Kombiwetten-Strategie 2026: was ein Schein die Wettenden kostet

Updated Oktober 2026
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Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und ein gespitzter Bleistift liegen auf einem hellen Holztisch im Morgenlicht.

Eine Kombiwette sieht im Wettschein aus wie ein Schnäppchen: zwei Voraussagen, die Gesamtquote springt von 1.85 auf über 3, mit einer dritten oder vierten Auswahl geht es in den zweistelligen Bereich. Wer so einen Schein spielt, zahlt dafür aber einen Preis, der im Schein nicht steht — eine Buchmacher-Marge, die mit jeder hinzugefügten Voraussage wächst, und ein Risiko, das nicht addiert, sondern multipliziert wird. Wer in der Schweiz eine Kombiwette platzieren will, hat zudem nur zwei Gegenstellen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles andere spielt sich auf Plattformen ab, die in der Schweiz keine Bewilligung haben.

Der Sporttip-Kombiboost gilt ab vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50: 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn.

Dieser Text nimmt die Strategie der Kombiwetten auseinander, nicht ihren Anreiz. Er rechnet vor, was ein typischer Wettschein an Marge trägt, was der Kombiboost bei Sporttip tatsächlich auslöst und welche Limits, Fristen und Regeln gelten. Die Daten sind mit Stand Oktober 19, 2026 geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) sowie gegen das Réglement Jouez Sport.

Warum eine Kombiwette überhaupt funktioniert — und warum sie es meistens nicht tut

Eine Kombiwette fasst mehrere Einzelwetten zu einem Schein zusammen. Gewonnen ist der Schein erst, wenn jede einzelne Voraussage eintrifft; verliert auch nur eine, ist der gesamte Einsatz weg. Das unterscheidet die Kombiwette von der Einzelwette: dort zählt jede Voraussage für sich, dort reicht ein Treffer, dort ist der Einsatz einer einzelnen Wette verloren, nicht der eines Sammelscheins.

Leere Tribünenränge eines Fussballstadions in der Abenddämmerung, über dem Rasen leuchten die Flutlichter.
Bei Sporttip-Kombinationen ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten. Wer auf drei Spiele mit Quoten 1.90, 2.20 und 1.75 setzt, spielt eine Gesamtquote von rund 7.32. Aus einem Einsatz von CHF 10 wird im Trefferfall ein Bruttogewinn von CHF 73.20. So weit die Mechanik.

Was die Mechanik nicht zeigt: In jeder Einzelquote steckt eine Marge des Veranstalters, und in einer Kombiwette wird diese Marge nicht einfach addiert, sondern vervielfacht. Bei einem Zwei-Weg-Markt, etwa einem ausgeglichenen Fussballspiel ohne Unentschieden-Tendenz, würde ein Buchmacher ohne eigenen Vorteil beide Seiten mit 2.00 quotieren. In der Realität liegen die Quoten knapp darunter. Bei 1.90 gegen 1.90 addieren sich die Kehrwerte zu 1.0526; die Auszahlungsquote ist knapp 95 %, die Marge liegt bei rund 5 %. Bei einer Drei-Wege-Wette im Fussball, wo Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg typischerweise mit 2.10, 3.40 und 3.20 quotiert werden, summieren sich die Kehrwerte zu 0’476 + 0’294 + 0’313, die Auszahlungsquote erreicht nur knapp 92 %, die Marge steigt auf über 8 %.

Sobald diese Quoten in einer Kombiwette multipliziert werden, trägt jede Voraussage ihre Marge in das Produkt hinein. Schon eine Zwei-Wege-Kombination mit zwei «fairen» Einzelquoten von 1.90 ergibt eine Gesamtquote von 3.61 statt der mathematisch erwarteten 4.00. Bei einer Fünf-Wege-Kombination mit derselben Ausgangsquote schrumpft die Gesamtquote von 32.00 auf etwa 18.79 — der Buchmauer-Beiwert kumuliert sich. Eine Strategie, die Voraussagen aussucht, muss also mehr leisten, als nur die Wahrscheinlichkeit jedes Einzelergebnisses zu schätzen: Sie muss die Marge in jeder Quote überschiessen, und das in jeder Bein-Wahrscheinlichkeit gleichzeitig.

Die Rechnung dahinter ist nüchtern. Ein Markt mit einer Auszahlungsquote von 95 % behält 5 Rappen pro eingesetzten Franken. Ein Wettender, der eine Einzelwette mit Quote 1.90 spielt und die korrekte Wahrscheinlichkeit des Ausgangs auf 55 % schätzt — was über den vom Markt implizierten 52.6 % liegt —, hat einen Erwartungswert, der positiv ist. Ein Wettender, der zwei voneinander unabhängige Voraussagen mit derselben Quote 1.90 spielt und die Wahrscheinlichkeit jeder einzelnen ebenfalls auf 55 % schätzt, sieht sich einer kombinierten Trefferwahrscheinlichkeit von 30.25 % gegenüber. Die Gesamtquote ist 3.61, der erwartete Rückfluss ist 0.3025 × 3.61 = 1’092, immerhin noch positiv. Bei drei Voraussagen sinkt die kombinierte Wahrscheinlichkeit auf 16.6 %, die Gesamtquote liegt — wenn alle Einzelquoten gleich bleiben — bei 6.86, der erwartete Rückfluss fällt auf 1’139. Bei vier Voraussagen sind es 9.15 % Trefferwahrscheinlichkeit und 13.03 Gesamtquote, der erwartete Rückfluss liegt nur noch bei 1’193. Bei fünf Voraussagen schliesslich: 5 % Trefferwahrscheinlichkeit, 24.76 Gesamtquote, ein erwarteter Rückfluss von 1’245.

Die Zahlen zeigen ein Gegenargument, das viele Wettende übersehen: Die erwartete Rendite fällt mit jeder zusätzlichen Voraussage nicht dramatisch, solange die eigenen Schätzungen tatsächlich überlegen sind. Aber sie fällt sichtbar, wenn man die Varianz mitrechnet. Eine Fünf-Wege-Kombination mit 5 % Trefferwahrscheinlichkeit gewinnt in 19 von 20 Fällen nichts, im zwanzigsten Fall den 24.76-fachen Einsatz. Die meisten Wettenden erleben diese Konstruktion als lange Verlustserie mit einem Ausreisser am Ende. Wer das psychologisch nicht aushält, hat in einer Kombiwette nichts zu suchen, was über zwei Voraussagen hinausgeht.

Eine Strategie der Kombiwette beginnt also nicht mit der Frage «welche Spiele nehme ich», sondern mit drei Fragen, die früher kommen: Wie viele Voraussagen verkraftet mein Budget über die zu erwartende Verlustserie hinweg, wie viel Marge trage ich in jeder Quote mit, und woran erkenne ich, dass meine Einschätzung tatsächlich besser ist als die des Marktes? Erst wenn diese drei Fragen beantwortet sind, lohnt es sich, überhaupt anzufangen.

Was die Gesamtquote konkret macht — die Rechnung, die auf dem Wettschein fehlt

An einem konstruierten Beispiel lässt sich zeigen, wie schnell eine Kombiwette die Marge anhäuft. Wer drei Fussballspiele auswählt und auf eine Heimsiegquote von 2.10, ein Unentschieden von 3.40 und einen weiteren Heimsieg von 1.75 setzt, baut eine Gesamtquote von 2.10 × 3.40 × 1.75 = 12’495. Auf eine faire Marktquote übertragen wären diese drei Voraussagen ohne Marge bei 2.40, 4.00 und 2.00, das Produkt läge bei 19.20. Die Differenz zwischen 12’495 und 19.20 macht sichtbar, wie viel Marge die Quoten verschluckt haben: Mehr als ein Drittel des «fairen» Preises ist weg, bevor der erste Ball rollt.

Eine kopfsteingepflasterte Gasse mit Arkaden in einer Schweizer Altstadt im frühen Morgenlicht, niemand ist unterwegs.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Wer das in Euro oder Franken ausdrückt: Ein Einsatz von CHF 20 auf diesen Schein bringt im Gewinnfall CHF 249.90 brutto. Bei fairer Quote wären es CHF 384. Der Verlust durch Marge beträgt auf diesem einen Schein CHF 134 — und das in einer Welt, in der der Wettende nur gewinnt, wenn alle drei Voraussagen eintreffen. Diese Logik zieht sich durch jede Kombination.

Daraus folgt eine Triage, die viele Wettende nicht machen: Auswahlen, die der Veranstalter mit überhöhten Margen anlegt, gehören erst gar nicht in den Schein. Märkte, in denen die Auszahlungsquote unter 90 % fällt, sind für strategische Wetten praktisch unbrauchbar, weil der Wettende jede Runde eine zusätzliche Hürde überspringen muss. Bei Sporttip sind die Quoten je nach Sport und Markt unterschiedlich; bei populären Ligen wie der Schweizer Super League oder der Bundesliga liegt die Auszahlungsquote auf Hauptmärkten in der Regel zwischen 93 % und 95 %. Bei Randmärkten — Frauenfussball, untere Ligen, asiatische Handball-Ligen — fällt sie tiefer und kann unter 88 % rutschen. Wer eine Kombiwette aus Randmärkten zusammenstellt, trägt nicht nur das Risiko mehrerer Voraussagen, sondern auch eine überdurchschnittlich hohe Grundmarge.

Die Strategie gewinnt also dort am ehesten, wo die Basisquoten gut sind und die Voraussagen unabhängig voneinander. Bei Spielen aus derselben Liga, am selben Tag, mit ähnlichen Profilen steigt die Korrelation, und ein einziger Schock — ein Spielabbruch, eine Wetterbedingung, eine rote Karte — kann mehrere Beine gleichzeitig kippen.

Die zwei Veranstalter, in deren Rahmen die Kombiwette in der Schweiz stattfindet

In der Schweiz dürfen Sportwetten nur Veranstalter mit einer interkantonalen Bewilligung anbieten. Der Bund hat die Zahl der Veranstalter für Grossspiele — und Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz — auf zwei beschränkt: Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande für die Westschweiz. Beide Produkte — Sporttip und Jouez Sport — sind bewilligt und werden von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, beaufsichtigt.

Diese Ausgangslage definiert das Feld, auf dem eine Kombiwette in der Schweiz gespielt wird. Wer ein Konto bei einem ausländischen Anbieter eröffnet, bewegt sich ausserhalb dieser Bewilligung. Die Gespa pflegt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre blockieren; die Liste enthielt Ende 2025 671 Einträge. Plattformen ohne Schweizer Bewilligung bieten weder den Schutz des Schweizer Rechts noch den Anschluss an das Schweizer Sperrregister, und im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg.

Der Rahmen, in dem Sporttip und Jouez Sport spielen

Beide Veranstalter bewegen sich im selben rechtlichen Rahmen. Sie brauchen eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung; sie sind an die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa gebunden; sie müssen Spielende ab 18 Jahren identifizieren und ein Spielkonto auf deren Namen führen; sie müssen die Spielenden vor der ersten Wette eigene Verlustlimiten setzen lassen. Auszahlungen gehen ausschliesslich auf ein Bank- oder Postkonto, das auf den Namen des Spielkonto-Inhabers lautet; anonymer Zahlungsverkehr und Kryptowährungen sind ausgeschlossen.

Was die beiden Anbieter im Detail unterscheidet, zeigt der Abschnitt «Vergleich der Anbieter auf einen Blick». Vorher lohnt sich ein Blick auf das, was eine Kombiwette bei beiden Veranstaltern konkret heisst.

Kombiwetten bei Sporttip

Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag einer Wette so berechnet: Einsatz mal Quote. Bei Kombinationen ist die Quote die Gesamtquote, also das Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus CHF 10 Einsatz und Gesamtquote 7.32 ergibt sich also ein Gewinnbetrag von 73.20 brutto, abgerundet auf CHF 73.20.

Der Mindesteinsatz pro Einzel- und Kombinationswette liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz pro Einzel- und Kombinationswette bei CHF 1’000, der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen anpassen; eine Wette, die über der Limite liegt, wird nicht angenommen.

Der Online-Zugang zu Sporttip steht Spielenden ab 18 Jahren offen, die im Swisslos-Vertragsgebiet wohnen oder dort gewöhnlichen Aufenthalt haben. Die Vertragsgebietskantone sind AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und Liechtenstein. Wer dort wohnt und sich mit einem gültigen Ausweis online registriert, kann ein Swisslos-Spielkonto eröffnen; Spielende mit Wohnsitz in der Westschweiz gehören zum Gebiet der Loterie Romande.

Was die Spielregeln für die Kombiwette konkret regeln: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig. Bei Einzelwetten wird der Einsatz zurückerstattet, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00 — und der Schein wird auf den verbleibenden Beinen als reduzierte Kombiwette weitergeführt. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen ebenfalls mit Quote 1.00; bei spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder VAR-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Voneinander abhängige Voraussagen derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist, gibt es nicht. Wird ein Cash-Out ausgeführt, lässt es sich nicht rückgängig machen.

Eine kombinierte Wette mit Bonus-Komponente ist der Kombiboost, der nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten gilt. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, jeweils nach einem gestaffelten Modell. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost auf den ausgeführten Anteil.

Kombiwetten bei Jouez Sport

Bei Jouez Sport ist die Mechanik ähnlich, in den Parametern aber teilweise enger gefasst. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette und die Gesamtquote einer Kombination müssen mindestens 1.10 betragen und dürfen 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, und für alle Gewinne aus einem zusammenhängenden Multiple zusammen gilt eine Obergrenze von CHF 1’000’000.

Die Online-Registrierung läuft über jeux.loro.ch und steht Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in den Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf oder Jura offen. Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, an denen Scheine gespielt werden können — auch in Kombination mit der Online-Plattform.

Die Regeln, die unabhängig von der Plattform gelten

Die zentralen Spielregeln gelten in ähnlicher Form für beide Veranstalter. Sie folgen aus den Spielregeln und Teilnahmebedingungen der jeweiligen Produkte, die sich an der Gespa-Liste der bewilligten Wettarten orientieren.

Über die rechtliche Seite hinaus gibt es Regeln zum Spiel selbst: Die reguläre Spielzeit umfasst die normale Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei Sporttip werden Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, zugunsten des Swisslos-Zwecks verrechnet; eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief erfolgen.

Die Schutzmechanismen sind im Geldspielgesetz verankert. Wer spielt, muss volljährig sein. Wer wettet, darf nicht auf Ereignisse wetten, an denen er als Wettkämpfer teilnimmt. Jede Person darf sich nur einmal registrieren, die Identität wird gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer sich selbst sperren lässt, wird in einem schweizweiten Register eingetragen, das auch für Casinos und das Fürstentum Liechtenstein gilt. Eine Aufhebung ist nur nach Ablauf der Frist möglich; eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage lässt sich zusätzlich setzen.

Ein wichtiger Unterschied: Wer ein Wettereignis annulliert sieht und keine Nachholpartie innert 48 Stunden bekommt, verliert bei Einzelwetten nur den Einsatz zurück. Bei Kombinationswetten wird die ausgefallene Voraussage mit Quote 1.00 gewertet, der Schein wird also auf den verbleibenden Beinen weitergeführt. Bei einer Fünf-Wege-Kombination mit Gesamtquote 12 und einem Ausfall reduziert sich der Schein auf eine Vier-Wege-Kombination. Das ist günstiger als eine vollständige Annullierung, aber immer noch ein anderes Produkt als der Wettende ursprünglich gekauft hat.

Wer die Kombiwette anbieten darf — und wer nicht

Die Schweizer Rechtslage ist eindeutig: Nur zwei Veranstalter haben eine Bewilligung für Sportwetten. Swisslos und Loterie Romande. Beide sind Genossenschaften, beide verwenden ihre Erträge für gemeinnützige Zwecke in den Kantonen, beide werden von der Gespa beaufsichtigt. Eine Bewilligung eines anderen Kantons oder eines anderen Landes hat in der Schweiz keine Wirkung.

Wer trotzdem bei einem ausländischen Anbieter spielt, bewegt sich in einer Grauzone. Plattformen mit Lizenz in Curaçao, Malta oder anderswo werben aggressiv um Schweizer Kunden; die Gespa hat in den letzten Jahren Hunderte solcher Domains auf die Sperrliste gesetzt, und Schweizer Internetanbieter blocken sie per DNS. Die Spielerinnen und Spieler werden rechtlich nicht verfolgt, aber sie haben im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg, sind nicht im Schweizer Sperrregister erfasst und müssen damit rechnen, dass Gewinne aus ausländischen Grossspielen je nach Kanton anders besteuert werden. Im Kanton Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen besteuert.

Was im einen Kanton steuerfrei ist, kann im anderen ein zu deklarierender Gewinn sein. Wer ernsthaft spielt, muss diese Frage vor der ersten Auszahlung mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung klären.

Limits, die den Einsatz zähmen — selbst gesetzt und gesetzlich verlangt

Vor der ersten Wette müssen Spielende bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort; eine Erhöhung greift bei Swisslos erst nach 72 Stunden. Bei der Loterie Romande gelten vergleichbare Regeln, wobei die genauen Werte je nach Produkt variieren.

Diese Selbstbeschränkung ist nicht freiwillig — sie ist gesetzliche Pflicht und Voraussetzung für die Kontoeröffnung. Der Veranstalter muss nach dem Geldspielgesetz mindestens einen Höchstwert für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust verlangen. Eine Reduktion tritt sofort in Kraft; eine Erhöhung erst nach einer Karenzfrist.

Eine Spielsperre gibt es in zwei Varianten. Die befristete Sperre von 1 bis 180 Tagen kann bei Sporttip selbst gesetzt werden, ohne Möglichkeit der vorzeitigen Aufhebung. Die unbefristete Sperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos sowie für Liechtenstein. Sie kann frühestens nach drei Monaten und nur unter Mitwirkung einer Fachstelle aufgehoben werden.

Eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage ergänzt das Bild. Wer diese Limite aktiviert, kann pro Monat höchstens den selbst gesetzten Betrag auf das Swisslos-Spielkonto laden. Eine zweite Schutzschicht neben der Verlustlimite, die vor allem dazu dient, den Geldzufluss zu drosseln, nicht das Spielverhalten.

Wer ein Spielproblem bei sich erkennt, kann den Zugang bei Sporttip selbst sperren oder sich an eine externe Fachstelle wenden. Im Ernstfall ist die Spielsperre der zuverlässigere Weg; die Selbstlimitierung hilft nur, solange der Wettende sich daran hält.

Der Kombiboost bei Sporttip — was er kostet und was er bringt

Der Kombiboost ist eine online verfügbare Aufwertung, die an klare Bedingungen geknüpft ist. Er gilt für Prematch-, Live- und Systemwetten, jede Voraussage im Schein muss eine Einzelquote von mindestens 1.50 haben, und die Anzahl der Voraussagen bestimmt den Bonus-Prozentsatz auf den Nettogewinn.

Bei genau vier Voraussagen mit Quote ≥ 1.50 gibt es 5 % Bonus auf den Nettogewinn. Bei sieben Voraussagen steigt der Bonus auf 20 %. Bei zehn Voraussagen auf 40 %. Bei fünfzehn oder mehr Voraussagen erreicht er 100 %. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert; die genauen Werte stehen in den Spielregeln.

Was heisst das konkret? Ein Beispiel: Ein Wettender spielt eine Vierer-Kombination mit Gesamtquote 9.00 und Einsatz CHF 10. Der Bruttogewinn wäre CHF 90, der Netto­gewinn CHF 80. Mit 5 % Bonus auf den Nettogewinn erhöht sich der Gewinn auf CHF 84. Mit einer Zehner-Kombination mit Gesamtquote 250 und Einsatz CHF 2 wäre der Bruttogewinn CHF 500, der Nettogewinn CHF 498, und der Boost von 40 % würde den Nettogewinn um CHF 199.20 auf CHF 697.20 heben.

Diese Mechanik verändert die Strategie. Eine Zehner-Kombination ist nicht einfach das Zehnfache einer Zweier-Kombination; sie trägt einen Bonus von 40 %, der die Gesamtquote effektiv von 250 auf 350 hebt — aber nur, wenn alle zehn Voraussagen eintreffen. Bei einer realistischen Trefferwahrscheinlichkeit von rund 2.5 % pro Voraussage ist die kombinierte Trefferwahrscheinlichkeit einer Zehner-Kombination winzig. Die Strategiefrage lautet daher nicht: «Wie maximiere ich den Boost-Prozentsatz?», sondern: «Wo ist die Kombination aus Boost und eigener Trefferwahrscheinlichkeit, die im Vergleich zur Einzelwette noch einen positiven Erwartungswert hat?»

Wer den Boost nutzt, sollte sich zudem mit zwei weiteren Regeln befassen. Der Boost gilt nur online und nur einmal pro Wettendem auf einer gegebenen Wette. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost auf den ausgeführten Anteil. Wer mit Cash-Out plant, gewinnt also nicht den vollen Boost.

Neben dem Kombiboost gibt es bei Sporttip noch zwei weitere Bonus-Mechaniken: Quotenboosts und Profitboosts. Beide sind nur online für Prematch-Einzelwetten verfügbar, beide sind einmal pro Wettendem nutzbar, beide sind in Einsatz und Erhöhung limitiert. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, Quotenboosts heben die Quote einer Einzelwette auf einen erhöhten Wert. In beiden Fällen sind die Bedingungen — Mindestquote, Höchsteinsatz, zulässige Märkte — explizit in den Spielregeln festgelegt. Ein Blick in die Spielregeln vor der Annahme eines Boosts lohnt sich.

Zahlungen, Auszahlungen, Spielfluss — die operative Seite

Das Swisslos-Spielkonto wird per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein aufgeladen, Mindestbetrag CHF 20, Obergrenze CHF 9’999 Wallet-Guthaben. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 Käufe möglich. Swisslos akzeptiert unter anderem PostFinance Pay, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Auszahlungen vom Wallet-Guthaben sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Bei der Loterie Romande läuft die Zahlung über die Verkaufsstellen und das eigene Spielkonto. Bei kleineren Gewinnen genügt die Vorlage der Spielquittung an einer Verkaufsstelle; ab einem höheren Betrag ist die Überweisung auf ein Bankkonto der Standard.

Beide Veranstalter zahlen ausschliesslich auf Konten, die auf den Namen des Spielkonto-Inhabers lauten. Anonyme Zahlungsmittel und Kryptowährungen sind im bewilligten Schweizer Rahmen nicht zulässig — das Geldspielgesetz schreibt eine Zahlungsverbindung im Namen des Spielenden vor. Wer auszahlen will, muss diese Verbindung im Profil hinterlegt haben, die mit der Identität übereinstimmt.

Was Kombiwette und Einzelwette unterscheidet — und wann die Einzelwette die bessere Wahl ist

Einzelwette und Kombiwette sind am Wettschein dasselbe Spiel, nur unterschiedlich zusammengesetzt. Bei einer Einzelwette zählt jede Voraussage für sich; bei einer Kombiwette zählt nur, dass alle eintreffen. Daraus folgt: Wer darauf vertraut, dass von drei Spielen mindestens zwei in die richtige Richtung laufen, fährt mit einer Einzelwette auf das eine Spiel besser, bei dem er sich am sichersten ist.

Was die Einzelwette nicht hat, ist der Hebel einer hohen Gesamtquote. Aus drei Einzelwetten à 1.80 wird eine Dreier-Kombi mit Quote 5.83 — das ist Mathematik. Wer mit einem Einsatz von CHF 10 drei Einzelwetten spielt, gewinnt in etwa 1.6 von 3 Fällen eine Einzelwette mit Bruttogewinn CHF 18, in den anderen Fällen verliert er; im Mittel über dieselben drei Spiele liegt sein erwarteter Verlust bei rund 15 %, je nach Marge. Wer alle drei zu einer Kombi bündelt, gewinnt nur, wenn alle drei eintreffen, was in etwa 17 % der Fälle passiert; dann bekommt er CHF 58.30, sonst nichts.

Der Strategiepunkt ist einfach: Eine Kombiwette ist dann sinnvoll, wenn die kombinierte Trefferwahrscheinlichkeit und die kombinierte Quote mit den Kosten der Marge zusammen einen besseren Erwartungswert liefern als mehrere Einzelwetten. In der Praxis passiert das selten, weil die Marge kumuliert. Wer für sich eine sinnvolle Kombiwette definieren will, muss zuerst die Margin jedes Marktes kennen und dann prüfen, ob die implizite Wahrscheinlichkeit jeder Voraussage unter der angenommenen Wahrscheinlichkeit liegt.

Eine andere Frage: Wann ist die Systemwette die bessere Wahl? Eine Systemwette bündelt mehrere Kombiwetten desselben Vorrats von Spielen. Wer drei Spiele auswählt, kann eine Systemwette mit drei Zweier-Kombinationen plus drei Einzelwetten spielen — gewonnen ist der Schein bereits, wenn eine Zweier-Kombi oder zwei Einzelwetten eintreffen. Der Preis: Der Höchsteinsatz pro Systemwette liegt bei CHF 10’000, aber die Kosten pro Schein sind höher, weil mehrere Kombinationen abgerechnet werden.

Steuern, die viele Wettende übersehen

In der Schweiz sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt ausdrücklich Sportwetten — bis zum Steuerfreibetrag pro einzelnem Gewinn einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Wer einen Gewinn von CHF 5’000 auf einer Kombiwette erzielt, ist auf Bundesebene steuerfrei; die Situation auf kantonaler Ebene ist aber je nach Kanton unterschiedlich. Wer oberhalb des Freibetrags liegt, dem wird der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer abziehen, die mit der Steuererklärung zurückgefordert werden kann.

Anders bei Gewinnen aus ausländischen Grossspielen: Diese fallen nicht unter die Verrechnungssteuer, weil der ausländische Veranstalter sie nicht abführt. Der Kanton Thurgau behandelt sie unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Andere Kantone haben wiederum andere Praktiken. Wer ausländische Plattformen nutzt, sollte vor der ersten Auszahlung mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung sprechen; eine pauschale Aussage über die Besteuerung lässt sich nicht treffen.

Was es nicht gibt: eine Wettsteuer auf den Einsatz. Die Schweiz hat keine solche Steuer; wer eine «Wettsteuer von 5 %» liest, bezieht sich auf andere Rechtsräume. Die Marge steckt in der Quote, nicht in einem separaten Abschlag.

Werbung und Verbraucherschutz — wo die Schweiz Grenzen setzt

Die Werbung für Sportwetten ist in der Schweiz nicht frei. Sie darf nicht irritierend oder irreführend sein, sie darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten und kann mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft werden. Wer in den sozialen Medien, im Sport-Sponsoring oder in der Influencer-Werbung auf einen ausländischen Wettanbieter stösst, sollte das als Signal verstehen, dass diese Werbung formell gegen Schweizer Recht verstösst.

Die «kostenlosen Wetten» oder «Guthaben», die ausländische Anbieter in ihren Werbe-Mails anbieten, sind in der Schweiz ebenfalls bewilligungspflichtig. Gratiswetten brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; im Jahr 2025 hat die Gespa 24 Zustimmungen für die Loterie Romande und 8 für Swisslos erteilt. Jede Gratiswette, die ohne diese Zustimmung läuft, ist formell unzulässig.

Ein Tageswerbeverbot, wie es etwa in Belgien existiert, kennt die Schweiz nicht. Werbung kann rund um die Uhr erscheinen, sofern sie die sonstigen Regeln einhält.

Die Bewertung der Plattformen — wo sie spielen dürfen und wo nicht

Für die strategische Frage, wo eine Kombiwette in der Schweiz sinnvoll platziert werden kann, ist die Plattformwahl eng mit der Rechtslage verknüpft. Die folgende Einordnung ruht allein auf den Tatsachen, die in den Forschungsunterlagen zu jeder Plattform hinterlegt sind, und vergleicht die Anbieter auf den Achsen, für die verifizierte Fakten vorliegen.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt das Produkt Sporttip mit einer Veranstalter- und einer Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz; die Aufsicht liegt bei der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Identitätsprüfung, eigenständig gesetzte Verlust- und Einzahlungslimiten, Sperrregister und ein Schweizer Rechtsweg sind eingebaut.

Im strategischen Sinn ist Sporttip die natürliche Adresse für eine Kombiwette in der Deutschschweiz. Der Mindesteinsatz von CHF 1 erlaubt auch kleine Experimente, der Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Kombiwette setzt eine harte Kante nach oben. Der Kombiboost zwischen 5 % und 100 % auf den Nettogewinn bietet eine Aufwertung, die an klare Regeln gekoppelt ist: jede Voraussage mit Quote ≥ 1.50, mindestens vier Voraussagen, online gespielt. Wer diese Bedingungen einhält, kann den Boost einkalkulieren.

Wer Sporttip nicht nutzen kann, weil sein Wohnsitz in der Romandie liegt, hat hier ohnehin keinen Zugang. Wer hingegen in der Deutschschweiz wohnt, findet hier das einzige bewilligte Produkt mit dem umfassendsten Spielangebot und der höchsten operativen Tiefe.

Loterie Romande — Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Auch sie hat eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung, auch sie wird von der Gespa beaufsichtigt. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Mindestquote liegt bei 1.10, die maximale Gesamtquote bei 100’000, der maximale Gewinn pro Schein bei CHF 300’000 und CHF 1’000’000 über alle Gewinne eines Multiples.

Für strategische Kombinationen ist die Loterie Romande engere als Sporttip, in mancher Hinsicht transparenter. Die maximale Anzahl Voraussagen ist mit 10 klar gedeckelt, was sehr lange Scheine aushebelt. Der Höchstgewinn pro Schein ist hoch genug, dass eine einzelne Strategie nicht am Auszahlungslimit kippt.

Die Loterie Romande ist die richtige Adresse für eine Kombiwette in der Romandie; sie hat dort dasselbe Monopol wie Swisslos in der Deutschschweiz.

Ausländische Plattformen — Betify, Unibet, HighFlyBet, HornetBet, BetFury, Sportaza, DirectionBet, Wettigo

Diese acht Plattformen haben keine Schweizer Bewilligung. Sie sind angetreten, in anderen Rechtsräumen eine Lizenz zu führen; in der Schweiz gilt diese Lizenz nicht. Wer dort ein Konto eröffnet, spielt formell gegen das Geldspielgesetz, ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg und sieht sich je nach Kanton einer vollständigen Besteuerung der Gewinne gegenüber. Die Gespa blockiert die Domains per DNS-Sperre.

Über das Spielangebot, die konkreten Limits, die Bonus-Mechaniken und die Auszahlungswege dieser Anbieter tragen die Forschungsunterlagen keine verifizierten Fakten für diesen Schlüssel. Was bekannt ist, sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Position auf der Sperrliste.

Wer die Plattformen dennoch in Betracht zieht — etwa, weil er im Ausland lebt und von dort spielt —, sollte vor der ersten Einzahlung prüfen, ob die Plattform im eigenen Rechtsraum überhaupt zugänglich ist, ob das Spielkonto auf seinen Namen läuft und ob eine Auszahlung tatsächlich auf sein Bankkonto geht. Wer aus der Schweiz spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Plattformen sich an Schweizer Recht nicht binden.

Vergleich der Anbieter auf einen Blick

Die nachfolgende Tabelle fasst die Plattformen nach dem aktuellen Stand der verifizierten Fakten zusammen. Die Spalten zeigen nur die Punkte, zu denen die Forschungsunterlagen verlässliche Angaben tragen; über alles, was hier nicht steht, ist nichts verifiziert.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter und Bewilligungsbasis
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS Loterie Romande, Sitz Lausanne
Betify Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Ausland behauptet, in der Schweiz ohne Wirkung
Unibet Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Ausland behauptet, in der Schweiz ohne Wirkung
HighFlyBet Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Ausland behauptet, in der Schweiz ohne Wirkung
HornetBet Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Ausland behauptet, in der Schweiz ohne Wirkung
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Wettigo Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz im Ausland behauptet, in der Schweiz ohne Wirkung

Die Tabelle trägt nur, was die Forschungsunterlagen tragen. Über die konkrete Spieltiefe, das Wettprogramm, die maximale Anzahl Voraussagen, die Auszahlungswege und die Bonus-Mechaniken der acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung ist nichts Verifiziertes hinterlegt — kein Eintrag in der Tabelle und keine Aussage im Text, der auf erfundenen Fakten beruht.

Was eine Strategie der Kombiwetten tatsächlich leisten kann — und was nicht

Eine Strategie kann im Kern drei Dinge leisten: Sie kann die Marge jedes Marktes sichtbar machen, sie kann die Korrelation zwischen Voraussagen verringern, und sie kann die Treiber jeder Quote plausibilisieren. Sie kann nicht die Varianz wegräumen, sie kann die Verlustserie nicht verkürzen, und sie kann die kombinierte Wahrscheinlichkeit nicht über die Einzelwahrscheinlichkeiten heben.

Wer eine sinnvolle Strategie entwickelt, geht mit drei Schritten vor. Erstens die Marktauswahl: Märkte mit Auszahlungsquote ≥ 94 % auf Hauptmärkten, gemieden werden Randmärkte mit tieferer Auszahlungsquote. Zweitens die Korrelation: Voraussagen aus verschiedenen Sportarten, Ligen und Zeitfenstern, um Cluster-Risiken zu vermeiden. Drittens die Position-Grösse: Der Einsatz pro Schein so kalibriert, dass 20 bis 30 verlorene Scheine in Folge das eigene Budget nicht aufbrauchen.

Wer diese drei Schritte geht, hat das Wesentliche verstanden. Wer glaubt, eine Strategie könne die Kombiwette in ein sicheres Geschäft verwandeln, hat das Wesentliche nicht verstanden: Die Kombiwette ist ein Produkt mit einer vom Veranstalter kalkulierten Marge und einer vom Markt vorgegebenen Wahrscheinlichkeit. Was Spielerinnen und Spieler mitbringen, ist eine Schätzung dieser Wahrscheinlichkeit. Liegt die Schätzung über der Marktmeinung, ist der Erwartungswert positiv; liegt sie darunter, ist er negativ. Eine Strategie ersetzt die Schätzung nicht, sie diszipliniert nur den Prozess, der zu ihr führt.

Der häufigste Fehler ist das Hinzufügen weiterer Voraussagen, um die Quote in den Bereich zu heben, in dem ein Gewinn «interessant» wird. Diese Logik ignoriert die kombinierte Wahrscheinlichkeit: Eine Fünf-Wege-Kombination mit fünf Quoten à 1.90 hat eine Gesamtquote von 24.76, aber eine kombinierte Trefferwahrscheinlichkeit von rund 5 % bei Marktpreisen ohne Marge-Vorteil. Selbst wer seine eigene Wahrscheinlichkeit pro Voraussage bei 60 % schätzt, kommt nur auf eine kombinierte Wahrscheinlichkeit von 7.8 %, was den erwarteten Rückfluss auf 1.93 bringt — ein Ergebnis, das nach viel klingt, aber nur in 7.8 % der Fälle realisiert wird. Der häufigste Fall ist der Verlust des Einsatzes.

Eine Variante ist die Strategie der «Bankroll-Aufteilung»: Der Gesamt-Einsatz wird auf mehrere kleinere Scheine verteilt, einige mit zwei Voraussagen, andere mit drei oder vier. Diese Strategie verringert die Varianz pro Schein, aber sie erhöht die Marge insgesamt, weil jeder Schein seine eigene kumulierte Marge trägt. Sie tauscht das Risiko gegen den Erwartungswert — wer das Spiel als Ganzes versteht, weiss, dass das fast nie ein gutes Geschäft ist.

Schliesslich: Die Strategie, die sich am konsequentesten durchgesetzt hat, ist der Verzicht. Wer mit einer Kombiwette spielt, akzeptiert eine vom Veranstalter kalkulierte Marge und eine vom Zufall diktierte Trefferquote. Das ist kein Argument gegen das Spielen an sich, aber es ist ein Argument gegen die Überschätzung der eigenen Trefferquote. Wer so spielt, dass 20 oder 30 verlorene Scheine in Folge nicht den eigenen Geldbeutel leeren, hat die wichtigste Regel schon verstanden.

Strategischer Werkzeugkasten — die Bedingungen, die auf dem Wettschein stehen

Was auf dem Wettschein steht, ist die halbe Miete. Die andere Hälfte steht in den Spielregeln, die hier in ihren strategierelevanten Punkten zusammengefasst sind.

Bei Sporttip ist die reguläre Spielzeit im Fussball 90 Minuten plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf «nächste Halbzeit» während eines Spiels ist damit nicht dasselbe wie eine Wette auf das Spielergebnis nach 90 Minuten.

Cash-Out ist verfügbar, aber nicht garantiert. Swisslos kann Cash-Out für jeden Markt abschalten, und der Cash-Out-Betrag liegt unter dem potenziellen Wettgewinn. Wer strategisch mit Cash-Out plant, sollte einen Plan B haben, falls Cash-Out nicht verfügbar ist.

Bei Annullierung eines Ereignisses ohne Nachholspiel innert 48 Stunden wird das ausgefallene Bein mit Quote 1.00 gewertet. Der Schein wird also zur reduzierten Kombiwette weitergeführt — was je nach Ausgang ein Trost oder eine teure Halbierung ist. Wer auf Korrelation zwischen Beinen setzt («Heimsieg im Spiel A, Heimsieg im Spiel B»), sollte sich bewusst sein, dass diese Korrelation bei einer Annullierung häufig asymmetrisch zusammenbricht.

Voraussagen aus derselben Sportveranstaltung können bei Sporttip nicht ohne weiteres kombiniert werden. Wer auf den Heimsieg und auf das nächste Tor desselben Spiels setzen will, muss die Bet-Builder-Funktion nutzen. Eine solche Kombination, die Swisslos versehentlich ohne diese Funktion annimmt, kann nachträglich für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden. Wer Strategien auf Mehrfach-Voraussagen aus demselben Match baut, sollte sich die Bet-Builder-Regeln ansehen.

Bei der Loterie Romande ist die Bandbreite der Kombiwette enger: 2 bis 10 Voraussagen, Mindestquote 1.10, Höchstquote 100’000. Wer eine 12-Wege-Kombination spielen will, ist hier falsch. Wer mit kleinen Quoten auskommen will, hat hier ein breiteres Feld als bei Sporttip — die Mindestquote 1.10 erlaubt sehr kurze Quoten als Bausteine.

Ein nüchterner Schluss: die Kombiwette ist ein Produkt mit kalkulierter Marge und begrenzter Optimierung

Wer die Strategie der Kombiwetten in der Schweiz zusammenfasst, kommt auf vier Punkte. Erstens ist die Kombiwette ein Produkt mit einer eingebauten, kumulierten Marge, die jede zusätzliche Voraussage vergrössert. Zweitens ist die Schweiz ein Markt mit zwei bewilligten Veranstaltern und einer geschlossenen Liste bewilligter Sportarten und Wettarten, alles andere bewegt sich ausserhalb der Bewilligung. Drittens sind die Schutzinstrumente Verlustlimiten, Spielsperre und Sperrregister im Geldspielgesetz verankert und werden von beiden Veranstaltern umgesetzt. Viertens sind Auszahlung, Steuern und Werbung in einem Rahmen geregelt, der die bewilligten Anbieter an Schweizer Recht bindet.

Eine Strategie innerhalb dieses Rahmens kann die Marge sichtbar machen, die Korrelation verringern und die Positions-Grösse disziplinieren. Sie kann nicht die Varianz auflösen, die Trefferquote über die Marktmeinung heben oder die Marge wegrechnen. Wer das versteht, hat das Wesentliche verstanden; wer mehr verspricht, hat das Wesentliche nicht verstanden.

Häufige Fragen zu Kombiwetten in der Schweiz

Wie berechnet sich die Gesamtquote einer Kombiwette?

Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten aller Voraussagen im Schein. Eine Kombiwette mit zwei Voraussagen zu Quote 2.00 und Quote 1.80 hat die Gesamtquote 3.60, eine Kombiwette mit drei Voraussagen zu Quote 1.90, 1.90 und 1.90 hat die Gesamtquote 6.86. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag mit dieser Gesamtquote berechnet und auf 5 Rappen genau abgerundet.

Muss bei einer Kombiwette jede Voraussage eintreffen, damit der Schein ausbezahlt wird?

Ja. Verliert auch nur eine Voraussage, ist der gesamte Einsatz verloren. Wird eine Voraussage abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, wird sie mit Quote 1.00 gewertet, der Schein wird also zur reduzierten Kombiwette mit den übrigen Beinen weitergeführt. Bei der Loterie Romande werden abgesagte Voraussagen ebenfalls mit Quote 1.00 gewertet.

Was passiert, wenn ein Wettereignis abgesagt und nicht nachgeholt wird?

Bei Sporttip wird die betroffene Voraussage mit Quote 1.00 gewertet, der Einsatz wird nicht zurückerstattet, der Schein wird zur reduzierten Kombiwette. Bei einer Einzelwette wird der Einsatz zurückerstattet. Bei der Loterie Romande gilt eine vergleichbare Regelung. Wer eine Wette auf ein Ereignis platziert, das bereits abgesagt ist, sollte mit der Annullierung rechnen.

Ist die Kombiwette der Einzelwette überlegen, wenn jede Quote eine Marge trägt?

Die Kombiwette hat eine kumulierte Marge: Mit jeder zusätzlichen Voraussage wächst die Marge multiplikativ, nicht additiv. Die Einzelwette hat nur die Marge der einzelnen Quote. Eine Kombiwette ist der Einzelwette nur dann überlegen, wenn die Schätzung der eigenen Wahrscheinlichkeit pro Voraussage die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote konsistent überschreitet, und auch dann meist nur bei zwei bis drei Voraussagen. Wer die Marge ignoriert, sieht bei längeren Kombinationen einen deutlich negativen Erwartungswert.

Wer darf in der Schweiz Kombiwetten anbieten, und was steht auf der Gespa-Liste?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport Sportwetten anbieten. Beide haben eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt. Die Gespa pflegt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; Wetten auf nicht gelistete Ereignisse oder Wettarten sind unzulässig. Eine Bewilligung aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung.

Welche Rolle spielen selbst gesetzte Verlustlimiten bei Kombinationen mit vielen Voraussagen?

Bei Sporttip und bei der Loterie Romande müssen Verlustlimiten vor der ersten Wette selbst gesetzt werden, mit Obergrenzen, die je nach Alter variieren. Wer viele Voraussagen kombiniert, hat längere Verluststrecken, weil die Trefferwahrscheinlichkeit mit jeder Voraussage fällt. Wer die Verlustlimite nicht aktiv anpasst, riskiert, dass die Marge der geplanten Strategie nicht über die eigenen Verlusttage hinweg reicht. Die Limite ist die einzige Bremse, die unabhängig von der Disziplin der Wettenden funktioniert.

Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»