Wie Quoten bei Schweizer Sportwetten funktionieren

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Ladevorgang...

Eine kleine Messingwaage mit zwei Kieselsteinen in den Schalen steht auf einem Holzbrett.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026 — geprüft an den Spielregeln Sporttip (Swisslos) und am Règlement Jouez Sport (Loterie Romande).

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Eine Quote ist im Kern eine verdichtete Wahrscheinlichkeitsaussage — und gleichzeitig ein Preisschild. Wer bei einem Fussballspiel eine Heimquote von 2.10 sieht, soll daraus lesen können, wie der Anbieter das Kräfteverhältnis einschätzt, und soll gleichzeitig wissen, was ein Franken Einsatz für jeden Moment Gewinn zurückbringt. Diese Doppelfunktion ist der Grund, warum dieselbe Zahl zwei Fragen zugleich beantwortet, und auch der Grund, warum sie so oft missverstanden wird.

Was hier zu lesen ist: erst die Mechanik hinter der Quote, dann der rechtliche Rahmen in der Schweiz, dann der Spielerschutz, dann die Wettmärkte im Detail und zuletzt ein Ranking der Anbieter nach den Kriterien, die sich aus Quote und Marge ergeben. Am Ende stehen Antworten auf sechs Fragen, die bei der Mechanik immer wiederkehren.

Was eine Dezimalquote über ein Spiel aussagt

Eine Dezimalquote ist nichts anderes als der Kehrwert der eingeschätzten Wahrscheinlichkeit, den der Anbieter veröffentlicht — multipliziert mit einem Faktor, der seine Marge enthält. Eine Quote von 2.10 entspricht einer «fairen» Wahrscheinlichkeit von etwa 47.6 % (100 geteilt durch 2.10), eine Quote von 1.50 entspricht rund 66.7 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %. Wer das rechnet, sieht sofort, dass die Quote umso tiefer ausfällt, je sicherer der Ausgang dem Anbieter erscheint.

Eine Passstrasse zieht sich in Kehren einen Alpenhang hinauf, kein Fahrzeug ist zu sehen.
Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben.

Der zweite Blick gehört der Summe der Kehrwege. Bei einem Dreiwege-Markt mit Quoten 2.10 für Heimsieg, 3.40 für Unentschieden und 3.60 für Auswärtssieg ergibt sich: 1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60 ≈ 0’476 + 0’294 + 0’278 = 1’048. Die Summe ist grösser als 1, und genau diese Überzahlung ist die Marge des Buchmachers. Im genannten Beispiel liegen rund 4.8 % der Einsätze dauerhaft beim Anbieter — was umgerechnet einer Auszahlungsquote von etwa 95.4 % entspricht.

Wer Quoten verschiedener Anbieter vergleicht, vergleicht deshalb immer zwei Dinge zugleich: die Einschätzung des Spiels und die Grosszügigkeit der Marge. Eine scheinbar bessere Quote kann von einer versteckten Marge stammen, eine scheinbar schlechtere von einem scharfen Buchmacher. Ohne den Vergleich der Kehrwege ist nicht zu entscheiden, welche der beiden Lesarten zutrifft.

Wie sich die Marge berechnet und wo sie zuschlägt

Die Auszahlungsquote eines Marktes berechnet sich als 1 ÷ (Summe der Kehrwege aller Ausgänge). Bei einem Zweiwege-Markt mit Quoten 1.90 und 1.90 ergibt sich 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 = 0.9500 — eine Auszahlungsquote von 95.0 % und damit eine Marge von 5.0 %. Bei drei Wegen mit identischer fairem Wert (3.00, 3.03, 3.03) läge die Marge schon bei etwa 0.7 %; bei sehr unausgewogenen Märkten (1.20, 6.50, 17.00) klettert sie schnell über 8 %, weil die langen Quoten den Kehrwertenschnitt aufpumpen.

Ein Regenschirm liegt auf einer nassen Treppe zwischen leeren Zuschauerrängen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Die Faustregel: Je mehr Ausgänge ein Markt hat und je ausgeglichener die Quoten sind, desto näher rückt die Marge an das technische Minimum. Je exotischer der Markt ist — Handicap-Kombinationen, exakte Ergebniszahlen, Spielerstatistiken — desto grosszügiger fällt die Marge typischerweise aus, weil dort weniger Vergleich stattfindet und der Wettende die Zusammensetzung des Marktes weniger leicht überprüfen kann.

Die Marge ist keine versteckte Gebühr. Sie ist offen in den Quoten eingebacken, sie lässt sich aus den Quoten rekonstruieren, und sie schlägt mit jedem Einsatz zu, nicht erst bei einem Verlust. Wer zehn Franken auf einen Markt mit 5 % Marge setzt, gibt real 9.50 Franken an den Anbieter weiter und 0,5 Franken an dessen Vorteil ab — unabhängig davon, ob die Wette gewinnt oder verliert.

Warum Quoten sich bewegen und was das für die Wette bedeutet

Quoten sind zum Zeitpunkt der Wetteniteration. Sie passen sich an neue Informationen an — Verletzungen, Aufstellungsänderungen, Wetter, Wetten oder eine Verschiebung der Markteinschätzung. Für die Wette zählt nur der Wert, der zum Zeitpunkt des Wettenbestands im System erfasst ist, und nicht der, der später angezeigt wird. Wer die Quote «mitnimmt», nimmt den damaligen Stand mit; wer später schaut und nachjustieren will, schliesst eine neue Wette ab.

Bei Livewetten ist diese Mechanik am deutlichsten sichtbar. Eine Quote kann innerhalb weniger Sekunden fallen, wenn ein Tor fällt, und sie kann in den letzten Minuten vor dem Abpfiff nochmals kräftig schwanken, wenn ein Heimsieg plötzlich wahrscheinlicher wird. Swisslos schreibt in den Sporttip-Spielregeln ausdrücklich, dass die Wette unabhängig davon gilt, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird — eine Quote ist also an das Ereignis gebunden, nicht an ein Livebild. Wer nach einem Tor noch «live» auf den vorigen Spielstand wettet, wettet im strengen Sinn auf eine veraltete Ausgangslage und riskiert, dass die Quote bis zum Wettenbestand nach unten korrigiert wird.

In spielentscheidenden Situationen — Elfmeterschiefeiten, Rote Karten, VAR-Entscheide — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden. Praktisch bedeutet das: Wer in einer solchen Phase noch schnell klickt, sehen sich am Ende mit einer wertlosen Wette 1.00 wieder. Wer in der Hektik nicht mitbekommt, dass das Spielgerade für heute fällt, verliert in der Regel nichts — ausser dem Einsatz.

Wie die Auszahlung aus Einsatz und Quote folgt

Bei Sporttip — und identisch bei Jouez Sport — berechnet sich der Gewinn aus dem Produkt von Einsatz und Quote. Wer 10 Franken auf eine Quote von 2.10 setzt, erhält bei einem Gewinn 21.00 Franken zurück, wovon 10 Franken Einsatz sind und 11 Franken Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote: Drei Voraussagen mit 2.10, 1.80 und 3.40 ergeben eine Gesamtquote von 12’852, und 5 Franken Einsatz werden bei einem Gewinn zu 64 Franken Bruttogewinn.

Swisslos rundet die Auszahlung in zwei Schritten: zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Aus 21.00 wird also 21.00; aus 64.42 (5 × 12’852 = 64.26, aufgerundet auf 64.26, abgerundet auf 64.25) wird 64.25 Franken. Die Rundung schluckt bei kleinen Einsätzen kaum etwas, bei kleinen Quoten mit unrunden Endungen fallen die Abweichungen ebenfalls kaum ins Gewicht; bei Kombiwetten mit vielen Beinen können sich die Abweichungen aber zu einem spürbaren Effekt summieren.

Loterie Romande wickelt Auszahlungen ähnlich ab, verzichtet aber auf die zweistufige Rundung. Was die Quote anbelangt, so gilt: Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss bei Loterie Romande mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, alles darüber ist bei Loterie Romande nicht zulässig.

Rechtlicher Rahmen für Sportwetten in der Schweiz

In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Aufsichtsbehörde ist die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern), nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel; die Veranstalterbewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben in der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) festgelegt, dass in der Schweiz nur zwei Veranstalterinnen Sportwetten anbieten dürfen: Swisslos (mit dem Produkt «Sporttip») und Loterie Romande (mit dem Produkt «Jouez Sport»). Beide sind Genossenschaften mit Sitz in Basel beziehungsweise Lausanne. Eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel sind nötig; die Veranstalterbewilligung gilt nur in der Schweiz.

Das hat unmittelbare Konsequenzen für die Anbieterlandschaft: Eine in Malta oder Curaçao ausgestellte Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer im Inland ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft; aber sein Einsatz und sein Gewinn können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Swiss recourse in Auszahlungsstreitigkeiten.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste von Domains ausländischer Anbieter, die Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre blocken (Art. 86-93 BGS). Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste, und gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt. Das nützt dem Spieler wenig, der den Anbieter ohnehin schon gefunden hat; es bremst aber den Zugang für neue Spielerinnen und Spieler.

Was in der Schweiz gewettet werden darf

Das Wettprogramm ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wetten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden spielen nur, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie auf der Liste stehen; Rangwetten Wettbewerbe nur, wenn die Rangierung den Ausgang für eine internationale Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind keine Wettbewerbe im Sinne der Liste. Die Liste führt keine Eckstoss- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion — was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden.

Livewetten sind erlaubt, Prematch und Live, wenn der Anbieter eine entsprechende Bewilligung hat. Das BGS enthält keine statutarische Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist eine eigene Einrichtung jedes Sportfittings und wird als zum Beispiel Sporttip geregelt — vollständiges Cash-Out nur, ohne Teilauszahlung, nicht garantiert für jeden Markt.

Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind vom Wetten ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Auf das Wettereignis darf nur wetten, wer nicht selber als Wettkämpfer beteiligt ist (Swisslos-Spielregeln). Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Wer in der Schweiz online wetten darf

Die Online-Registrierung bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und nur eine Registrierung pro Person. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft und gegen Adressdatenbanken abgeglichen. Loterie Romande verlangt Wohnsitz im Vertragsgebiet (FR, GE, JU, NE, VD, VS). Minderjährige sind vom Online-Spiel entfernt ausgeschlossen (Art. 72 BGS).

Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst die deutschsprachigen Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), den Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in einem anderen Kanton wohnt, kann bei Swisslos kein Online-Konto eröffnen, in diesem Fall: Wer in der Romandie wohnt, ist auf Loterie Romande beschränkt. Eine Spielsperre in einem Anbieter wirkt automatisch auch im anderen Anbieter und in Schweizer Casinos (inklusive Online-Casinos) sowie in Liechtenstein.

Bestehen und Verlustgrenzen

Sie sind bei Sporttip obligatorisch: Vor der ersten Wetten-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimit für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit Obergrenze CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort; eine Erhöhung gilt erst nach 72 Stunden (das BGS schreibt 24 Stunden vor, Swisslos setzt 72 in den eigenen Terms an). Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimit für 30 Tage möglich.

Eine Senkung gilt sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Senkung tritt also sofort in Kraft, eine Erhöhung lässt dem System drei Tage, um ein typisches Ereignis abzuwarten. Eine Senkung gilt sofort: Das ist die einzige Stelle, an der das System sich selbst ausbremst. Die Schweiz hat keine statutarische festeinzahlungsgrenze.

Spielsperre und Sperrregister

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Spielsperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Ein freiwilliger Selbstausschluss von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Swisslos erfüllt das in drei Stufen: produktloser Selbstausschluss bis 180 Tage, schweizweiter Registereintrag bei unbefristeter Sperre, freiwillige Einzahlungslimit. Loterie Romande nennt analoge Regelungen; das schweizweite Register ist dasselbe.

Werbung und Boni

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet sein (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos.

Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze — wer eine solche behauptet, irrt. Wer eine Quellensteuer auf Gewinne zahlt, zahlt sie, weil sein Gewinn den Steuerfreibetrag übersteigt; dazu im folgenden Abschnitt mehr. Eine Promo-Code wird in diesem Artikel nicht abgedruckt, weil das Abdrucken eines Codes Werbung wäre, und Werbung für nicht bewilligte Anbieter ist verboten.

Besteuerung von Gewinnen

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt ausdrücklich Sportwetten — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundessteuerfreibetrag beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Steuersatzstau ist unterschiedlich, weshalb die Formulierung «je nach Kanton» angemessen ist. Oberhalb der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter der Schwelle: keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer; die kantonale Steuerrechtspraxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze — diese Angabe verbreitet sich hartnäckig, ist aber falsch.

Bei konkreten Beträgen der kantonalen Schwelle: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen. Eine pauschale Aussage über alle 26 Kantone wäre ungenau.

Spielerschutz: was hohe Quoten mit dem Risiko machen

Hohe Quoten wirken verlockend, weil sie viel versprechen. Was sie tatsächlich versprechen, ist eine kleinere Gewinnwahrscheinlichkeit — und genau darin liegt das Risiko. Eine Quote von 4.00 entspricht 25 % Wahrscheinlichkeit; eine Quote von 10.00 entspricht 10 %. Wer die Quote verdoppelt, vervierfacht den möglichen Gewinn, halbiert aber gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass die Wette überhaupt aufgeht.

Die Mechanik der Kombiwette verstärkt diesen Effekt. Drei Voraussagen mit 2.10, 1.80 und 3.40 ergeben eine Gesamtquote von etwa 12.85 — aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei aufgehen, ist nicht 1/12.85, sondern das Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten (rund 47.6 % × 55.6 % × 27.8 % = 7.4 %). Die Gesamtquote drückt das aus, was die Wette wert und gleichzeitig sind wird, nicht das, was die Wette wahrscheinlich macht.

Wer sein Verlustlimit einmal gesetzt hat, sollte es unabhängig von der Quote einhalten. Eine hohe Quote verleitet dazu, den Einsatz zu erhöhen — als ob eine grössere Belohnung auch ein grösseres Risiko rechtfertige. Sie rechtfertigt es nicht: das Verlustrisiko ist dasselbe, der Einsatz ist dasselbe, und nur der mögliche Erlös ist das andere. Wer 30 Franken statt 10 Franken setzt, verliert im selben Fall dreissig statt zehn, und die Wahrscheinlichkeit, mit der er verlieren wird, ändert sich nicht.

Quotenboost und Profitboost

Sporttip bietet zwei Boosts an, die sich vor Wahrheit der Werbung genau anschauen lohnen: Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Gewinn limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Was so klingt, als würde der Anbieter dem Wettenden etwas schenken, ist in Wirklichkeit eine Marketingaktion: Der Boost ist nur eine vorübergehende Anhebung der Quote, der Gewinn bleibt hinter dem Marktstandard zurück.

Kombiboost

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Der Boost wird also auf der Streuung der Beine, nicht auf der Quote selbst berechnet; wer viele Voraussagen kombiniert, bekommt viel Bonus. Allerdings sind der Einsatz und die Gewinnerhöhung limitiert, und der Bonus wird auf den Nettogewinn berechnet, nicht auf den Bruttogewinn.

Was im Kleingedruckten steht: Der Nettogewinn ist der Bruttogewinn abzüglich Einsatz. Bei einem Einsatz von 10 Franken und einer Gesamtquote von 50 ist der Bruttogewinn 500 Franken, der Nettogewinn 490 Franken, der Boost bei sieben Voraussagen mit 20 % sind 98 Franken. Der reale Gewinn liegt also bei 588 Franken, der reale Wert des Boosts liegt bei 98 Franken. Das ist kein schlechter Wert — aber es ist auch kein Geschenk. Der Anbieter nimmt dafür im Gegenzug die Marge aus den erhöhten Quoten, und auf vier oder fünf Voraussagen ist der Bonus noch klein.

Wettmärkte und ihre Mechanik

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette und Livewette sind die vier Grundtypen, mit denen Sporttip und Jouez Sport arbeiten. Sie unterscheiden sich nicht in der Quote selbst, sondern in der Art, wie die Quoten kombiniert werden, und in den Limits, die für sie gelten.

Eine Einzelwette ist die einfachste Form: Eine Voraussage, eine Quote, ein Gewinn oder Verlust. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzelwetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2) und der Höchsteinsatz bei CHF 500. Eine Einzelwette kann bei beiden Anbietern vor und während des Spiels abgeschlossen werden.

Eine Kombiwette kombiniert mehrere Voraussagen zu einer Gesamtquote: Die Einzelquoten multiplizieren sich. Bei Sporttip gibt es keine obere Grenze für die Anzahl Voraussagen; bei Loterie Romande sind 2 bis 10 Voraussagen erlaubt. Bei beiden Anbietern gilt: Je mehr Beine, desto höher die Marge im Produkt, desto kleiner die effektive Auszahlungsquote. Eine 5er-Kombi mit Einzelquoten 1.50, 1.70, 1.80, 1.90, 2.00 hat eine Gesamtquote von 17’442 und eine faire Wahrscheinlichkeit von rund 5.7 % (1/17’442); die effektive Auszahlungsquote liegt näher am Fünfer-Produkt der Einzelmargen, in der Regel unter 90 %.

Eine Systemwette ist eine Kombiwette, bei der nicht alle Voraussagen aufgehen müssen, damit die Wette gewinnt. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000. Eine Systemwette erlaubt es, das Risiko zu streuen, ohne auf den möglichen Gewinn zu verzichten — allerdings zahlt der Anbieter dafür einen höheren Mindesteinsatz, weil er mehrere Kombinationen abschliesst.

Livewette: Wette innerhalb des Spiels

Eine Livewette wird während des Spiels platziert. Die Quoten sind dieselben wie vor dem Spiel, nur passen sie sich an die Spielsituation an. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird — eine Quote ist also an das Ereignis gebunden, nicht an ein Livebild.

In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden. Praktisch bedeutet das: Wer in einer solchen Phase noch schnell klickt, sehen sich am Ende mit einer wertlosen Wette 1.00 wieder. Wer in der Hektik nicht mitbekommt, dass das Spielgerade für heute fällt, verliert in der Regel nichts — ausser dem Einsatz.

Eine Wette wird mit Quote 1.00 gewertet, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird. In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wird eine Wette mit Quote 1.00 gewertet, wird der Einsatz zurückbezahlt — sie wird ungültig.

Cash-Out: Wette vor dem Ende auswerten

Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt garantieren. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Was das in der Praxis heisst: Wer eine Wette vor dem Ende auswertet, gibt einen Teil des möglichen Gewinns ab, um den Gewinn sicher zu haben. Wer eine Wette mit Quote 5.00 abgeschlossen hat und das Spiel 1:0 steht, sieht eine Cash-Out-Quote, die typischerweise zwischen 3.50 und 4.50 liegt — der Anbieter behält einen Anteil als Sicherheit, der Anteil ist die Marge des Cash-Outs. Wer sich entscheidet, auszucashen, sieht einen kleineren Gewinn als den, den er sehen könnte, wenn er hält und das Spiel zu Ende spielt.

Abgesagte und verschobene Ereignisse

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Eine Wette mit Quote 1.00 zählt als gewonnen mit Einsatz, nicht als Verlust.

Was das im Kleingedruckten heisst: Wer eine Kombiwette mit fünf Voraussagen hat und eine wird abgesagt, wird diese Voraussage als gewonnen mit 1.00 gewertet — die Wette gewinnt mit den anderen vier Voraussagen. Bei einer Einzelwette gibt es den Einsatz zurück. Bei einer Systemwette wird die Wette ungültig, weil eine Voraussage fehlt — Swisslos erstattet den Einsatz für diese Voraussage zurück.

Wettkämpfer auf eigene Wettereignisse

Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, kann sich also nicht selbst wetten, und wer das doch tut, sieht die Wette ungültig. Bei Sporttip ist das explizit in den Spielregeln geregelt; bei Loterie Romande ist es in der Regel analog.

Regelspielzeit und Verlängerung

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiefeiten zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei Wetten auf «nächster Treffer» oder «Spielresultat nach Verlängerung» muss der Wettende darauf verweisen, dass die Verlängerung Gegenstand der Wette ist. Wer auf das reguläre Spielresultat wettet, wettet auf 90 Minuten plus Nachspielzeit, und ein Treffer in der Verlängerung zählt nicht.

Auszahlung von Gewinnen

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Wer keine Zahlungsverbindung hinterlegt hat, wird von Swisslos für die Auszahlung kontaktiert.

Verfall von Gewinnen

Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief an Swisslos zu erheben.

Eine andere Frist gilt für Loterie Romande: Der Règlement Jouez Sport schreibt eine eigene Frist vor, die in der Regel ebenfalls Wochen, nicht Jahre beträgt. Wer lange wartet, sieht im Gewinnfall nichts.

Anbietervergleich: Wer in der Schweiz was anbietet

In der Schweiz gibt es nur zwei Veranstalterinnen mit Schweizer Bewilligung: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide sind in der IKV 2020 als alleinige Inhaberinnen der Sportwettenbewilligung festgelegt. Eine Veranstalterbewilligung gilt nur in der Schweiz, eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung.

Ausländische Anbieter — Rabona, GG.BET, N1 Bet, Betclic, BillyBets, Boomerang Bet, Betscore, Sportuna — haben keine Schweizer Bewilligung. Sie sind im Inland nicht zugelassen, ihre Lizenz aus dem Ausland hat in der Schweiz keine Wirkung, und sie sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen. Sie stehen auf der Gespa-Sperrliste, ihre Domains werden per DNS-Sperre blockiert, und das Strafrecht gegen sie greift, nicht gegen den Spieler.

Die nachfolgende Tabelle ordnet die Anbieter nach ihrer Schweizer Bewilligung und ihrer Rolle im Inland. Die Spalten Bewilligung und Veranstalter tragen das, was die IKV 2020 und das Spielreglement festhalten; weitere Spalten füllen die Angaben aus dem Règlement und den Spielregeln. Was die Tabelle nicht füllt, steht in den AGB der Anbieter — eine ausländische Bewilligung heisst in der Schweiz nichts.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Lizenz
Swisslos Sporttip Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung, Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung, Gespa) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Sitz Lausanne; Produkt Jouez Sport
Rabona Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz (keine Wirkung in der Schweiz, Art. 4 BGS); Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
GG.BET Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz (keine Wirkung in der Schweiz); Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
N1 Bet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz (keine Wirkung in der Schweiz); Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
Betclic Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz (keine Wirkung in der Schweiz); Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
BillyBets Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz (keine Wirkung in der Schweiz); Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
Boomerang Bet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz (keine Wirkung in der Schweiz); Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
Betscore Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz (keine Wirkung in der Schweiz); Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen
Sportuna Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz (keine Wirkung in der Schweiz); Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen

Was die Tabelle zeigt, ist eine ausschliessliche Einteilung: In der Schweiz sind nur zwei Veranstalterinnen zugelassen, alles andere ist ausländisch und in der Schweiz nicht zugelassen. Wer in der Schweiz online wetten will, kommt an Swisslos oder Loterie Romande nicht vorbei. Wer ausländische Anbieter nutzt, tut dies ausserhalb des Schweizer Rechtsraums, ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Sperrregister, ohne Schweizer recourse.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die IKV 2020; die Sportwetten laufen unter dem Produktnamen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die deutschsprachigen Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), den Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; wer in der Romandie wohnt, ist auf Loterie Romande beschränkt.

Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten: CHF 1. Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette: CHF 1’000; für eine Systemwette: CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Eine Wette mit Quote über 100’000 ist nicht möglich.

Das Sporttip-Spielreglement Version 4.2 regelt die Auszahlung: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen auf die Gesamtquote, dann auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf 5 Rappen abgerundet. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote je mindestens 1.50 und gibt 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen.

Verdienst von Sporttip: Der Anbieter ist in der Deutschschweiz alternativlos und bietet ein vollständiges Online-Angebot mit Prematch, Live, Cash-Out, Systemwetten und Kombiboost. Wer im Vertragsgebiet wohnt, kommt an Sporttip nicht vorbei — und der Anbieter weiss das. Das zwingt nicht zu schlechteren Quoten, aber es bedeutet, dass die Marge nirgendwo sonst im Inland kontrolliert werden kann.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande mit Sitz in Lausanne. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das Vertragsgebiet deckt damit die Romandie vollständig ab. Verkaufsstellen gibt es 2’350 in der Westschweiz, das Unternehmen zählt 221 Mitarbeitende.

Mindesteinsatz online: CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2). Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten: CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette: CHF 300’000; Höchstgewinn aller Wetten eines Multiples zusammen: CHF 1’000’000.

Das Règlement Jouez Sport, 17. Ausgabe (September 2024), regelt die Auszahlung: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen auf die Gesamtquote. Die Rundung folgt zwei einfachen Schritten: auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, auf 5 Rappen abgerundet.

Verdienst von Jouez Sport: In der Romandie ist Loterie Romande alternativlos; sie bietet Online- und Verkaufsstellen-Angebot, eine klare Limitenstruktur und ein strenges Regelwerk. Die Mindestquote 1.10 schützt vor wirkungslosen Kombiwetten, das Multiples-Limit schützt vor extremen Quoten, das Höchstgewinn-Limit pro Multiple schützt den Anbieter und damit die Auszahlungsstruktur. Wer in der Romandie wohnt, kommt an Loterie Romande nicht vorbei.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Die übrigen Anbieter — Rabona, GG.BET, N1 Bet, Betclic, BillyBets, Boomerang Bet, Betscore, Sportuna — haben in der Schweiz keine Bewilligung. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen und werden per DNS-Sperre blockiert. Eine DNS-Sperre ist keine absolute Sperre — VPN, alternatives DNS, andere Domains umgehen sie.

Die Anbieter sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen: Wer sich bei einem Schweizer Anbieter sperren lässt, ist bei einem ausländischen Anbieter nicht gesperrt. Die Anbieter sind nicht an die Schweizer Identitätsprüfung gebunden: Wer ausländische Ausweisdokumente einhält, ist in der Schweiz nicht ausreichend identifiziert. Die Anbieter sind nicht an die Schweizer Auszahlungsregeln gebunden: Auszahlungen erfolgen nach deren Hausregeln, nicht nach Schweizer Recht.

Für Schweizer Spielerinnen und Spieler hat das folgende Konsequenzen: Es gibt keine Schweizer recourse in Auszahlungsstreitigkeiten. Die Gewinne sind nach kantonalem Recht steuerbar — der Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag. Die Anbieter können in der Schweiz strafrechtlich verfolgt werden, der Spieler wird nicht bestraft; aber sein Einsatz und sein Gewinn können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Wer mit einem ausländischen Anbieter wettet, wettet ausserhalb des Schweizer Rechtsraums.

Was bleibt: Wer auf der Suche nach besseren Quoten ist, sieht bei ausländischen Anbietern manchmal tiefere Margen. Was das wert und gleichzeitig sind wird, ist nicht die Quote, sondern der fehlende Schweizer Schutz.

Wie ein Wettender die Marge praktisch prüft

Wer eine Quote sieht und die Marge dahinter prüfen will, rechnet die Kehrwege aller Ausgänge zusammen und zieht die Summe von 100 % ab. Bei einem Dreiwege-Fussballmarkt mit Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 ergibt sich: 1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60 = 0’476 + 0’294 + 0’278 = 1’048, also 4.8 % Marge. Bei einem Zweiwege-Markt mit Quoten 1.90 und 1.90 ergibt sich: 1/1.90 + 1/1.90 = 1.0526, also 5.3 % Marge. Wer die Marge kennt, kennt die Auszahlungsquote — und damit den Anteil seiner Einsätze, der dauerhaft beim Anbieter bleibt.

Praktisch heisst das: Wer CHF 100 auf einen Markt mit 5 % Marge setzt, gibt real CHF 95 an die anderen Wettenden weiter und CHF 5 an den Anbieter. Wer das bei einem anderen Markt mit 3 % Marge macht, gibt CHF 97 weiter und nur CHF 3 an den Anbieter. Der Unterschied ist nicht riesig, aber er ist dauerhaft: Bei hundert Wetten zu CHF 100 sind es CHF 2’000 versus CHF 3’000 an Anbieter-Marge.

Die Marge ist über alle Märkte nicht gleich. Hauptmärkte — 1X2 im Fussball, Moneyline im Tennis, Sieger im Eishockey — haben typischerweise die tiefste Marge. Exotische Märkte — exakte Ergebniszahlen, Handicap-Kombinationen, Spielerstatistiken — haben höhere Margen, weil dort weniger Vergleich und weniger Wettbewerb stattfindet. Die Faustregel: Wer die Marge minimieren will, bleibt auf den Hauptmärkten.

Wie sich die Marge auf den Gewinn auswirkt

Die Marge schlägt mit jedem Einsatz zu, nicht erst beim Verlust. Wer CHF 10 auf eine Quote 2.10 setzt, gibt real CHF 9.50 an die anderen Wettenden weiter und CHF 0.50 an den Anbieter. Im Gewinnfall erhält er CHF 21.00 zurück; im Verlustfall verliert er CHF 10. Im Gewinnfall hat er also CHF 11 Nettogewinn; im Verlustfall hat er CHF 10 Verlust. Der Anbieter hat in beiden Fällen CHF 0.50.

Was das im Dauerlauf heisst: Wer jede Woche CHF 100 auf Hauptmärkte mit 5 % Marge setzt, verliert im statistischen Mittel CHF 5 pro Woche an die Anbieter-Marge. Wer das auf exotische Märkte mit 8 % Marge ausdehnt, verliert CHF 8 pro Woche. Die Marge ist also keine abstrakte Grösse, sondern ein konkreter wöchentlicher Verlust, der unabhängig von Gewinn und Verlust der einzelnen Wetten zustande kommt.

Wie die Marge in Livewetten funktioniert

In Livewetten ist die Marge oft höher als in Prematch-Märkten, weil der Anbieter die Quoten in Sekunden anpassen muss und nicht beliebig Zeit für eine Optimierung hat. Eine typische Live-1X2-Marge liegt bei 6 bis 8 %, im Vergleich zu 4 bis 5 % in Prematch. Bei Spielen mit grosser Dynamik — Tennis beim ersten Aufschlag, Fussball nach einer Roten Karte — kann die Marge kurzzeitig auf 10 % und mehr steigen, weil der Anbieter sich gegen einseitige Wetten absichert.

Wer in Livewetten aktiv ist, zahlt also tendenziell eine höhere Marge. Wer das vermeiden will, bleibt auf Prematch-Märkten oder auf gut berechneten Handicap-Linien, wo die Marge weniger volatil ist.

Was die Schweizer Mechanik der Legitimation mit sich bringt

Die Schweizer Mechanik ist nicht billig: Sie kostet die typische Wettende die tiefere Marge und damit eine schlechtere Auszahlungsquote, als sie ein ausländischer Anbieter bieten würde. Was sie dafür bringt, ist Schweizer Schutz — Schweizer Bewilligung, Schweizer Sperrregister, Schweizer recourse, Schweizer Auszahlungsregeln. Beide Seiten haben ihren Preis.

Wer das eine will, muss das andere nehmen. Wer die tiefere Marge will, muss die fehlende Schweizer Bewilligung nehmen und mit der Unsicherheit leben, dass Stakes im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden können. Wer die Schweizer Bewilligung will, muss die tiefere Marge in Kauf nehmen und damit leben, dass die Quote im Inland nicht so grosszügig ist wie im Ausland.

Was bleibt: Die Schweiz hat in der IKV 2020 festgelegt, dass es nur zwei Veranstalterinnen gibt, und die Gespa beaufsichtigt diese beiden. Eine Reform würde eine Änderung der IKV verlangen, und eine Reform ist nicht in Sicht. Wer in der Schweiz wettet, wettet mit Swisslos oder Loterie Romande — oder er wettet im Ausland und nimmt die Konsequenzen in Kauf.

Häufige Fragen zu Quoten bei Schweizer Sportwetten

Wie funktionieren Dezimalquoten, und was bedeutet eine Quote von 2.10?

Eine Dezimalquote gibt an, wie viel ein Einsatz von 1 CHF bei einem Gewinn zurückbringt, einschliesslich Einsatz. Eine Quote von 2.10 bedeutet: Für 1 CHF Einsatz erhält der Spieler 2.10 CHF zurück, wovon 1 CHF Einsatz und 1.10 CHF Nettogewinn sind. Die faire Wahrscheinlichkeit beträgt rund 47.6 % (100 geteilt durch 2.10), die effektive Wahrscheinlichkeit ist wegen der Marge des Anbieters etwas tiefer.

Wie werden Quoten berechnet, und welche Rolle spielt die Marge des Anbieters?

Die Quote ist der Kehrwert der eingeschätzten Wahrscheinlichkeit, multipliziert mit der Marge des Anbieters. Bei einem Zweiwege-Markt mit Quoten 1.90 und 1.90 ergibt sich die Überzahlung (Overround) aus der Summe der Kehrwege minus 1: 1/1.90 + 1/1.90 = 1.0526, das Overround beträgt also 5.26 %, die Marge damit 5.0 %. Die Marge ist in jeder einzelnen Quote eingebacken und nicht eine zusätzliche Gebühr; sie schlägt mit jedem Einsatz zu, unabhängig davon, ob die Wette gewinnt oder verliert.

Wie wird aus Einsatz und Quote der Gewinn berechnet, und wie wird er gerundet?

Bei Sporttip und Jouez Sport berechnet sich der Gewinn aus dem Produkt von Einsatz und Quote (bei Kombiwetten auf die Gesamtquote). Swisslos rundet rundet zuerst auf zwei Nachkommastellen auf, dann auf 5 Rappen ab; Loterie Romande folgt einer ähnlichen Regelung. Aus 5 × 12’852 werden 64.25 CHF, nicht 64.26 CHF. Die Rundung verschluckt kleine Beträge und fällt bei kleinen Einsätzen kaum ins Gewicht.

Wie entsteht bei einer Kombiwette die Gesamtquote?

Die Einzelquoten multiplizieren sich zur Gesamtquote: Drei Voraussagen mit 2.10, 1.80 und 3.40 ergeben 12’852. Bei Sporttip gibt es keine obere Grenze für die Anzahl Voraussagen; bei Loterie Romande sind 2 bis 10 Voraussagen zulässig. Wer eine Quote unter 1.10 in der Kombi hat, riskiert bei Loterie Romande die Ungültigkeit der Wette, weil die Mindestquote pro Bein 1.10 ist.

Welcher Anbieter hat die besten Quoten, und warum lässt sich das nicht allgemein beantworten?

Innerhalb der Schweiz gibt es nur zwei Veranstalterinnen mit Bewilligung: Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport). Die Quoten unterscheiden sich je nach Markt, Sportart und Zeitpunkt; eine allgemein gültige Aussage über «die besten Quoten» lässt sich nicht treffen, weil die Quoten live angepasst werden und ein Vergleich mehrere Märkte erfasst. Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung können tiefere Margen anbieten, haben aber keine Schweizer Bewilligung und keine Schweizer recourse.

Was ändert sich, wenn Quoten bei Livewetten schwanken, und welche Quote gilt beim Abschluss der Wette?

Bei Livewetten werden die Quoten sekündlich an die Spielsituation angepasst. Für die Wette zählt die Quote, die zum Zeitpunkt des Wettenbestands im System erfasst ist — nicht die, die später angezeigt wird. Wer eine Wette nach einem Tor abschliesst, sieht im Wettenbestand die Quote zum Zeitpunkt nach dem Tor, nicht die Quote vor dem Tor. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeterschiefeiten, Rote Karte, VAR-Entscheid) kann Sporttip Wetten mit Quote 1.00 werten, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen platziert werden. Der Einsatz wird dann zurückbezahlt, die Wette zählt als ungültig.

Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»