Super Bowl Wetten in der Schweiz – was der Markt kostet und wer hier wetten darf
Ladevorgang...
Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Liste der bewilligten Veranstalter und die Spielregeln von Sporttip.
Der Super Bowl ist das Endspiel der NFL-Saison, einmal im Jahr, jeweils am zweiten Sonntag im Februar. Super Bowl LX ist gespielt (8. Februar 2026, Seattle Seahawks gegen New England Patriots 29:13), Super Bowl LXI steht am 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood an. Wer aus der Schweiz darauf wetten will, hat ein sehr schmales Spielfeld: Zwei Veranstalter dürfen es überhaupt anbieten, und beide teilen sich die Schweiz nach Sprachregion auf. Alles, was nicht unter ihrem Dach läuft, läuft ohne Bewilligung, ohne Sperrregister-Anschluss und ohne Schweizer Rekursweg. Was bleibt, ist eine nüchterne Frage: Welche Wettarten sind erlaubt, wie setzen sich die Quoten zusammen, und was kostet das alles im Schnitt? Genau das steht hier.
Wettarten rund um den Super Bowl: Sieger, Handicap, Kombi, Spezial
Die Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten ist geschlossen. Was draufsteht, darf angeboten werden, was nicht, darf nicht. Für ein Endspiel wie den Super Bowl sind in der Praxis vor allem fünf Formate relevant.

Die Einzelwette auf den Sieger ist die einfachste Form: Quote auf jedes Team, Einsatz riskiert, fertig. Bei einem Duell auf Augenhöhe liegen die Quoten typischerweise im Bereich 1.85 bis 2.10 – was sich nach wenig Marge anhört, aber im Zusammenspiel mit dem Buchmachervorteil einen erheblichen Teil jedes Einsatzes auffrisst.
Handicap-Wetten gleichen die Kräfteverhältnisse aus. Eines der Teams bekommt ein virtuelles Polster oder einen Rückstand auf den Wettschein geschrieben, und die Quote passt sich an. Wer ein klar favorisiertes Team sucht und mit der Quote unzufrieden ist, findet hier oft den besseren Preis. Der Preis ist eine höhere Komplexität, weil Handicap-Wetten mit Punkten statt mit «gewinnt/verliert» rechnen.
Kombiwetten multiplizieren die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote. Vier Beine mit Quoten um 2.00 ergeben eine Gesamtquote von 16.00 – klingt grosszügig, ist aber die Kombination aus vier einzelnen Wetten, von denen jede ihren eigenen Buchmachervorteil trägt. Wer das versteht, versteht, warum Kombis im Schnitt teurer sind, als die Werbung suggeriert.
Spezialwetten drehen sich um Ereignisse innerhalb des Spiels: Wer gewinnt den Münzwurf, wer scort zuerst, wie viele Touchdowns, wie viele Field Goals, ob es in die Verlängerung geht. Das NFL-Regelwerk produziert von Natur aus viele solcher Mikroereignisse, und sie sind oft stärker durch die Marge belastet als klassische 1X2-Märkte, weil die Quotenkonstruktion weniger effizient ist.
Langzeitwetten schliesslich fragen nach dem Meister, dem Divisionssieger, dem MVP, dem Rushing-Yards-Leader der Regular Season. Super-Bowl-Langzeitwetten gibt es bei Sporttip, sie laufen oft Monate vor dem Kickoff und ändern ihre Quoten mit jedem Spieltag.
Wetten auf das Wetter, auf politische Ereignisse oder TV-Shows sind in der Schweiz nicht zugelassen, auch nicht rund um den Super Bowl.
Wie eine Quote entsteht: Buchmacher-Marge und Auszahlungsquote
Jede Quote trägt eine Marge. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem eingesetzten Franken einbehält, bevor er einen Gewinn auszahlt. Sie ist in jeder einzelnen Quote derselben Wette versteckt und addiert sich über die Beine einer Kombiwette.

Die Rechnung dahinter ist einfach: Bei einem Zwei-Wege-Markt mit identischen Quoten 1.90 auf beide Seiten liegt die Auszahlungsquote bei rund 89.5 %, die Marge entsprechend bei etwa 10.5 %. Bei einem ausgeglichenen Markt mit Quoten 1.91 / 1.91 verbessert sich die Auszahlungsquote auf etwa 89.9 %, die Marge sinkt auf rund 10.1 %. Bei 1.95 / 1.95 schliesslich zahlt der Markt rund 90.7 % zurück, die Marge beträgt etwa 9.3 %.
Das ist die Information, die jede Werbung unterschlägt: Bei einer 1.90 / 1.90-Linie verliert der Spielende im Schnitt etwa 10.5 Rappen pro Franken, ohne dass er einen einzigen Tipp abgegeben hat. Bei längeren Quoten, also bei Aussenseitern, ist der Anteil oft noch grösser, weil dort weniger Wettvolumen den Markt effizient hält. Die Marge ist kein Zufall, sie ist die Geschäftsgrundlage.
Für die Schweiz bedeutet das: Wer hier wettet, akzeptiert eine Marge, die typischerweise zwischen 8 % und 12 % auf Hauptmärkten liegt. Das ist nicht ungewöhnlich, aber es ist auch nicht der «best odds»-Traum, den ausländische Werbung gerne verkauft.
Der Kombiboost: klingt nach Geschenk, rechnet sich selten
Sporttip bietet einen Kombiboost auf den Nettogewinn: mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50, und der Boost steigt mit der Anzahl Beine – 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn. Der Haken sitzt an zwei Stellen. Erstens: Die Beine müssen eine Mindestquote von 1.50 haben, was bei Aussenseitern leicht, bei Favoriten fast nie erfüllt ist. Zweitens: Die Beine tragen weiterhin ihre eigene Marge. Eine 5 %-Erhöhung auf vier Beine mit je 10 % Marge hebt den Nettogewinn um 5 %, die Marge der vier Beine bleibt bei rund 34 % kumuliert. Die Zahl, die steigt, ist der Bruttogewinn. Die Zahl, die nicht steigt, ist der Buchmachervorteil. Beides muss man im Kopf haben, wenn man rechnet.
Cash-Out: Ausstieg, aber nicht zum ursprünglichen Preis
Cash-Out bei Sporttip ist für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständige Auszahlung ohne Teiloption. Der ausgewiesene Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn, wenn man die Wette durchlaufen lässt, und Swisslos kann Cash-Out für jeden Markt jederzeit einstellen. Der Mechanismus ist also nicht «Gewinn mitnehmen», sondern «definitiven Verlust reduzieren oder kleinen Gewinn realisieren, bevor das Spiel kippt». Wer Cash-Out als Gewinnstrategie versteht, hat die Mechanik nicht verstanden.
Reguläre Spielzeit und Verlängerung
Bei Sporttip zählen Verlängerung und Penaltyschiessen zur regulären Spielzeit nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das ist beim Super Bowl relevant: Das Spiel kann, und es ist 2017 schon einmal passiert, in die Verlängerung gehen. Wer auf «Sieger nach regulärer Spielzeit» wettet, wettet ein anderes Ereignis als wer auf «Sieger des Spiels» wettet. Der Unterschied ist nicht akademisch, er entscheidet darüber, ob der Schein steht oder verfällt.
Spielplan, Weg ins Finale und was die nächste Ausgabe verspricht
Der Super Bowl ist das Endspiel einer Saison, die im September beginnt und im Januar entschieden wird. 32 Teams, acht Divisionen, zwei Conferences, sechs Runden Playoffs. Wer im Februar auf dem Feld steht, hat in der Regel 19 bis 20 Spiele hinter sich.
Super Bowl LX (8. Februar 2026, Levi’s Stadium, Santa Clara) ist Geschichte. Seattle gewann 29:13 gegen New England, Kenneth Walker III wurde MVP mit 135 Rushing-Yards, Kicker Jason Myers stellte mit fünf verwandelten Field Goals einen Super-Bowl-Rekord auf, 70’823 Zuschauer sahen das Spiel live, der Halbzeit-Act war Bad Bunny, ein 30-Sekunden-Werbespot kostete 10 Millionen Dollar.
Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Das SoFi Stadium ist mit Platz für rund 70’000 Zuschauer eine der grössten Sportarenen der USA und Austragungsort der nächsten beiden Endspiele. Welche Teams dort stehen, entscheidet sich in der Saison 2026/27, und Wetten auf den Champion nehmen die Veranstalter in der Regel ab dem ersten Saisonspieltag an.
Rekorde, die den Super Bowl über die Jahre geprägt haben: Tom Brady hat als Spieler sieben Endspiele gewonnen, Bill Belichick kommt auf acht (zwei mit den Giants, sechs mit den Patriots), und keine andere Einzelperson im Profisport kommt an diese Zahlen heran. Bei den Franchises führen die New England Patriots und die Pittsburgh Steelers mit je sechs Titeln, gefolgt von den San Francisco 49ers und den Dallas Cowboys mit je fünf. Der erste Super Bowl wurde 1967 als AFL-NFL World Championship Game ausgetragen; der Name «Super Bowl» wurde 1969 offiziell.
Bewilligte Veranstalter in der Schweiz: die zwei, die hier wetten dürfen
Die Schweiz hat den Sportwettenmarkt per Gesetz geschlossen. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) erlaubt die Organisation von Sportwetten nur zwei Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Jeder deckt seinen Sprachraum ab, ein Online-Konto ist nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet möglich. Ausländische Marken – Playzilla, Betscore, Wettigo, Jackbit, Sportuna, FortuneJack, BetPanda, Bahigo – sind ohne Schweizer Bewilligung, ihre Lizenzen in Curaçao, Malta oder anderswo haben hier keine Gültigkeit, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen.
Swisslos Sporttip
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| Bewilligung | Schweizer Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, Gespa) |
| Veranstalter | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Produkt | Sporttip |
| Vertragsgebiet | Deutschschweizer Kantone, Tessin, Liechtenstein |
Sporttip ist die Anlaufstelle für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette – die Limite kann jederzeit angepasst werden, und eine Wette darüber wird nicht angenommen. Vor der ersten Teilnahme setzen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Registrierung verlangt einen Ausweis, der gegen Adressdatenbanken geprüft wird, und jede Person darf nur ein Konto führen. Sporttip bietet Quotenboosts, Profitboosts, einen Kombiboost, Cash-Out für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, Livewetten und einen Bet-Builder für abhängige Märkte desselben Spiels. Für den Super Bowl heisst das: volle Wettbreite, aber im Rahmen der Gespa-Liste.
Urteil. Wer im Deutschschweizer Vertragsgebiet wohnt und auf den Super Bowl wetten will, kommt an Sporttip nicht vorbei – es ist der einzige bewilligte Anbieter im Gebiet. Die Mechanik ist ausgereift, das Wettprogramm deckt die Hauptmärkte ab, die Schutzinstrumente greifen vor der ersten Wette. Wer ausserhalb des Vertragsgebiets wohnt, kann hier kein Konto eröffnen.
Loterie Romande Jouez Sport
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| Bewilligung | Schweizer Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, Gespa) |
| Veranstalter | Loterie Romande, Lausanne |
| Produkt | Jouez Sport |
| Vertragsgebiet | Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura |
Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone. Die Loterie Romande unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, Sitz in Lausanne. Die Wettstruktur entspricht dem, was Sporttip bietet, angepasst an die westlich-französische Sprache und an die regulatorischen Vorgaben der Gespa-Liste. Wer im Vertragsgebiet wohnt, kann online ein Konto eröffnen; wer ausserhalb wohnt, nicht.
Urteil. Spiegelbildlich zu Sporttip: für die Romandie die einzige legale Option. Das Wettprogramm ist im Rahmen der Gespa-Liste vergleichbar, die Verkaufsstellenstruktur ist im Westschweizer Alltag stärker präsent als in der Deutschschweiz, was den Einstieg erleichtert, wenn man nicht online spielen will.
Playzilla, Betscore, Wettigo, Jackbit, Sportuna, FortuneJack, BetPanda, Bahigo
| Marke | Schweizer Bewilligung | Lizenz wie angegeben | Zugang aus der Schweiz |
|---|---|---|---|
| Playzilla | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert | Gespa-Sperrliste möglich |
| Betscore | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert | Gespa-Sperrliste möglich |
| Wettigo | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert | Gespa-Sperrliste möglich |
| Jackbit | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert | Gespa-Sperrliste möglich |
| Sportuna | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert | Gespa-Sperrliste möglich |
| FortuneJack | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert | Gespa-Sperrliste möglich |
| BetPanda | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert | Gespa-Sperrliste möglich |
| Bahigo | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert | Gespa-Sperrliste möglich |
Diese acht Marken sind alle ohne Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS); die Betreiber sind hier nicht zugelassen, ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen, und der Anschluss an das schweizweite Sperrregister fehlt. Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Schutz, ohne Schweizer Rekursweg, mit einer ausländischen Rechtslage, die hier nicht durchgesetzt wird. Die Gewinne unterliegen je nach Kanton einer anderen Steuerlogik – im Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen voll besteuert, unabhängig von der Höhe.
Urteil. Wer auf den Super Bowl aus der Schweiz wettet, hat die Wahl zwischen zwei bewilligten Veranstaltern und einer langen Liste von Marken ohne Schweizer Zulassung. Die ausländischen Marken bieten oft höhere Boni und tiefere Margen, weil sie in einem anderen regulatorischen Wettbewerb stehen. Sie bieten aber keinen Schweizer Schutz. Das ist die eigentliche Entscheidung, nicht die Quote.
Was «legal» in der Schweiz bedeutet: Bewilligung, Gespa-Liste und die Rolle des Bundes
Die Schweiz hat den Sportwettenmarkt 2019 neu geordnet. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) definiert Sportwetten als Grossspiel und unterstellt sie der Aufsicht durch die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern). Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spielform (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben in einem Konkordat festgelegt, dass Sportwetten und Lotterien von genau zwei Veranstaltern durchgeführt werden: Swisslos und Loterie Romande.
Was genau gewettet werden darf, steht auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Die Liste ist geschlossen: Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind tabu, Eckball- und Kartenmärkte fehlen, eine Esports-Sektion existiert nicht. Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen. Für den Super Bowl heisst das: Das Endspiel ist gelistet, die Hauptmärkte sind es, die Spezialwetten richten sich nach dem, was die Liste für American Football hergibt.
Was die Gespa-Liste nicht regelt, sind die Margen der Veranstalter, die konkreten Quoten und die meisten operativen Details. Die operativen Regeln kommen von den Veranstaltern selbst, in den Spielregeln und Teilnahmebedingungen. Die Aufsicht prüft die strukturellen Voraussetzungen, nicht die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Wette.
Werbung und Bonusregeln
Werbung für nicht bewilligte Sportwetten ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Erlaubte Werbung darf nicht in die Irre führen, nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen zielen, nicht aufdringlich sein (Art. 74 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 hat die Gespa 24 solche Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt.
Besteuerung von Wettgewinnen
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, daher gilt: «je nach Kanton». Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Ein typischer Wettgewinn liegt weit unter dem Freibetrag, also fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht. Bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern gibt es keine Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis kann abweichen – der Thurgau etwa bestuert solche Gewinne voll, unabhängig von der Höhe. Für eine verbindliche Auskunft: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Spielerschutz: was vor der ersten Wette passieren muss
Wer bei Sporttip mitspielen will, muss sich registrieren, einen Ausweis hochladen, die Adresse gegen Datenbanken prüfen lassen und vor der ersten Wette Verlustlimiten setzen. Die Limite gilt für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Das sind nicht die Limite des Staates, sondern des Veranstalters – aber sie sind verbindlich, und sie stehen vor der ersten Einzahlung, nicht danach.
Selbstsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 84 VGS, Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Altersjahr noch nicht erreicht hat, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Das sind die harten Linien des Gesetzes – sie gelten für jeden, der hier spielt.
Testkäufe 2025
Die Gespa hat 2025 an 200 Verkaufsstellen getestet, ob Minderjährige eine Sportwette kaufen können. In 47.5 % der Fälle wurden sie durchgewunken. Das ist kein guter Wert. Wer in der Deutschschweiz am Kiosk eine Wette abschliessen will, sollte wissen, dass der Jugendschutz an der Verkaufsstelle nicht in jedem Fall greift. Online ist die Hürde höher, weil die Registrierung mit Ausweis und Adressprüfung läuft.
Tipps, Vorhersagen, Systeme: was «Tipp» hier heisst und was nicht
Ein Tipp ist eine Einschätzung, keine Vorhersage. Wer einen Tipp abgibt, gewichtet Form, Verletzungen, Statistiken, Wetter, Head-to-Head und Quotenverlauf – und liegt trotzdem in der Mehrzahl der Fälle falsch. Die Quoten spiegeln das: Sie sind so kalibriert, dass der Buchmacher im Schnitt gewinnt, nicht der Spielende. Ein «sicherer Tipp» auf den Super Bowl existiert nicht, weil kein Sportereignis eine berechenbare Grösse ist.
Was eine Tippabgabe sinnvoll macht, ist die Frage nach dem Wert. Eine Quote ist dann ein Wert, wenn die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote – also wenn der Markt die Chance des Teams systematisch unterschätzt. Das ist die Disziplin, die zwischen Wettenden und Zufallsspielenden unterscheidet. Sie ersetzt den Tipp nicht, sie macht ihn überhaupt erst zu einem.
Was nicht funktioniert: Kombiwetten als «sichere Bank», weil jede zusätzliche Voraussage die Marge multipliziert, ohne die Trefferquote im selben Mass zu erhöhen. Systemwetten, weil sie teurer sind, als sie aussehen. Cash-Out als Gewinnstrategie, weil der ausgewiesene Betrag tiefer ist als der potenzielle Gewinn, und weil Cash-Out nicht für jeden Markt verfügbar sein muss. Bonusangebote ausländischer Anbieter, weil die zugrunde liegende Bewilligung in der Schweiz nicht greift.
Die wichtigste Regel kommt vor dem ersten Tipp: Das Budget, mit dem gewettet wird, ist verloren, sobald es eingesetzt ist. Wer das nicht akzeptieren kann, wettet nicht.
Häufige Fragen zum Super Bowl und zu Wetten aus der Schweiz
Ist Wetten auf den Super Bowl in der Schweiz legal, und bei wem?
Ja, aber nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die Westschweiz. Ausländische Marken wie Playzilla, Betscore oder Bahigo haben keine Schweizer Bewilligung und sind hier nicht zugelassen. Wer dort wettet, tut das ohne Schweizer Schutz.
Steht American Football auf der Gespa-Liste der erlaubten Sportarten?
Ja. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten führt American Football mit den entsprechenden Wettbewerben. Die zugelassenen Wettarten sind eine geschlossene Liste, was heisst: Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Eckball- und Kartenmärkte etwa fehlen, und eine Esports-Sektion existiert auf der Liste nicht.
Wann und wo findet der nächste Super Bowl statt?
Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Der Super Bowl wird traditionell am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, und die zwei nächsten Austragungsorte stehen bereits fest.
Wie entsteht eine Quote, und was bedeutet die Marge?
Eine Quote ist die Umkehrung der impliziten Wahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge des Veranstalters. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 auf jede Seite liegt die Auszahlungsquote bei rund 89.5 %, die Marge bei etwa 10.5 %. Bei 1.95 / 1.95 sind es etwa 90.7 % Auszahlung und 9.3 % Marge. Die Marge ist das, was der Veranstalter von jedem Franken einbehält, bevor ein Gewinn ausgezahlt wird.
Wie wird der Gewinn einer Kombiwette berechnet?
Die Quoten der einzelnen Voraussagen werden multipliziert, der Einsatz geht mit dem Produkt multipliziert als Bruttogewinn zurück. Beispiel: Drei Beine mit Quoten 2.00, 1.80 und 1.50 ergeben eine Gesamtquote von 5.40, bei einem Einsatz von CHF 10 also einen Bruttogewinn von CHF 54. Jedes Bein trägt dabei seine eigene Marge, was die kombinierte Marge der Wette deutlich höher macht als die eines Einzelmarkts.
Zählt die Verlängerung bei Sporttip zur regulären Spielzeit?
Verlängerung und Penaltyschiessen zählen bei Sporttip nur zur regulären Spielzeit, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Beim Super Bowl kann das relevant werden: 2017 ging Super Bowl LI in die Verlängerung, die Patriots gewannen 34:28 gegen die Falcons. Wer auf «Sieger nach regulärer Spielzeit» wettet, wettet ein anderes Ergebnis als wer auf «Sieger des Spiels» wettet.
US-Sport – hockeywetten
Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»
