Dreiweg-Wette verstehen: Was 1, X und 2 auf dem Wettschein bedeuten
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Stand: Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Bewilligungsregister der Gespa und die Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter.
Die 1×2-Wette ist das einfachste Wettformat, das der Fussball hergibt: ein Spiel, drei mögliche Ausgänge, eine Quote für jeden. Wer «1» ankreuzt, setzt auf den Heimsieg. Wer «X» setzt, wettet auf das Unentschieden. «2» steht für den Auswärtssieg. In der Schweiz führen nur zwei Veranstalter Sportwetten durch – Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide brauchen für jedes Spiel eine Bewilligung, und nicht jedes Spiel landet auf dem Wettschein: die Gespa führt eine geschlossene Liste zugelassener Wettbewerbe. Wer eine 1×2-Wette platzieren will, wettet also gegen einen von zwei Anbietern, und das hat Folgen für Quote, Limits und Spielerschutz.
Was die Dreiweg-Wette eigentlich ist
Die Wette heisst «1×2», weil sie drei Zeichen auf dem Wettschein kennt: die Eins für den Heimsieg, das X für das Unentschieden, die Zwei für den Auswärtssieg. Wer auf das Remis setzt, sieht auf manchen Scheinen eine «0» statt eines X – beides meint dasselbe. Die Quote zu jedem Ausgang spiegelt, wie der Buchmacher die Wahrscheinlichkeit einschätzt: ein klarer Favorit bekommt eine tiefe Quote, der Aussenseiter eine hohe. Wer gewinnt, erhält den Einsatz multipliziert mit der Quote zurück; wer falsch tippt, verliert den Einsatz. Kein Teilauszahl, keine Rückzahlung bei fast richtig.

Anders als bei einer «Doppelten Chance»-Wette deckt 1×2 nur einen der drei Ausgänge ab. Wer «Heimsieg oder Unentschieden» absichern will, braucht dafür eine separate Wette – und bezahlt die tiefere Quote, die das breitere Risiko widerspiegelt. Wer «Draw No Bet» sucht, also bei Unentschieden den Einsatz zurückerhält, findet das je nach Veranstalter als eigenes Wettformat, nicht als 1×2.
Wann die Wette entschieden ist
Gezählt wird, was das Wettprogramm als «reguläre Spielzeit» bezeichnet. Bei Fussball sind das 90 Minuten plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder die Wette darauf abgestellt ist. Ein Spiel, das in der Verlängerung entschieden wird, ist für die 1×2-Wette auf die reguläre Spielzeit ein Unentschieden. Wer auf den Sieger nach 120 Minuten wettet, sucht eine andere Marktbezeichnung – und sollte das Etikett auf dem Schein prüfen, bevor er abgibt.
Die Quote und was sie verschweigt
Eine Quote ist nie nur eine Wahrscheinlichkeit. Sie ist eine Wahrscheinlichkeit, durch die der Buchmacher seinen Schnitt mit eingepreist hat. Diese Marge bleibt in jedem Preis drin, und sie ist der Grund, weshalb dieselbe Wette bei zwei Anbietern nie exakt gleich aussieht.
Nehmen wir ein illustratives Beispiel: ein Markt mit zwei Ausgängen, etwa über 2.5 Tore / unter 2.5 Tore, beide Quoten 1.90. Wer beide Quoten nimmt und rechnet, kommt auf eine Auszahlungsquote – den Anteil der Einsätze, den der Markt im Schnitt zurückbezahlt – von rund 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = rund 95.0 %. Die restlichen rund 5.0 % sind die Marge des Anbieters, also der Betrag, den der Markt langfristig behält. Bei einem klassischen Dreiweg-Markt mit Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg liegt die Marge typischerweise noch etwas höher, weil drei Ausgänge mehr Spielraum geben, die Quoten einseitig zu setzen.
Die Marge ist die unsichtbare Gebühr hinter jeder Wette. Wer regelmässig spielt, bezahlt sie auf jedem Tipp. Wer sie nicht kennt, wettet gegen eine Wand, die er nicht sieht. Der einzelne Tipp kann trotzdem gewinnen – über viele Wetten mittelt sich der Vorteil des Anbieters heraus. Das ist der Grund, weshalb «mehr Wetten» nicht «mehr Gewinn» bedeutet, sondern im Schnitt das Gegenteil.
Auszahlung bei einem Gewinn
Die Auszahlung folgt einer einfachen Rechnung: Auszahlung = Einsatz × Quote. Wer 10 Franken auf Heimsieg zu Quote 2.10 setzt, erhält bei einem Heimsieg 21 Franken zurück – davon 10 Franken Einsatz und 11 Franken Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, und der Einsatz wird mit dieser Gesamtquote multipliziert. Bei Sporttip wird der Betrag anschliessend auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet, bevor er ausgezahlt wird.
Bei Verlust bleibt nichts: der Einsatz verfällt zugunsten des Veranstalters. Wird das Ereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt, gilt die Wette als ungültig – Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationen erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00.
Wie 1×2 zu den anderen Wettmärkten steht
Die Dreiweg-Wette ist der Ausgangspunkt, nicht der Endpunkt. Wer sie verstanden hat, sieht die anderen Märkte als Variationen desselben Themas.
- Doppelte Chance (1X, X2, 12). Wer zwei der drei Ausgänge abdeckt, bekommt eine tiefere Quote. Das ist Versicherung gegen einen einzelnen Ausgang, keine kostenlose Absicherung.
- Handicap. Der Buchmacher gibt einem Team einen fiktiven Vor- oder Rückstand. Aus dem 1×2-Markt wird ein Markt mit reduzierter Auswahl – und entsprechend verzerrten Quoten.
- Über/Unter. Hier wetten Spieler auf die Anzahl Tore, nicht auf den Sieger. Die Quote ist eine Wahrscheinlichkeit für ein Torband, nicht für ein Ergebnis.
- Beide Teams treffen (BTTS). Ein Ja/Nein-Markt auf Tore beider Mannschaften – zwei Ausgänge, ähnliche Marge wie Über/Unter.
Wer zwischen diesen Märkten wechselt, sollte die Marge vergleichen. Eine hohe Quote ist nicht automatisch ein besseres Angebot – sie kann auch eine hohe Marge verstecken.
Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalter, geschlossene Liste
Die Schweiz hat den Sportwettenmarkt 2019 mit dem Geldspielgesetz (BGS) neu geordnet. Seither dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: die Swisslos Interkantonale Landeslotterie mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine ausländische Bewilligung – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Gültigkeit. Wer trotzdem bei einem ausländischen Anbieter wettet, hat keinen Schweizer Schutz: keine Spielsperre, keine Beschwerdestelle, keine Garantie, dass Gewinne ausgezahlt werden. Die Gespa führt zudem eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren.

Wer wo spielen darf
Die beiden Veranstalter teilen die Schweiz unter sich auf. Wer im Swisslos-Gebiet wohnt – die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein –, kann ein Sporttip-Konto eröffnen. Wer im Gebiet der Loterie Romande wohnt – die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura –, spielt bei Jouez Sport. Ein Online-Konto braucht Wohnsitz im Vertragsgebiet, ein Ausweisdokument und ein Bank- oder Postkonto auf den eigenen Namen. Unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen; wer als Spielerin oder Spieler an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Was auf den Wettschein darf – und was nicht
Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Eckball- und Kartenmärkte fehlen auf der Liste, ebenso ein eigener Esports-Bereich. Frauenwettbewerbe sind nur dann zugelassen, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Qualifikationsspiele zählen nur, wenn die Liste es vorsieht. Rangwetten sind erlaubt, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet – Trainingsläufe sind tabu.
Die Liste ist nicht bloss eine Empfehlung. Sie ist Teil der Bewilligung. Wer bei einem bewilligten Veranstalter wettet, wettet auf einen Markt, der diese Liste passiert hat. Das schränkt die Auswahl ein, schützt aber auch vor Märkten, die sich einer Aufsicht entziehen.
Spielerschutz: Limiten, Sperren, Pausen
Sportwetten sind ein Glücksspiel. Der Gesetzgeber verlangt von den Veranstaltern, dass Spielerinnen und Spieler ihre Einsätze selbst begrenzen können. Bei Sporttip setzen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; die Obergrenze liegt bei 9’999 Franken, für unter 21-Jährige bei 1’000 Franken. Eine Senkung der Limite gilt sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, damit ein Gewinnrausch nicht in höhere Einsätze kippt. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Loterie Romande wendet vergleichbare Regeln an.
Wer sich selbst sperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage ausschalten; eine Aufhebung vor Fristablauf ist nicht möglich. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause ist in jedem Fall sinnvoll, wenn das eigene Wettverhalten aus dem Ruder läuft – die wenigsten Spielenden verlieren Geld, weil sie schlecht tippen, sondern weil sie zu lange tippen.
Der Blick auf den eigenen Tipp
Eine 1×2-Wette ist ein Tipp auf ein ungewisses Ergebnis. Fussball ist das unberechenbarste der grossen Mannschaftsspiele: ein Standard in der 88. Minute, ein Eigentor, ein Platzverweis – alles kann einen scheinbar sicheren Ausgang kippen. Wer seine Wette als Vorhersage versteht, hat die falsche Erwartung. Wer sie als bezahlte Meinung versteht – mit dem Einsatz als Preis dieser Meinung und der Quote als impliziter Wahrscheinlichkeit –, liegt näher an der Mechanik.
Sporttip und Jouez Sport im direkten Vergleich
Beide Veranstalter führen die klassische 1×2-Wette im Programm, beide brauchen eine Gespa-Bewilligung pro Wettbewerb. Die Unterschiede liegen in den Einsatzgrenzen, im Wettenformat und in den Zusatzfunktionen.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter und Produkt |
|---|---|---|
| Sporttip | Bewilligung als Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip |
| Jouez Sport | Bewilligung als Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Sitz Lausanne; Produkt Jouez Sport |
Einsätze, Quoten und Auszahlung
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten 1 Franken, der Höchsteinsatz 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombiwette und 10’000 Franken pro Systemwette. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei 2 Franken (in den 2’350 Verkaufsstellen der Westschweiz 3 Franken), der Höchsteinsatz bei 500 Franken pro Einzel- oder Kombiwette. Bei Multiples – Kombiwetten mit mehreren Voraussagen – darf der gesamte Wettschein höchstens 7’500 Franken Einsatz enthalten.
Bei der Auszahlung der Gewinne runden beide Anbieter kaufmännisch, bei Sporttip auf fünf Rappen genau. Die Auszahlung erfolgt auf ein Bank- oder Postkonto auf den eigenen Namen; bei Swisslos sind zwei Auszahlungen pro Jahr kostenlos, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen. Überweisungen dauern 5 bis 10 Arbeitstage.
Zusatzfunktionen: Cash-Out, Kombiboost, Livewetten
Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live – aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out, nicht als Teilauszahlung. Der Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann jederzeit ändern. Eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist, gibt es nicht. Bei Loterie Romande ist Cash-Out nicht im Regelwerk von 2024 vorgesehen; das Angebot kann sich seither geändert haben, ist aber nicht in den Spielregeln verankert.
Der Sporttip-Kombiboost erhöht den Nettogewinn einer Online-Kombiwette ab vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 – 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn. Der Boost gilt für Prematch, Live und Systemwetten, ist in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert und nur online verfügbar. Quotenboosts und Profitboosts sind ebenfalls nur online nutzbar, einmal pro Wettende und Wette, bei Cash-Out verfällt der Boost.
Livewetten sind bei beiden Veranstaltern erlaubt. Bei Sporttip zählt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, erhalten die Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Schiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Wer im Internet auf Sportwetten-Anbieter stösst, die nicht Sporttip oder Jouez Sport heissen, sollte prüfen, was die Bewilligungslage ist. Ausländische Lizenzen – ob aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land – haben in der Schweiz keine Gültigkeit. Die Gespa führt eine Sperrliste solcher Domains; Schweizer Internetanbieter blockieren sie per DNS. Wird ein Anbieter geblockt, tauchen innerhalb von Stunden oft neue Domains auf – die Gespa spricht von «Domain-Hopping».
Die folgende Übersicht listet Anbieter, die im Umlauf sind, in der Schweiz aber keine Bewilligung haben. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – sie zeigt nur, was bei einer Suche im Netz auftauchen kann.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter und Produkt |
|---|---|---|
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| BDMBet | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| Roobet | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| BC.Game | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| Unibet | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
Was heisst das praktisch? Wer bei einem dieser Anbieter wettet, spielt ohne Schweizer Aufsicht. Die Spielsperre aus der Schweiz gilt dort nicht. Im Streitfall gibt es keine Schweizer Beschwerdestelle. Gewinne unterliegen der kantonalen Steuerpraxis – der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollumfänglich als Einkommen. Anonym bleibt, wer mit Krypto einzahlt; die Spielregeln der Schweizer Anbieter verlangen dagegen ein Konto auf den eigenen Namen.
Wetten bei einem bewilligten Anbieter kostet die Marge, die in jeder Quote steckt. Wetten bei einem unbewilligten Anbieter kostet die Marge und den Schutz. Das ist der Kernunterschied – und er erklärt, weshalb die Gespa die Sperrliste führt.
Was eine 1×2-Wette in der Praxis kostet
Die Marge ist der Preis der Wette. Wer das nicht einpreist, wettet gegen eine unsichtbare Mauer.
Beispielrechnung für ein ausgewogenes Spiel: Heimsieg-Quote 2.10, Unentschieden 3.40, Auswärtssieg 3.50. Die Auszahlungsquote – der Anteil, den der Markt im Schnitt zurückbezahlt – berechnet sich aus 1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.50) = 1 ÷ (0.4762 + 0.2941 + 0.2857) = 1 ÷ 1.0560 = rund 94.7 %. Die Marge liegt also bei rund 5.3 %. Pro 100 Franken Einsatz im Markt bleiben 5.30 Franken beim Anbieter, 94.70 Franken werden an die Gewinnerinnen und Gewinner ausgeschüttet. Über viele Wetten mittelt sich das.
Eine 1×2-Wette ist damit nicht per se teuer oder billig – sie ist eine Wette mit einer eingebauten Gebühr. Wer den Markt kennt, kann die Marge schätzen, indem er die reziproken Quoten addiert. Wer es nicht tut, vertraut dem, was die Quote sagt. Das ist ein Unterschied, der sich über die Zeit summiert.
Wer bietet die 1×2-Wette in der Schweiz an?
Die Antwort ist kürzer als die Frage vermuten lässt: nur Sporttip und Jouez Sport, also die beiden bewilligten Veranstalter. Beide führen die klassische Dreiweg-Wette im Fussball-Programm, beide mit Schweizer Bewilligung und Gespa-Aufsicht. Wer sich für einen der beiden entscheidet, entscheidet sich im Wesentlichen für das Vertragsgebiet, in dem der Wohnsitz liegt.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter und Produkt |
|---|---|---|
| Sporttip | Bewilligung als Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip |
| Jouez Sport | Bewilligung als Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Sitz Lausanne; Produkt Jouez Sport |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| BDMBet | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| Roobet | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| BC.Game | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
| Unibet | ohne Schweizer Bewilligung | Kein Schweizer Anschluss, keine Aufsicht |
Worauf es ankommt
Die Wahl zwischen Sporttip und Jouez Sport ist keine Wahl zwischen «gut» und «besser» – sie ist eine Wahl zwischen zwei bewilligten Anbietern, die beide die 1×2-Wette führen. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat nur Sporttip. Wer in der Romandie wohnt, hat nur Jouez Sport. Die Spielerin oder der Spieler aus dem Tessin gehört zum Swisslos-Gebiet.
Innerhalb dieses Rahmens lohnt sich der Blick auf die Details: Mindesteinsatz, Höchsteinsatz, Cash-Out-Verfügbarkeit, Kombiboost-Bedingungen, Auszahlungsdauer. Wer mit kleinen Einsätzen spielt, ist mit dem 1-Franken-Mindesteinsatz bei Sporttip besser bedient; wer höhere Einsätze plant, findet bei Sporttip mit 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombiwette mehr Spielraum als bei Jouez Sport mit 500 Franken. Wer Cash-Out nutzen will, hat diese Option nur bei Sporttip.
Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wettet, hat keine dieser Sicherheiten. Die Marge fliesst trotzdem ab – nur ohne Spielsperre, ohne Beschwerdestelle, ohne Schweizer Aufsicht.
Steuern und Gewinne: was bleibt übrig
In der Schweiz sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bund setzt die Grenze auf 1’071’000 Franken ab 1. Januar 2026; die Kantone haben eigene Schwellen, die je nach Wohnsitz variieren. Wer unter dieser Grenze bleibt, deklariert den Gewinn nicht und bezahlt keine Verrechnungssteuer. Wer darüber liegt, behält 35 % Verrechnungssteuer ein und holt sie über die Steuererklärung zurück. Die meisten Wettenden bleiben deutlich darunter – der Höchstgewinn bei Jouez Sport liegt bei 300’000 Franken pro Wette, bei Sporttip auf 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombiwette limitiert.
Anders bei Gewinnen aus ausländischen Wetten: der Kanton Thurgau behandelt sie vollumfänglich als steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Andere Kantone handhaben das milder. Die Faustregel: für eine verbindliche Auskunft den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung fragen. Eine Pauschalaussage über «alle Kantone» gibt es nicht.
Auf den Einsätzen lastet keine Schweizer Wettsteuer. Was der Anbieter einbehält, ist die Marge, kein gesetzlicher Steuerabzug.
Häufige Fragen zur 1×2-Wette
Was heisst 1×2 bei Sportwetten?
1×2 ist die klassische Dreiweg-Wette im Fussball: «1» steht für den Heimsieg, «X» für das Unentschieden, «2» für den Auswärtssieg. Wer auf einen dieser drei Ausgänge setzt, wettet, dass das Spiel nach 90 Minuten plus Nachspielzeit so endet. Die Quote zu jedem Zeichen spiegelt die Einschätzung des Anbieters – Favorit tief, Aussenseiter hoch. Wer richtig tippt, erhält den Einsatz mal die Quote zurück; wer falsch tippt, verliert den Einsatz.
Wofür stehen die Zeichen 1, X und 2 auf dem Wettschein?
Die «1» bezeichnet den Heimsieg der im Wettprogramm erstgenannten Mannschaft, die «2» den Auswärtssieg der zweitgenannten. Das «X» – auf manchen Scheinen auch als «0» – steht für das Unentschieden. Die Reihenfolge auf dem Schein folgt der Heimmannschaft zuerst, auch wenn das Wettprogramm die Teams in anderer Reihenfolge anzeigt. Vor der Bestätigung lohnt sich der Blick, welche Mannschaft als Heim und welche als Gast gesetzt ist.
Was bedeutet 1×2 bei Sportwetten im Unterschied zur Doppelten Chance?
Die 1×2-Wette deckt einen Ausgang ab – Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg. Die Doppelte Chance bündelt zwei Ausgänge: 1X sichert Heimsieg oder Unentschieden ab, X2 Auswärtssieg oder Unentschieden, 12 Heimsieg oder Auswärtssieg. Wer zwei Ausgänge absichert, bekommt eine tiefere Quote, weil das Risiko breiter abgedeckt ist. 1×2 ist der präzisere Tipp, Doppelte Chance die Versicherung dagegen.
Zählt bei einer Dreiweg-Wette auf Fussball die Verlängerung oder nur die reguläre Spielzeit?
Die 1×2-Wette zählt nur die reguläre Spielzeit: 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder die Wette darauf abgestellt ist. Wer auf den Sieger nach 120 Minuten wettet, sucht eine andere Wettart – und sollte das Etikett auf dem Schein prüfen, bevor er die Wette abgibt. Ein Spiel, das in der Verlängerung entschieden wird, ist für die 1×2-Wette auf die reguläre Spielzeit ein Unentschieden.
Wie wird der Gewinn einer 1×2-Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Die Auszahlung ist Einsatz × Quote. Wer 10 Franken auf Heimsieg zu Quote 2.10 setzt, erhält bei einem Heimsieg 21 Franken zurück – 10 Franken Einsatz plus 11 Franken Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, und der Einsatz wird mit dieser Gesamtquote multipliziert. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet, bevor er ausgezahlt wird. Verliert die Wette, ist der Einsatz weg.
Welche Anbieter dürfen 1×2-Wetten in der Schweiz anbieten, und was steht auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe?
In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit Sporttip (Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein) und die Loterie Romande mit Jouez Sport (Westschweiz). Beide brauchen für jedes Spiel eine Bewilligung der Gespa, und nicht jeder Wettbewerb ist zugelassen. Die Gespa führt eine geschlossene Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten – was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Ausländische Lizenzen haben in der Schweiz keine Gültigkeit, und die Gespa blockiert ausländische Domains per DNS.
Wettarten – hockeywetten
Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»
