicht zu Jouez Sport.
Einsatzgrenzen und was sie praktisch bedeuten
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette, die über der Limite liegt, wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 (für Multiples CHF 2). Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Diese Zahlen sind entscheidend, weil sie direkt bestimmen, wie viele Linien einer Heinz-Wette überhaupt gespielt werden können.
Eine Beispielrechnung: Wer bei Sporttip alle 57 Linien à CHF 1 spielt, kommt auf einen Gesamteinsatz von CHF 57 – innerhalb der Systemwette-Limite von CHF 10’000 kein Problem. Bei Jouez Sport mit einem Mindesteinsatz von CHF 2 pro Linie wären es bereits CHF 114, und die Multiple-Obergrenze von CHF 7’500 für einen Wettschein rückt näher, wenn man pro Linie höhere Einsätze setzt. Wer den Einsatz pro Linie auf CHF 100 erhöht, liegt bei Sporttip mit CHF 5’700 ebenfalls im Rahmen, bei Jouez Sport mit CHF 11’400 bereits über dem Multiple-Limit.
Was beworben werden darf und was nicht
Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisguthaben braufen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat sie 24 solche Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Promo-Codes, die den Zugang zu Bonusbeträgen öffnen, sind auf dieser Seite deshalb kein Thema.
Spielerschutz und Verlustlimiten: warum 57 Linien eine eigene Kategorie sind
Wer eine Heinz-Wette abschliesst, gibt nicht einen Einsatz ab, sondern 57. Bei einem Linieneinsatz von CHF 5 summiert sich der Gesamteinsatz auf CHF 285, bei CHF 10 auf CHF 570. Aus Sicht der Verlustlimite, die der Spielende vor der ersten Teilnahme setzen muss, zählt der Gesamteinsatz, nicht der Einsatz pro Linie. Das Bundesrecht verlangt, dass die Veranstalterin eine oder mehrere Höchstwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust verlangt (Art. 87 VGS); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden per Gesetz. Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an.
Die Oberlimite für Verlustlimiten liegt bei Sporttip bei CHF 9’999 (1, 7 oder 30 Tage), für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Wer die Heinz-Wette trotz dieser Schranken spielt, sollte wissen, dass die Limite die Spielfrequenz begrenzt, nicht den Einzelwunsch nach einer grossen Systemwette. Wer etwa an einem Wochenende sechs Auswahlen zu einer Heinz-Wette bündelt und parallel andere Wetten laufen hat, kann an die Tageslimite stossen, ohne es zu merken.
Spielsperre und Sperrregister
Swisslos erlaubt eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Spielbanken, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande führt ein vergleichbares Verfahren. Eine selbstgewählte Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer sich für sechs Monate pausieren will, kann das tun (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft – der stationäre Schutz ist also nicht in Stein gemeisselt.
Wettmärkte, Kombiboost und Cash-Out: das Sporttip-Regelwerk im Detail
Die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) regeln, was eine Heinz-Wette technisch leistet und wo sie an Grenzen stösst. Der Gewinn berechnet sich als Einsatz mal Quote, bei Kombinationen als Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Der Gewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das klingt nach einer Fussnote, ist aber eine reale Stellschraube, weil bei kleinen Quoten die Rundung das Ergebnis merklich verschiebt.
Der Kombiboost
Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Für eine Heinz-Wette mit sechs Auswahlen, von denen vier die Mindestquote erreichen, gibt es also 5 % Bonus auf den Nettogewinn – eine kleine, aber messbare Komponente. Wichtig: Der Bonus wird auf den Nettogewinn und nicht auf den Einsatz gerechnet.
Quotenboosts und Profitboosts
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out. Für die Heinz-Wette selbst, die aus Mehrfachwetten besteht, spielen sie keine direkte Rolle – sie sind ein Feature für Einzelwetten.
Cash-Out
Cash-Out bei Sporttip funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out. Eine Teilauszahlung ist nicht möglich. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn bei normalem Ablauf und hängt vom Stand der Sportereignisse ab. Swisslos kann Cash-Out jederzeit ändern und muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Für die Heinz-Wette heisst das: Eine vorzeitige Auszahlung ist grundsätzlich möglich, aber nur als ganze Wette – und sie hängt davon ab, ob Swisslos zu diesem Zeitpunkt Cash-Out für genau diesen Wettschein anbietet.
Live-Wetten und spielentscheidende Situationen
Bei Live-Wetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für die Heinz-Wette bedeutet das: Wer die Auswahlen spontan während eines Spiels zusammenstellt, läuft Gefahr, dass einzelne Linien mit 1.00 gewertet werden, wenn sie zu spät kommen.
Abhängige Ereignisse und Bet-Builder
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer eine Heinz-Wette über Märkte aus demselben Spiel zusammenstellt, sollte das im Hinterkopf behalten – nicht jede Kombination, die der Wettschein akzeptiert, ist am Ende auch gültig.
Abgesagte Ereignisse
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Für die Heinz-Wette ist das eine relevante Klausel, weil eine abgesagte Auswahl die Wette nicht zwingend zerstört, aber dennoch das Gefüge verschiebt – aus einer Quote wird 1.00, und alle Kombinationen, die diese Auswahl enthalten, fallen entsprechend tiefer aus.
Auszahlungsquoten und Margen: was die Wette tatsächlich kostet
Wer eine Heinz-Wette zusammenstellt, zahlt nicht nur 57-mal den Einsatz, sondern auch 57-mal die Marge, die im Preis jedes Marktes steckt. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quote_n) über alle Auswahlen eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus diese Auszahlungsquote. Bei einem ausgeglichenen 1X2-Markt mit Quoten 2.10/3.40/3.40 etwa liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge bei rund 5 %. Bei einem 3-Weg-Markt mit vielen Spielausgängen oder bei exotischen Märkten kann die Marge auch bei 8-10 % liegen.
Für die Heinz-Wette bedeutet das: Wenn jede der sechs Auswahlen aus einem Markt mit 5 % Marge stammt, zahlt der Wettende auf jeder der 57 Linien diese Marge. Bei einer Wette mit Gesamteinsatz von CHF 57 und einem angenommenen Nettogewinn von rund CHF 60 verbleiben davon etwa CHF 3 als implizite Buchmachermarge. Die Prozentzahl ist klein, der absolute Betrag im konkreten Fall ebenfalls. Aber das Prinzip – die Marge steckt im Preis, nicht in einer separaten Gebühr – gilt für jede Linie und damit auch für die Systemwette als Ganzes.
Beispielrechnung: Auszahlung einer Heinz-Wette
Die folgende Rechnung ist ein Beispiel, kein zitiertes Angebot. Sie zeigt, wie sich die 57 Linien einer Heinz-Wette zu einem möglichen Erlös addieren – und wie schnell der Gesamteinsatz wächst.
Annahmen: Sechs Auswahlen mit Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 abwechselnd, also Quote 1 und 2 je 1.50, Quoten 3 und 4 je 2.00, Quoten 5 und 6 je 2.50. Einsatz pro Linie: CHF 1. Gesamteinsatz: 57 × CHF 1 = CHF 57.
Wenn alle sechs Auswahlen gewinnen, ergibt sich der Erlös Linie für Linie. Die Gesamtquote über alle sechs Auswahlen beträgt 1.50 × 2.00 × 2.50 × 1.50 × 2.00 × 2.50 = 28’125. Auf der Sechsfachwette (1 Linie) bedeutet das CHF 1 × 28’125 = CHF 28.13 (abgerundet auf 5 Rappen: CHF 28.10). Auf den Fünffachwetten (6 Linien) ergeben sich CHF 1 × Produkt der fünf Auswahlen ohne die sechste, also z. B. ohne Auswahl 1: 2.00 × 2.50 × 1.50 × 2.00 × 2.50 = 18.75, also CHF 18.75 für eine der sechs Linien. Die übrigen Fünffachkombinationen unterscheiden sich je nach entfernter Auswahl, folgen aber demselben Muster.
Weniger Auswahlen gewinnen, desto weniger Linien tragen zum Erlös bei. Wer vier der sechs Auswahlen richtig hat, gewinnt auf den Zweier-, Dreier- und Viererkombinationen, die aus diesen vier Treffern gebildet werden können. Der Erlös fällt entsprechend tiefer aus, ist aber nicht null. Die Bandbreite reicht von wenigen Franken bei knappen Treffern bis zum Maximalerlös bei allen sechs richtigen Auswahlen. Die Faustregel: Je mehr Auswahlen zutreffen, desto mehr Linien tragen, und desto höher ist der Erlös – aber eben immer abzüglich der 57-fachen Marge, die in den Quoten steckt.
Für die Super Heinz mit sieben Auswahlen verschärft sich der Effekt: 120 Linien zu CHF 1 bedeuten CHF 120 Einsatz, und wer alle sieben Auswahlen à 2.00 trifft, sieht einem Erlös entgegen, der sich aus den 21 Doppel-, 35 Dreier-, 35 Vierer-, 21 Fünfer-, 7 Sechser- und 1 Siebenfachwette zusammensetzt. Auch hier gilt: Die Zahl der richtigen Auswahlen entscheidet, welche Linien etwas tragen.
Heinz-Wettanbieter im Vergleich: die zwei zugelassenen Veranstalterinnen
Die folgende Übersicht zeigt die zwei Veranstalterinnen, die in der Schweiz Heinz-Wetten anbieten dürfen. Beide führen die Wette als Systemwette in ihrem Wettprogramm, beide haben ihre eigenen Einsatzgrenzen und Regeln. Ausländische Marken sind in der Tabelle nicht aufgeführt, weil sie in der Schweiz keine Bewilligung haben – sie sind im Abschnitt «Marken ohne Schweizer Bewilligung» separat eingeordnet.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Sporttip | Ja (Sporttip unter Swisslos) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel – Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa |
| Jouez Sport | Ja (Jouez Sport unter Loterie Romande) | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne – Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa |
Die Tabelle ist absichtlich kurz. Wer in der Schweiz eine Heinz-Wette spielen will, hat nur diese zwei Wege. Wer beide nicht nutzen will – aus welchen Gründen auch immer –, verlässt das bewilligte Angebot.
Swisslos Sporttip
Swisslos betreibt das Produkt Sporttip und ist die grössere der beiden Veranstalterinnen, gemessen am Vertragsgebiet. Die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein sind ihr Bereich, nicht die Westschweiz. Wer dort wohnt, kann online ein Konto eröffnen und Systemwetten spielen. Das Sporttip-Wettprogramm deckt Fussball, Eishockey, Tennis, Handball und eine Reihe weiterer Sportarten ab, soweit sie auf der Gespa-Liste der zugelassenen Wettbewerbe stehen. Märkte wie Eckbälle oder Karten fehlen, weil sie nicht zugelassen sind.
Die Einsatzgrenzen sind im Vergleich zur Loterie Romande grosszügiger: Bis zu CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, bis zu CHF 10’000 pro Systemwette. Eine Heinz-Wette mit 57 Linien zu CHF 1 passt mit CHF 57 Einsatz locker in diesen Rahmen, eine Heinz-Wette zu CHF 10 pro Linie kostet bereits CHF 570, und wer das Maximum pro Linie ausschöpft, kommt an die CHF 10’000-Grenze. Cash-Out funktioniert als vollständiges Cash-Out, nicht als Teilauszahlung, und ist nicht für jeden Markt garantiert. Der Kombiboost bringt auf eine Heinz-Wette mit vier Voraussagen à 1.50 oder höher 5 % Bonus auf den Nettogewinn, was bei einer Auszahlung von wenigen Dutzend Franken einen kleinen, aber spürbaren Zuschlag bedeutet.
Wem Sporttip passt: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, ein grosses Wettprogramm erwartet und Heinz- oder Super-Heinz-Systemwetten mit moderatem bis hohem Linieneinsatz spielen will, ist hier richtig. Wem Sporttip nicht passt: Wer in der Romandie wohnt, kann hier kein Online-Konto eröffnen und ist auf die Loterie Romande angewiesen.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande betreibt das Produkt Jouez Sport und bedient die sechs Westschweizer Kantone. Sie ist kleiner als Swisslos, gemessen am Vertragsgebiet, aber nicht weniger ernst zu nehmen: Die Einsatzgrenzen sind strikter, das Wettprogramm ist auf das zugelassene Set beschränkt, und der Höchsteinsatz für eine Kombiwette liegt bei CHF 500, der Höchsteinsatz pro Multiple-Wettschein bei CHF 7’500. Für eine Heinz-Wette heisst das: Wer alle 57 Linien bespielen will, gibt mindestens CHF 114 (bei CHF 2 pro Linie) aus, und wer den Linieneinsatz erhöht, stösst früher an die Wettschein-Obergrenze als bei Sporttip.
Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, der Höchstgewinn über alle Multiples eines Wettscheins zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Mindestquote liegt bei 1.10, die maximale Quote bei 100’000 – Letzteres ist mehr als ein Kuriosum, weil es zeigt, dass das Reglement Ausreisser nach oben zulässt, ohne den Wettschein zu entwerten. Für die Heinz-Wette bedeutet das: Wer die Auswahl so trifft, dass die Gesamtquote auf der Sechsfach-Linie nicht über 100’000 liegt, ist formal im Rahmen.
Wem Jouez Sport passt: Wer in der Romandie wohnt, ein etwas engeres, aber klar geregeltes Angebot sucht und mit den niedrigeren Einsatzlimiten auskommt, ist hier richtig. Wem Jouez Sport nicht passt: Wer mit hohen Linieneinsätzen spielen will, stösst an die CHF 7’500-Wettschein-Grenze und müsste die Wette aufteilen – was bei einer Systemwette die Logik verändert.
Marken ohne Schweizer Bewilligung
Im Abschnitt «Heinz-Wettanbieter im Vergleich» fehlen sie, in der Werbung und in Suchergebnissen tauchen sie auf: Rainbet, BassBet, Pribet, Rabona, GGbet, BetLabel, Bettilt, N1 Bet. Sie alle behaupten, Sportwetten anzubieten, oft mit Systemwetten im Programm. Keine dieser Marken hat in der Schweiz eine Bewilligung. Das bedeutet: Sie fallen nicht unter die Aufsicht der Gespa, sind nicht an Schweizer Spielsperren angeschlossen, und im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rekursweg. Eine ausländische Lizenz – Curaçao, Malta, Deutschland – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Das Werben für solche Angebote in der Schweiz ist verboten und wird mit Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS).
Die Gespa führt eine Sperrliste blockierter Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS sperren. Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste. Gesperrte Domains tauchen erfahrungsgemäss unter neuen Adressen wieder auf, ein Phänomen, das die Gespa als Domain-Hopping bezeichnet und in ihren Berichten nennt. Für den Spielenden bedeutet das: Der Zugang kann ohne Vorwarnung gekappt werden, und ein offener Wettschein bei einem ausländischen Anbieter kann an einem Tag noch erreichbar sein und am nächsten nicht mehr.
Wer bei einer dieser Marken spielt, sollte wissen, was er verliert: den Anschluss an das Schweizer Sperrregister, den Schutz der Gespa-Aufsicht, die gesetzlich verlangte Identitätsprüfung nach Schweizer Standard, die Auszahlung von Gewinnen auf ein Konto im eigenen Namen, die Anwendung der Schweizer Werberegeln und die Möglichkeit, sich an eine Schweizer Stelle zu wenden, wenn der Anbieter nicht auszahlt. Die steuerliche Seite ist kantonal unterschiedlich; einige Kantone – Thurgau wird oft genannt – behandeln Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer in einem solchen Kanton wohnt, sollte die Frage mit dem Steuerberater klären, bevor er spielt.
Wer eine Heinz-Wette spielen sollte – und wer nicht
Die Heinz-Wette ist kein Anfängerprodukt. Wer sie spielt, akzeptiert 57 Linien Einsatz, einen Gesamteinsatz, der leicht das Zehn- bis Zwanzigfache einer Einzelwette beträgt, und die Notwendigkeit, den Wettschein vor dem Abschluss zu prüfen, weil eine falsche Auswahl nicht nur eine Linie, sondern 31 Kombinationen betrifft. Wer sechs Auswahlen mit niedrigen Quoten zu einer Heinz-Wette bündelt, gibt viel Einsatz für wenig Erlös aus, wenn die Auszahlung pro Linie klein bleibt. Wer sechs Auswahlen mit sehr hohen Quoten wählt, gewinnt auf den Kombinationen viel, riskiert aber einen Totalausfall, wenn mehrere Auswahlen daneben gehen.
Wer ein knappes Budget hat, ist mit einer Super Heinz schlechter bedient als mit einer klassischen Kombiwette: Die Marge steckt in jeder der 57 Linien, und der Buchmacher – in der Schweiz sind das die Gespa-bewilligten Veranstalterinnen – verdient auch dann, wenn die Wette verloren geht. Wer die Heinz-Wette als Absicherung gegen teilweise Verluste spielt, sollte vorher ausrechnen, ab welchem Trefferbild die Wette profitabel wird. Wer ohnehin plant, sechs Auswahlen als Kombination zu spielen, kann mit der Heinz-Wette mehr Linien abdecken, muss aber den Mehrfacheinsatz mittragen.
Für wen die Heinz-Wette nicht passt: Wer nur einen kleinen Einsatz riskieren will, wer nicht bereit ist, vor dem Abschluss jede Auswahl zu prüfen, oder wer die Marge in den Quoten nicht mitbedenkt. Für wen sie passt: Wer mit höherem Einsatz spielt, wer teilweise Treffer als Teilerfolg verbuchen will, und wer die Systemwette als bewusste Variante zur Kombiwette wählt.
Steuerlicher Hinweis
Gewinne aus in der Schweiz bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundessteuerfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, der kantonale Freibetrag unterscheidet sich je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Wer mit einer Heinz-Wette einen typischen Betrag im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich gewinnt, liegt deutlich unter dem Freibetrag und muss den Gewinn nicht versteuern. Für Gewinne aus ausländischen Grossspielen gilt die kantonale Praxis, die je nach Kanton eine andere Behandlung vorsieht. Der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung weiss, was im Einzelfall gilt.
Häufige Fragen
Was ist eine Heinz-Wette genau?
Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf sechs Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette. Einzelwetten auf die Auswahlen sind nicht Teil der Heinz-Wette. Der Name kommt von der Zahl 57.
Wie unterscheidet sich die Heinz-Wette von der Super Heinz?
Die Super Heinz funktioniert nach demselben Prinzip, aber mit sieben Auswahlen. Sie umfasst 120 einzelne Wetten: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierfachwetten, 21 Fünffachwetten, 7 Sechsfachwetten und 1 Siebenfachwette. Bei einer Super Heinz muss mindestens eine Auswahl mehr als bei der Heinz richtig sein, damit es überhaupt einen Erlös gibt – nämlich zwei.
Wie hoch ist der Gesamteinsatz einer Heinz-Wette?
Der Gesamteinsatz ergibt sich aus dem Linieneinsatz mal 57. Bei CHF 1 pro Linie sind es CHF 57, bei CHF 5 pro Linie CHF 285, bei CHF 10 pro Linie CHF 570. Bei Sporttip liegt die Höchstlimite für eine Systemwette bei CHF 10’000, bei Jouez Sport darf ein Multiple-Wettschein insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Ab wie vielen richtigen Auswahlen zahlt die Heinz-Wette?
Die Heinz-Wette zahlt ab zwei richtigen Auswahlen, weil die kleinste Linie die Doppelwette ist. Eine einzelne richtige Auswahl reicht nicht. Wie viel die Wette auszahlt, hängt davon ab, welche Kombinationen aus den richtigen Auswahlen entstehen – zwei richtige Auswahlen bringen nur die Zweierkombination, vier richtige Auswahlen bringen alle Kombinationen aus diesen vier Auswahlen.
Welche Einsatzgrenzen gelten bei Systemwetten von Sporttip?
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport ist der Mindesteinsatz online CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, und ein Multiple-Wettschein darf höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Wer darf in der Schweiz Systemwetten wie die Heinz-Wette anbieten?
In der Schweiz dürfen nur Swisslos (Produkt Sporttip) und die Loterie Romande (Produkt Jouez Sport) Sportwetten anbieten. Beide brauchen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS). Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht. Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung dürfen in der Schweiz nicht für Sportwetten werben und können auf der Gespa-Sperrliste landen, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren.
Wettarten – hockeywetten
Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»
