Wettquoten 2026: So entstehen Quoten – und was sie wirklich kosten
Ladevorgang...
Wer bei einem Schweizer Wettanbieter einen Tipp abgibt, sieht eine Zahl, an der alles hängt: die Quote. Eine Quote ist keine Vorhersage und keine Garantie. Sie ist das Ergebnis einer Schätzung der Wahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge des Veranstalters, und sie bewegt sich, sobald Geld fliesst und Nachrichten eintreffen. Wer diesen Mechanismus versteht, sieht auf den ersten Blick, was ein Wettanbieter vom Markt behält – und was ein Schein wirklich zurückzahlt, wenn er gewinnt.
Stand der Daten: Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Liste zugelassener Veranstalter.
Implizite Wahrscheinlichkeit und Marge – die zwei Pfeiler hinter jeder Quote
Eine Quote antwortet nicht auf die Frage «Wer gewinnt?». Sie antwortet auf eine andere: «Was zahlt dieser Markt insgesamt zurück, wenn alle möglichen Ausgänge eintreffen?». Aus dieser Antwort entsteht die Zahl, die auf dem Tippzettel steht.

Was eine Quote über die Wahrscheinlichkeit sagt
Dezimalquoten lassen sich direkt in eine Wahrscheinlichkeit umrechnen. Die Rechnung lautet:
> implizite Wahrscheinlichkeit = 1 ÷ Quote
Eine Quote von 2.00 entspricht 50 % Wahrscheinlichkeit (1 ÷ 2.00 = 0.50), eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 %, eine Quote von 5.00 entspricht 20 %. Diese Wahrscheinlichkeit ist nicht «die wahre» – sie ist diejenige, die der Buchmacher dem Markt zuweist. Sie schliesst schon seine Marge ein.

Machen Sie sich das an einem einfachen Spiel klar: Bei einem ausgeglichenen Duell ohne Unentschieden sollten beide Mannschaften zusammen «100 % Wahrscheinlichkeit» ergeben, plus die Marge. Setzt ein Buchmacher beide Mannschaften auf Quote 1.90, so ergibt 1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90 = 0.5263 + 0.5263 = 1.0526, also 105.3 %. Diese 5.3 Prozent über 100 sind die Marge – der Anteil, den der Veranstalter im Durchschnitt behält.
Wettmärkte im Überblick: wie Sieg, Handicap und Kombination eingepreist werden
Ein einzelnes Spiel liefert selten nur zwei Ausgänge. Fussball kennt Sieg, Unentschieden oder Niederlage (1X2), Tennis kennt den Sieger inkl. mögliche Sätze, Eishockey berücksichtigt Verlängerung und Penaltyschiessen je nach Regelung. Jeder dieser Ausgänge bekommt eine eigene Quote, jede Quote trägt einen Teil der Gesamtmarge. Der Buchmacher verteilt die Marge so über die Ausgänge, dass im Schnitt über alle Wetten sein Anteil konstant bleibt.
Handicap-Wetten verschieben das Kräfteverhältnis vor dem Spiel. Eine asiatische Handicap-Linie von –1.5 auf einen Favoriten bedeutet, dass dieser Favorit mit anderthalb Toren ins Spiel startet. Dadurch ergeben sich neue Ausgänge («Favorit gewinnt trotzdem», «Unentschieden nach Handicap», «Aussenseiter gewinnt nach Handicap») und neue Quoten. Die Marge wird wieder auf alle neuen Ausgänge verteilt. Wer sich für Handicap-Wetten interessiert, sollte wissen, dass die Marge von Handicap-Märkten nicht zwingend gleich hoch ist wie die des reinen 1X2-Marktes desselben Spiels.
Eine Kombinationswette multipliziert die Einzelquoten der ausgewählten Voraussagen zu einer Gesamtquote. Beispiel: Sieg Heimmannschaft 1.60, Sieg Auswärtsmannschaft im zweiten Spiel 2.20, mehr als 2.5 Tore im dritten Spiel 1.90. Die Gesamtquote ist 1.60 × 2.20 × 1.90 = 6’688. Der Einsatz multipliziert sich mit dieser Gesamtquote, das Ergebnis wird gemäss den Rundungsregeln des Veranstalters auf 5 Rappen genau abgerechnet. Die Marge einer Kombiwette entspricht keineswegs der Summe der Margen ihrer Einzelwetten – sie addiert sich über die Auszahlungslogik zu einem höheren Wert, weshalb Kombis für den Veranstalter besonders ergiebig sind.
Systemwetten kombinieren ebenfalls mehrere Voraussagen, decken aber mehrere mögliche Kombinationen ab. Bei einer Systemwette «2 aus 4» werden alle 6 möglichen Zweierkombinationen aus vier Voraussagen gespielt – selbst wenn nur drei davon treffen, gibt es noch einen Teilgewinn. Die Marge über alle entstehenden Teilwetten ist entsprechend höher als bei einer einzelnen Kombiwette.
Beispielrechnung: die Marge eines Zweiwege-Marktes
Das illustrierende Beispiel zeigt, wie gross die Marge in einem 1X2-Markt ausfallen kann. Angenommen, der Buchmacher bewertet beide Mannschaften als gleich stark und setzt beide auf Quote 1.90 (wieder ein Zweiwege-Szenario, etwa ein Tennismatch ohne Unentschieden):
- Implizite Wahrscheinlichkeit pro Ausgang: 1 ÷ 1.90 = 0.5263 (52.63 %)
- Summe beider Wahrscheinlichkeiten: 0.5263 + 0.5263 = 1.0526 (105.26 %)
- Auszahlungsanteil: 1 ÷ 1.0526 = 0.9500 (95.00 %)
- Marge: 1 − 0.9500 = 0.0500 (5.00 %)
Das Ergebnis bewegt sich in einer Bandbreite: bei dem ausgewogenen Beispiel 1.90/1.90 ergibt sich die im Abschnitt «Beispielrechnung: die Marge eines Zweiwege-Marktes» berechnete Marge; würde ein Buchmacher die Quoten bei einem ausgeglichenen Match auf 1.85/1.85 setzen, stiege die Marge auf rund 8.1 %. Eine typische Bandbreite für 1X2-Märkte etablierter Anbieter liegt zwischen 4 % und 8 %; Handicap- und Spezialmärkte können deutlich darüber liegen. Diese Spanne ist das, was eine Marge heisst – nicht eine feste Zahl, sondern ein Durchschnitt über alle Ausgänge eines Marktes.
Wie Sporttip und Jouez Sport Quoten festlegen – und wer sie beaufsichtigt
In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide unterstehen der Aufsicht durch die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht), nicht der ESBK – die ESBK beaufsichtigt ausschliesslich Spielbanken.
Der Veranstalterrahmen
Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, betreibt Sporttip im deutschsprachigen Vertragsgebiet: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen FR, GE, JU, NE, VD und VS, mit Sitz in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen und rund 221 Mitarbeitenden. Wer online spielen will, braucht Wohnsitz im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters – eine Anmeldung bei Swisslos ist mit Wohnsitz in Genf nicht möglich, und umgekehrt.
Beide Veranstalter sind keine «privaten Buchmacher» im internationalen Sinn, sondern gemeinwohlorientierte Organe der Kantone. Ihre Reinerträge fliessen in gemeinnützige Zwecke, was sich von der Geschäftslogik eines internationalen Anbieters mit Aktionären unterscheidet. Die Quoten selbst werden von den beiden Veranstaltern festgelegt und mit eigenen Quotenpflegeteams an die Marktlage angepasst.
Die Gespa-Liste: was überhaupt gewettet werden darf
Die Gespa führt eine geschlossene Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026). Was auf dieser Liste steht, darf angeboten werden – alles andere nicht. Eckballwetten und Kartenwetten etwa erscheinen dort nicht, ebenso wenig ein eigener Bereich für E-Sports. Trainingsläufe dürfen ebenfalls nicht als Wettgegenstand dienen. Rangwetten sind nur dann erlaubt, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet – wer auf die Weltrangliste tippen will, tippt im Regelfall daneben. Frauenwettbewerbe stehen nur dann zur Verfügung, wenn sie explizit gelistet sind. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen.
Diese geschlossene Liste ist einer der grössten Unterschiede zum internationalen Online-Markt: Wer in der Schweiz sportwetten möchte, sieht nicht den vollen Wettkalender einer internationalen Plattform, sondern das, was die Gespa genehmigt. Das ist kein Nebenprodukt der Regulierung – es ist die Form, die der Gesetzgeber bewusst gewählt hat.
Livewetten: was bei Spielen zählt
Livewetten sind erlaubt, sowohl vor Spielbeginn als auch während des Spiels. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Damit ist klar: Wer eine Livewette zu spät platziert, riskiert den Verlust des Einsatzes, ohne mitwirken zu können.
Bei Sporttip und Jouez Sport darf auf das eigene Spiel nicht gewettet werden, wenn man als Wettkämpfer teilnimmt – diese Regel gilt für alle professionellen und semiprofessionellen Ligen gleichermassen.
Cash-Out und seine Kosten
Cash-Out gehört zu den Funktionen, die bei Sporttip angeboten werden: für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out. Eine Teilauszahlung ist nicht möglich. Der angebotene Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn bei regulärem Wettenausgang – das ist das Kernmerkmal jeder Cash-Out-Funktion, bei Sporttip wie anderswo. Der Betrag hängt vom Stand des Spiels ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Swisslos ist nicht verpflichtet, Cash-Out für alle Wetten anzubieten. Wer Cash-Out nutzt, realisiert einen garantierten Teilgewinn und gibt gleichzeitig den möglichen höheren Gewinn ab – in einem Spiel, in dem der Ausgang gerade kippt, kann das sinnvoll sein; in einem Spiel, dessen Ausgang feststeht, ist es eine Selbstkoste.
Wie Quoten sich bewegen – vom Eröffnungskurs bis zum Anpfiff
Quoten sind keine feststehenden Zahlen. Sie bewegen sich aus mehreren Gründen, und wer auf eine Quote wettet, deren Bewegung er nicht versteht, läuft Gefahr, schlechter abzuschneiden, als die Quote vermuten lässt.
Drei Treiber der Quotenkorrektur
Erstens: neue Informationen. Eine Verletzung, eine Sperre, ein Wetterumschwung, eine taktische Umstellung – wer etwas weiss, was die Masse noch nicht erfahren hat, und wer Geld auf dieses Wissen setzt, bewegt die Quote. Wettmärkte sind Informationsverarbeitungssysteme mit Geld als Signal.
Zweitens: das Wettvolumen. Wenn viel Geld auf eine Seite fliesst, ohne dass neue Informationen bekannt sind, senkt der Buchmacher die Quote auf dieser Seite – er sichert sich gegen ein unausgewogenes Buch ab. Bei Livewetten kann das innerhalb weniger Sekunden passieren.
Drittens: Risikomanagement. Der Veranstalter gleicht seine Position über die Zeit aus. Wenn die anfängliche Quotenverteilung am Ende zu einer unausgewogenen Bilanz führen würde, korrigiert er nach. Sporttip und Jouez Sport sind da keine Ausnahme – sie haben eigene Modelle für die Risikosteuerung.
Was das für die Spielenden heisst
Eine Quote zum Zeitpunkt der Wettabgabe ist eine Momentaufnahme. Wer 20 Minuten später wettet, bekommt eine andere Quote – nicht selten eine schlechtere, wenn die ursprüngliche günstig war. Wer auf eine Quote spekuliert, die sich noch verbessern könnte, läuft Gefahr, dass sie sich stattdessen verschlechtert oder dass das Spiel beginnt, bevor sie sich überhaupt bewegt. Wer Quoten vergleicht, sollte das Zeitfenster mitdenken, in dem die Quote gilt.
Einsatz, Gewinn und Rundung – so rechnet der Wettschein
Eine Wette besteht aus drei Elementen: Einsatz, Quote und Wettausgang. Trifft der Ausgang zu, ergibt sich der Gewinn aus Einsatz × Quote. Aus diesem Bruttobetrag wird der Einsatz herausgerechnet, der Gewinn ist die Differenz.
Beispiel aus der Praxis
Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer Quote von 3.50 ergibt sich: 10 × 3.50 = CHF 35. Davon sind CHF 10 Einsatz, also CHF 25 Nettogewinn. Trifft der Ausgang nicht zu, ist der Einsatz weg – die Logik einer Wette ist asymmetrisch, und die meisten Wetten verlieren.
Bei einer Kombinationswette mit Gesamtquote 6’688 und gleichem Einsatz von CHF 10: 10 × 6’688 = CHF 66.88. Davon sind CHF 10 Einsatz, CHF 56.88 Nettogewinn – sofern alle Voraussagen treffen. Schon eine falsche Voraussage macht die ganze Wette zur Niete.
Rundung bei Sporttip
Sporttip rundet Gewinne in zwei Schritten: zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus 66.88 wird also 66.90, aus 35.42 wird 35.45. Diese Rundung wirkt geringfügig, gewinnt aber an Bedeutung, wenn viele kleine Wetten verrechnet werden. Bei Jouez Sport ist die Quote einer Einzelwette so begrenzt, dass sie mindestens 1.10 und höchstens 100’000 betragen muss.
Höchstgewinne – wo die Rechnung gegen die Wand läuft
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Wer mit grossen Einsätzen spielt, kann an diese Decken stossen, noch bevor die Quote im Spiel ist. Bei Sporttip gilt eine eigene Grenze für den Höchsteinsatz: CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Wer mehr setzen will, dem wird die Wette nicht angenommen.
Die zugelassenen Veranstalter im Vergleich – Einsatz, Höchstgewinn, Auszahlung
In der Schweiz gibt es genau zwei Veranstalter mit einer Bewilligung für Sportwetten. Wer in der Schweiz wettet, wettet bei einem von beiden. Wer darüber hinaus bei einem anderen Anbieter spielt, tut dies bei einem Veranstalter ohne Schweizer Bewilligung – was rechtlich und steuerlich andere Folgen hat.
| Veranstalter | Schweizer Bewilligung | Bewilligungsbasis |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja – Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Gespa (Grossspielaufsicht) |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja – Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Gespa (Grossspielaufsicht) |
| Bahigo | nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine (kein Schweizer Rechtsrahmen) |
| Duelbits | nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine (kein Schweizer Rechtsrahmen) |
| Sportuna | nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine (kein Schweizer Rechtsrahmen) |
| Jackbit | nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine (kein Schweizer Rechtsrahmen) |
| GG.BET | nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine (kein Schweizer Rechtsrahmen) |
| Playzilla | nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine (kein Schweizer Rechtsrahmen) |
| BassBet | nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine (kein Schweizer Rechtsrahmen) |
| BDMBet | nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine (kein Schweizer Rechtsrahmen) |
Swisslos Sporttip
Swisslos betreibt das Produkt Sporttip im deutschsprachigen Vertragsgebiet sowie in Tessin und Liechtenstein. Sporttip ist Grossspiel nach Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) und untersteht der Gespa. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Auszahlungen erfolgen ausschliesslich auf ein Konto auf den eigenen Namen – ein neutrales Konto, ein Konto auf Drittperson oder ein Krypto-Wallet ist nicht zulässig. Innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen pro Jahr gratis, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen.
Für den, der Sporttip nutzt, ist das die richtige Adresse, wenn er in einem der Vertragsgebietskantone wohnt und das volle Angebot der Gespa-Liste nutzen will. Wer im Wettprogramm Einsätze über CHF 1’000 pro Einzelwette spielen will, stösst an die Einsatzlimite – das ist einer der Punkte, an denen ein internationaler Anbieter mehr Spielraum bietet, freilich ohne Schweizer Bewilligung.
Loterie Romande Jouez Sport
Jouez Sport ist das Gegenstück zu Sporttip in der Romandie: Loterie Romande betreibt das Angebot für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, alle Gewinne eines Multiples zusammen dürfen CHF 1’000’000 nicht übersteigen. Eine Kombiwette umfasst zwei bis zehn Voraussagen.
Wer in der Westschweiz wohnt, kommt an Jouez Sport nicht vorbei – es ist der einzige Veranstalter mit Schweizer Bewilligung, der dort aktiv ist. Wer höhere Einsätze pro Einzelwette spielen will, als CHF 500, wird auch hier ausgebremst. Die Auszahlungslogik folgt dem Schweizer Rahmen mit Auszahlung auf das eigene Konto.
Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Bahigo, Duelbits, Sportuna, Jackbit, GG.BET, Playzilla, BassBet und BDMBet sind internationale Anbieter, die keine Schweizer Veranstalterbewilligung haben. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welcher Jurisdiktion – hat in der Schweiz keine rechtliche Kraft, weil das Geldspielgesetz ausdrücklich sagt: «Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz». Wer dort spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht und keine Schweizer Rechtsmittel. Die Gespa publiziert eine Sperrliste blockierter Domains; Schweizer Telekomanbieter sperren diese über DNS. Die Domains werden ersetzt, sobald sie blockiert sind – die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping und führt einzelne Anbieter namentlich auf der Liste.
Ein wichtiger Punkt für die Steuerpraxis: Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind nach kantonaler Praxis teilweise voll steuerbar – Thurgau etwa behandelt sie unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Quoten dort oft höher ausfallen (kleinere Marge, weil mehr Konkurrenz und andere Märkte), aber dass die rechtliche und steuerliche Seite eine andere ist als bei einem Schweizer Veranstalter. Wer einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nutzt, kann dort sehr wohl eine faire Wette gewinnen – nur nicht im Schutz eines Schweizer Rahmens.
Schutz und Selbstschutz – Limiten, Sperren und Aufsicht
Das Schweizer Geldspielgesetz verlangt von zugelassenen Veranstaltern ein System von Schutzmechanismen, das nicht überall auf der Welt so detailliert geregelt ist.
Selbst gesetzte Verlustlimiten
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen – die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 pro Tag, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Diese Bedenkzeit ist bewusst eingebaut: wer eine Erhöhung beantragt, hat in der Regel einen Grund, und der soll nicht impulsiv durchgesetzt werden.
Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Wer sich daran hält, was er sich selber vorgenommen hat, schränkt den maximalen Schaden ein, den er anrichten kann.
Spielsperre und Selbstsperre
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für eine Dauer von einem bis 180 Tagen selbst sperren – ohne Möglichkeit der vorzeitigen Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbst gewählte Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, unter Einbezug einer Fachstelle.
Wer sich selbst sperrt, schützt sich davor, in einem Moment zu spielen, in dem er es eigentlich nicht will. Wer eine Sperre im Register hat, kann keine Auszahlung von Gewinnen verlangen – das Gesetz schliesst sie explizit aus.
Spiel ab 18 Jahren
Sowohl Sporttip als auch Jouez Sport verlangen die Volljährigkeit. Personen unter 18 sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Verifikation läuft bei Swisslos online über einen Identitätsnachweis, dessen Daten gegen Adressdatenbanken geprüft werden. Im Jahr 2025 hat die Gespa Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt: bei 47.5 % von 200 Versuchen wurde an Minderjährige verkauft – der Verkaufspunktschutz ist also nicht so dicht, wie das Gesetz es verlangt.
Zahlung und Auszahlung – der Weg vom Wallet zum Bankkonto
Eine Wette wird bezahlt, ein Gewinn wird ausgezahlt – beides läuft in der Schweiz anders als bei internationalen Plattformen.
Aufladen und Auszahlung bei Swisslos
Spielguthaben wird per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein gekauft, Mindestbetrag CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart an, die Transaktion wird direkt in der PostFinance-App bestätigt. Auszahlungen gehen nur auf ein Bank- oder Postkonto in der Schweiz oder in Liechtenstein, das auf den eigenen Namen lautet; anonyme oder Krypto-Auszahlungen sind ausgeschlossen.
Wer ein Konto auf Drittperson verwendet, erhält keine Auszahlung – wer seinen Gewinn nicht selbst empfangen kann, hat verloren. Kredit an Spielende ist nach BGS ebenfalls verboten.
Auszahlungsfristen
Swisslos überweist innert 5 bis 10 Arbeitstagen aufs Konto, sofern die zweite Auszahlung im Jahr noch nicht erreicht ist. Höhere Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Bankverbindung innert drei Arbeitstagen ausgezahlt. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar – wer mit einem Bonus gewinnt, kann den Bonusbetrag nicht einfach aufs Konto ziehen.
Wer Quoten vergleicht, sollte nicht nur die Quote sehen, sondern auch die Auszahlungsseite mitbedenken: was am Ende tatsächlich ankommt, ist wichtiger als ein paar Rappen Unterschied in der Quote.
Steuern und Verrechnungssteuer – wie Gewinne zu versteuern sind
Die Schweiz kennt keinen Wettsteuerabzug auf den Einsatz – der Einsatz wird nicht besteuert, nur der Gewinn, und auch der erst oberhalb des Freibetrags.
Freibetrag und Verrechnungssteuer
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt seit dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag weicht ab. Oberhalb dieses Freibetrags zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung rückforderbar ist.
Eine typische Wettende gewinnt weit unter dem Freibetrag. Wer mit einem Einsatz von CHF 50 bei einer Quote von 5.00 spielt und richtig liegt, gewinnt CHF 250 Brutto – das liegt mit grosser Sicherheit unter jedem massgeblichen Freibetrag, und weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer fallen an. Wer hingegen bei einer Quote von 100’000 einen Einsatz von CHF 10 setzt und Recht behält, kommt auf einen Bruttogewinn von CHF 1’000’000 – und überschreitet den Freibetrag.
Ausländische Anbieter
Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen keiner Verrechnungssteuer, weil die Schweizer Behörden keinen Zugriff auf den ausländischen Veranstalter haben. Die kantonale Steuerpraxis behandelt diese Gewinne aber durchaus unterschiedlich – Thurgau etwa besteuert sie voll als Einkommen, andere Kantone legen dieselbe Logik wie bei Schweizer Grossspielen an. Wer bei einem internationalen Anbieter spielt, sollte sich bei seiner kantonalen Steuerverwaltung oder einem Steuerberater erkundigen, was für den Wohnkanton gilt. Hier hilft keine globale Aussage.
Werbe- und Bonusregeln – was die Schweiz erlaubt und was nicht
Wer in der Schweiz Werbung für ausländische Glücksspiele sieht, sieht etwas, was das Gesetz ausdrücklich verbietet: Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS untersagt und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft. Schweizer Veranstalter dürfen werben, aber nicht in aufdringlicher oder irreführender Weise und nicht gezielt an Minderjährige oder gesperrte Personen.
Sporttip bietet einen Kombiboost: mindestens vier Voraussagen, jede mit Quote ≥ 1.50, der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Der Boost gilt nur online. Quotenboosts und Profitboosts sind pro Spielende nur einmal nutzbar und sind in Einsatz und Erhöhung limitiert – bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen nach Art. 75 Abs. 2 BGS die vorgängige Zustimmung der Gespa; die Gespa hat 2025 gemäss Forschungsstand 24 solche Bewilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt.
Häufige Fragen zu Wettquoten
Wie werden Wettquoten berechnet, und was gehört zur Marge?
Eine Quote entsteht aus einer geschätzten Wahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge des Veranstalters. Bei einem ausgeglichenen Match mit zwei Ausgängen und Quoten von 1.90 / 1.90 beträgt die implizite Wahrscheinlichkeit pro Ausgang 52.63 %, was zusammen 105.26 % ergibt – die Differenz zu 100 % ist die Marge des Veranstalters.
Wie lässt sich aus der Dezimalquote die implizite Wahrscheinlichkeit ausrechnen?
Die Rechnung ist schlicht: 1 ÷ Quote. Eine Quote von 2.50 entspricht 40 %, eine Quote von 1.25 entspricht 80 %. Die ausgewiesene Wahrscheinlichkeit schliesst die Marge des Veranstalters bereits ein, sie ist also kein «faires» Abbild der tatsächlichen Chancen.
Warum ändern sich Quoten vor einem Spiel und während einer Livewette?
Drei Gründe: neue Informationen wie Verletzungen oder Aufstellungsänderungen, das Wettvolumen, das die Position des Veranstalters ins Ungleichgewicht bringt, und das eigene Risikomanagement, das die Bilanz im Auge behält. Livewetten reagieren schneller, weil die Zeit zwischen Information und Anpassung kurz ist.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote gerundet?
Bei Sporttip: Gewinn = Einsatz × Quote, zuerst auf zwei Nachkommastellen aufrunden, dann auf 5 Rappen genau abrunden. Aus 66.88 wird so 66.90. Bei kleinen Einsätzen ist die Rundung vernachlässigbar, bei vielen kleinen Wetten kann sie sich summieren.
Wie entsteht die Gesamtquote einer Kombiwette aus den Einzelquoten?
Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten: 1.60 × 2.20 × 1.90 = 6’688. Wer CHF 10 einsetzt, gewinnt bei Totalerfolg CHF 66.88 brutto, also CHF 56.88 netto. Eine einzige falsche Voraussage lässt die ganze Wette leer ausgehen – die Kombi ist nicht einfach eine Mehrfachwette, sondern eine Alles-oder-nichts-Wette.
Quoten – hockeywetten
Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»
