Sportwetten für Schweizer im Überblick: was bewilligt ist, was es kostet

Updated Oktober 2026
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Ein Dorf-Sportplatz mit einem Ball am Strafraumrand, dahinter schneebedeckte Alpengipfel im klaren Morgenlicht

Wer in der Schweiz wettet, hat genau zwei legale Veranstalter zur Auswahl: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin sowie Liechtenstein und die Loterie Romande mit Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Beide verfügen über eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa in Bern beaufsichtigt. Hier erfahren Sie, was das in der Praxis heisst: was eine Wette kostet, welche Limits und Steuern gelten, wie der Spielerschutz funktioniert und was passiert, wenn jemand trotzdem bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt.

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026; abgeglichen mit den Sporttip-Spielregeln (Version 4.2, Stand 14. Oktober 2026) und dem Swisslos-Geschäftsbericht 2025.

Sportwetten unterwegs: App und Verkaufsstelle im Alltag

Wer in der Schweiz sportlich wettet, spielt selten am Schreibtisch. Die Sporttip App für iOS und Android ist der Standardweg – online, mit ausgewiesener Person und mit Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet. Was in der App zusammengestellt wird, lässt sich bei Bedarf per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle spielen, etwa am Bahnhofskiosk oder in der Poststelle. Die App ist deshalb nicht bloss ein zweiter Bildschirm, sondern das Bindeglied zwischen online und dem Verkaufspunkt.

Ein Brunnen vor einer Sandsteinfassade in einer Altstadtgasse, nasses Kopfsteinpflaster und gedämpftes Licht eines bewölkten Morgens
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Anmeldung mit verifizierter Identität

Die Online-Registrierung bei Swisslos ist an drei Bedingungen geknüpft: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, keine offene Spielsperre. Pro Person ist genau ein Konto zugelassen. Die Identität wird per Ausweis-Upload geprüft, die Adressdaten werden mit Datenbanken abgeglichen. Das klingt nach Routine, ist aber die einzige Hürde, die ausländische Anbieter in der Schweiz nicht umgehen können: ein Schweizer Konto bei einem nicht bewilligten Anbieter ist kein Schweizer Konto.

Zahlungen auf das Spielkonto

Das Wallet wird per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein gefüllt, Mindestbetrag CHF 20, Höchstbetrag in 30 Tagen CHF 10’000. Solange das Wallet-Guthaben unter CHF 9’999 bleibt, ist ein weiterer Kauf möglich – darüber nicht. Als Online-Zahlungsweg ist PostFinance Pay freigeschaltet; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Diese Form des Aufladens ist absichtlich schmal gehalten: kein Kredit, kein anonymes E-Wallet, keine Kryptowährung.

Auszahlung zurück auf das eigene Konto

Gewinne aus dem Online-Spielkonto werden bis zu zweimal pro Jahr kostenfrei auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto im eigenen Namen überwiesen, ab der dritten Auszahlung kann Swisslos 3 % Kommission belasten. Die Überweisung dauert fünf bis zehn Arbeitstage. Bis CHF 1’000 pro Spielquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen direkt aufs Bank- oder Postkonto. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist ausdrücklich nicht auszahlbar.

Was gewettet werden darf: Sportarten, Turniere und Wettarten

Das Schweizer Wettprogramm ist kein offener Markt, sondern eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bews zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, zuletzt aktualisiert am 10. September 2026. Was dort steht, darf angeboten werden, was fehlt, nicht. Wetten auf Wetter, Politik oder Shows sind ausgeschlossen; Corner- oder Kartenmärkte und ein Esports-Bereich fehlen in der Liste. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ohnehin gesperrt.

Fussball, Eishockey, Tennis – der Schweizer Kern

Fussball, Eishockey und Tennis sind die tragenden Säulen. Für Fussball reicht das Wettprogramm von der Schweizer Super League und Challenge League über die grossen europäischen Ligen bis zu WM- und EM-Turnieren; Eishockey deckt die National League, die Champions Hockey League und die grossen internationalen Wettbewerbe ab; Tennis bietet Grand-Slam-Turniere, ATP- und WTA-Turniere. Bei den grossen Turnieren – WM, EM, Olympische Spiele – steigt nicht nur die Zahl der Märkte, sondern auch das Risiko, dass Märkte kurzfristig aus dem Programm fallen.

Reguläre Spielzeit, Verlängerung, Penaltyschiessen

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die normale Spieldauer plus Nachspielzeit; im Fussball sind das rund 90 Minuten. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Wer auf «nächste Runde» oder «Aufstieg» setzt, sollte darauf achten, ob die Wette das Penaltyschiessen einschliesst – ein K.-o.-Spiel endet auf dem Rasen oft nicht nach 90 Minuten.

Livewetten und das 1.00-Quote-Problem

Livewetten sind bei Sporttip zulässig, vor und während des Spiels. Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Was nach dem tatsächlichen Ausgang platziert wird, zählt mit Quote 1.00 – der Einsatz wird zurückgegeben, es gibt keinen Gewinn. Swisslos behält sich vor, Wetten auch in spielentscheidenden Situationen mit Quote 1.00 zu werten: Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid. Für eine Livewette heisst das: nach dem Pfiff besser nicht mehr klicken.

Abhängige Ereignisse: die Bet-Builder-Funktion

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung – etwa «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» im gleichen Match – werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann die ganze Kombinationswette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden. Wer kombinieren will, nutzt den vorgesehenen Weg – sonst riskiert er die Annahme.

Die zwei bewilligten Anbieter nebeneinander

Die Auswahl unter den bewilligten Veranstaltern ist klein. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, spielt bei Swisslos Sporttip; wer in der Westschweiz wohnt, bei Loterie Romande Jouez Sport. Die beiden Produkte sind ähnlich aufgebaut, aber nicht identisch. Ein nüchterner Vergleich entlang der Kriterien, die ein:e Spielende:r tatsächlich sieht.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter und Zuständigkeit
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), Tessin und Liechtenstein
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne (Avenue de Provence 14); Kantone Freiburg, Genf, Neuenburg, Waadt, Wallis und Jura

Die Tabelle zeigt, was die Beweislage tatsächlich trägt: die Bewilligung und die Trägerschaft mit Sitz und Zuständigkeit. Was sie nicht zeigt – Produktdetails, Promotions, Wettprogramm-Tiefe –, gehört in die Abschnitte darunter.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und betreibt die Sportwetten unter dem Markennamen Sporttip. Für 2025 weist der Geschäftsbericht einen Reingewinn von CHF 562 Mio. aus, davon CHF 109 Mio. aus den Sportwetten (2024: CHF 122 Mio.). Von diesem Gewinn gehen CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe finanziert. Wer bei Swisslos wettet, finanziert den Schweizer Sport – nicht direkt, aber über die Ausschüttung.

Der Mindesteinsatz pro Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1; die Höchstlimite beträgt CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für jemanden, der mit kleinen Beträgen spielt, ist CHF 1 als Minimum niedrig; für jemanden, der hohe Summen bewegen will, ist CHF 1’000 pro Wette die Decke – alles darüber läuft über mehrere Wetten oder den Systemschalter.

Cash-Out ist verfügbar: für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online. Es gibt nur vollständiges Cash-Out, keine Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche spätere Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten – wer darauf baut, sollte vor der Wette prüfen, ob das Angebot für seinen Markt überhaupt gilt.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Auswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks; bei verweigerter Auszahlung ist eine Einsprache innert zehn Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Fazit: für eine:n Spielende:n, der in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und mit Einsätzen im niedrigen bis mittleren Bereich unterwegs ist, ist Sporttip die einzige legale Adresse mit Schweizer Schutz. Wer hohe Einsätze platzieren will, stösst an die CHF 1’000-Decke pro Einzelwette.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt die Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport; sie hat 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne. Wie Swisslos ist sie eine Veranstalterin mit Bewilligung nach BGS und untersteht der Gespa.

Die Loterie Romande bedient die sechs Französisch sprechenden Kantone: Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen und Jouez Sport nutzen; wer in der Deutschschweiz wohnt, ist bei Swisslos richtig. Die geografische Aufteilung ist keine Wahl, sondern eine rechtliche Zuweisung.

Fazit: für eine:n Spielende:n in der Romandie ist Jouez Sport die einzige legale Adresse mit Schweizer Schutz. Die Westschweiz hat damit denselben eingeschränkten Markt wie die Deutschschweiz – ein anderer Veranstalter, aber dieselbe Logik von Bewilligung, Schutz und geschlossener Wettliste.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Eine Reihe grosser internationaler Marken wirbt auch in der Schweiz, verfügt aber über keine Schweizer Veranstalterbewilligung: Unibet, Cloudbet, IviBet, DirectionBet, BillyBets, Jackbit, N1 Bet, Boomerang Bet und andere mehr. Eine ausländische Lizenz – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung, das stellt Art. 4 BGS klar. Wer dort spielt, tut das ohne Schweizer Schutz: kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Reklamt; eine Domain kann zudem auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS gesperrt werden.

Das ist der zweite Teil des Bildes, der auf die Seite gehört. Wer einen dieser Anbieter nutzt, handelt nicht zwingend illegal – die Spielenden werden in der Schweiz nicht bestraft. Aber die Konsequenzen liegen beim Anbieter: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe für das Organisieren ohne Bewilligung, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; eine Schutz- oder Fairnesskontrolle durch die Gespa gibt es nicht. Die Werbung für solche Angebote ist in der Schweiz verboten und mit einer Busse bis CHF 500’000 belegt (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS).

Fazit: Wer bei einem dieser Anbieter spielt, verzichtet freiwillig auf den Schweizer Schutz – nicht zum Sparen, sondern trotz Risiko. Ausländische Gewinne unterliegen je nach Kanton einer anderen Steuerpraxis (der Kanton Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe). Diese Anbieter stehen hier zur Einordnung, nicht als Empfehlung.

Was Sportwetten in der Schweiz kostet: Regeln, Limits, Steuern

Sportwetten sind in der Schweiz kein rechtsfreier Raum. Die Kosten fallen auf drei Ebenen an: im Wettpreis selbst (die Marge des Veranstalters), in den Limits anwendbar (Mindest- und Höchsteinsätze, Gewinnauszahlung), und in den Steuern auf den Gewinn. Wer wettet, zahlt an allen drei Stellen mit.

Einsatzlimits: CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzelwette

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz bei CHF 1 pro Einzel- oder Kombinationswette; die Höchstlimite ist CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ändern, ohne Gründe zu nennen – eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für jemanden, der mit kleinen Einsätzen spielt, ist die Untergrenze praktisch; für jemanden mit hohen Summen ist die Obergrenze das eigentliche Hindernis.

Verlust- und Einzahlungslimiten: selbst gesetzt, mit 72-Stunden-Regel

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Das Gesetz sieht für Erhöhungen eigentlich 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an – was die Spielende weniger schützt als der gesetzliche Mindeststandard, gleichzeitig aber auch keinen Widerspruch erzeugt, weil längere Fristen zulässig sind.

Gewinnberechnung: Einsatz mal Quote

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote; bei Kombinationswetten aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Der Gewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Für eine Wette zu CHF 10 mit Quote 2.10 heisst das: 10 × 2.10 = 21.00, kein Aufrunden nötig. Bei einer Quote mit drei Nachkommastellen wie 2’105 wird aus 10 × 2’105 = 21.05 der auf 5 Rappen gerundete Gewinn.

Marge eines Marktes – ein Rechenbeispiel

Eine Wette ist ein Preis für ein Ergebnis. Der Veranstalter baut in jede Quote eine Marge ein: das ist der Anteil, den er pro eingesetzten Wettefranken einbehält. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit zwei Ausgängen, die beide gleich wahrscheinlich sind, würde eine «faire» Quote bei 2.00 auf jedem Ausgang liegen. Steht sie bei 1.90 auf jedem Ausgang, hat der Veranstalter eine Marge eingepreist. Diese Marge lässt sich aus den Quoten errechnen: 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + … + 1/Quoteₙ) ergibt die Auszahlungsquote, also den Anteil der Einsätze, den der Markt im Schnitt zurückzahlt; 100 % minus Auszahlungsquote ist die Marge.

Für ein illustratives Zwei-Wege-Markt-Beispiel, in dem beide Ausgänge mit Quote 1.90 angeboten werden, ergibt sich: Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.9500 oder rund 95 %. Die Marge liegt damit bei rund 5 % – als Band, nicht als einzelner Wert, weil reale Märkte keine symmetrischen 1.90/1.90-Quoten zeigen und die Marge je nach Marktlage schwankt. Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) mit ähnlichen Quoten ist die Marge höher, weil der Veranstalter auf drei Ausgängen seine Spanne einpreist.

Steuern auf Gewinne: unter dem Freibetrag bleibt es steuerfrei

Gewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer zurück, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag weicht ab, weshalb es «je nach Kanton» heisst, nicht eine feste Zahl. Eine typische Wette liegt weit unter dem Freibetrag – kein Einkommenssteuer-Effekt, keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht; was als «Wettsteuer» firmiert, ist die im Preis eingepreiste Marge.

Spielerschutz: was gesetzlich gilt und was Swisslos zusätzlich anbietet

Spielerschutz ist in der Schweiz doppelt verankert: in der Aufsicht durch die Gespa und in den Bedingungen der bewilligen Veranstalter. Das Bemerkenswerteste daran ist, dass die meisten Schutzmechanismen nicht vom Staat, sondern vom Spieler selbst kommen.

Eine Sanduhr steht neben einem Smartphone mit dunklem Display auf einem Holztisch, ruhiges Tageslicht fällt von der Seite ein
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Spielsperre: Register, das auch Casinos sperrt

Eine Spielsperre ist der schwerste Hebel. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle. Wer sich sperrt, sperrt sich nicht nur bei Sporttip, sondern auch beim nächsten Casino-Besuch – das ist der Punkt einer gemeinsamen Sperre.

Limits und Pausen: selbst gesetzt, mit Karenzzeit

Vor dem ersten Tipp setzen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; das Gesetz verlangt einen oder mehrere Höchstwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach einer Karenzzeit – gesetzlich 24 Stunden, bei Swisslos und Loterie Romande 72 Stunden. Zusätzlich ist eine Pause von bis zu sechs Monaten möglich, und eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Werbung an Minderjährige oder gesperrte Personen ist verboten; die Gespa testet das: Bei Testkäufen an Verkaufsstellen wurde 2025 in 47.5 % von 200 Versuchen einem Minderjährigen eine Sportwette verkauft – das ist nicht der strenge Schutz, als der er manchmal dargestellt wird.

Wer nicht wettet: Minderjährige, Gesperrte, Wettkämpfer

Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wettkämpfer dürfen nicht auf Ereignisse wetten, an denen sie selbst beteiligt sind. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Diese drei Personengruppen sind im Gesetz klar benannt; alles andere ist Spielraum.

Hilfe und Anlaufstellen

Wer sich Sorgen um sein Spielverhalten macht, findet Hilfe bei der Fachstelle Sucht Schweiz und den kantonalen Beratungsstellen. Die Gespa führt die Aufsicht über die Veranstalter; sie ist keine Anlaufstelle für Einzelpersonen, aber ihre Sperrliste zeigt, welche ausländischen Domains in der Schweiz blockiert sind. Eine schweizweiserwerbsfähige Selbstsperre ist der wirksamste Schutz – sie funktioniert, weil sie unter allen bewilligen Veranstaltern und Casinos gilt.

Boni, Boosts und Gratisspielguthaben: was geht und was es kostet

Boni in der Schweiz sind ein anderes Thema als Boni bei internationalen Anbietern. Das Geldspielgesetz verlangt für Gratisspiele und Gratisguthaben die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Was die Veranstalter anbieten, ist dadurch eng begrenzt – und die Bedingungen sind hart.

Kombiboost: 5 % bis 100 % auf den Nettogewinn

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online – Prematch, Live, Systemwetten – und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Der Boost ist in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Ein Beispiel: Eine Kombiwette mit sechs Voraussagen zu Mindestquote 1.50 bringt keinen Kombiboost, weil das Minimum vier, die nächste Stufe aber bereits bei sieben liegt – sechs Voraussagen sind im Niemandsland zwischen den Boost-Stufen.

Quotenboosts und Profitboosts: einmal pro Wettenden

Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist die Schweizer Variante eines «Boosts»: kein Einzahlungsbonus, keine Gratiswette ohne Bedingungen – ein einmaliger Preisschub, der an klare Regeln geknüpft ist.

Gratisspielguthaben: nicht auszahlbar

Gratisspielguthaben aus Promotionen ist ausdrücklich nicht auszahlbar – es lässt sich nur zum Wetten verwenden, und der Gewinn daraus ist auszahlungsfähig, sofern er aus einem regulären Wettereignis stammt. Wer ein Gratisspielguthaben auf seinem Wallet hat, sieht den Betrag, kann ihn aber nicht aufs Bankkonto überweisen. Das ist die saubere Trennung zwischen «Geld, das gesetzt werden kann» und «Geld, das ausgezahlt werden kann» – und sie kostet Spielerinnen und Spielern oft mehr, als die Werbung verspricht.

Wettprogramm nach Sportart: was Swisslos konkret zeigt

Das Wettprogramm von Sporttip ist breit, aber nicht grenzenlos. Wer auf eine Nische Disziplin setzen will, sollte prüfen, ob die Gespa-Liste die Sportart und den Wettbewerb überhaupt vorsieht.

Fussball: das volle Programm

Fussball bildet das Rückgrat: Schweizer Super League und Challenge League, die grossen europäischen Ligen, internationale Wettbewerbe. Bei grossen Turnieren wie WM oder EM steigt die Zahl der Märkte, oft mit Spezialwetten auf Torschützenkönige, Gruppensieger oder Turnierspielspiele. Wer auf eine untere Liga setzt, findet sie vor allem in der Schweiz und in den europäischen Top-Ligen – exotische Ligen fehlen.

Eishockey: National League und internationales Programm

Eishockey ist in der Schweiz eine grosse Sportart, und das Wettprogramm spiegelt das: National League, Swiss League, Champions Hockey League, NHL und die grossen internationalen Turniere. Wer auf Schweizer Eishockey wettet, hat eine breite Auswahl an Märkten – von Resultatwetten über Tore bis hin zu Spezialwetten in den Playoffs.

Tennis: Grand Slams und ATP/WTA-Turniere

Tennis deckt die Grand-Slam-Turniere, die ATP- und WTA-Turniere ab. Livewetten sind möglich; wegen des schnellen Spielverlaufs ist die Quote-Bewegung hoch. Wer auf Tennis wettet, sollte auf die Variante achten – manche Wetten laufen auf den Satz, manche auf das Match.

Weitere Sportarten

Das Wettprogramm umfasst weitere Sportarten wie Handball, Basketball, Volleyball und Formel 1, soweit sie in der Liste stehen. Was fehlt, ist auffällig: kein Corner- oder Kartenmarkt im Fussball, kein Esports-Bereich. Die Gespa-Liste ist ein Buch mit sieben Siegeln – wer etwas sucht, das nicht in der Liste steht, wird es nicht finden.

Was die Buchmacher-Marge für eine Wette bedeutet

Jede Wette hat einen Preis, und der Preis hat eine Marge. Die Marge ist das, was der Veranstalter im Durchschnitt pro Wettefranken einbehält; sie ist der versteckte «Preisaufschlag», den jede Quote enthält. Wer sie erhält, weiss, was eine Wette im Schnitt kostet – unabhängig davon, ob die einzelne Wette gewinnt oder verliert.

Wie die Marge entsteht

Eine «faire» Quote wäre die reziproke Wahrscheinlichkeit: bei 50 % Wahrscheinlichkeit 2.00. Steht die Quote bei 1.90, hat der Veranstalter seine Spanne eingepreist. Über viele Wetten gerechnet zahlt der Markt 95 Rappen pro eingesetztem Wette einen Wettefranken aus; 5 Rappen pro Wettefranken behält der Veranstalter. Bei einem Drei-Wege-Markt ist die Spanne grösser: drei Ausgänge mit Quote 2.10, 3.20 und 3.40 ergeben eine Auszahlungsquote von rund 87 % und eine Marge von rund 13 %.

Was das für die Spielenden heisst

Eine Marge von 5 % heisst: von CHF 100 Einsatz fliessen im Schnitt CHF 95 zurück. Eine Marge von 10 % heisst: CHF 90 zurück. Die Marge ist unabhängig davon, ob die Spielenden gewinnen oder verlieren – sie ist der Preis, den sie zahlen, um überhaupt wetten zu können. Wer viele Wetten platziert, zahlt die Marge viele Male. Wer wenig wettet, zahlt sie weniger – aber der Effekt ist derselbe.

Warum die Marge schwankt

Die Marge ist nicht konstant. Vor einem grossen Spiel ist sie oft niedriger, weil der Veranstalter mehr Volumen anziehen will; in Nischen-Märkten ist sie höher, weil weniger Spielende das Angebot nutzen. Auch die Wettart hat einen deutlich sichtbaren Effekt: Systemwetten mit mehreren Ausgängen tragen eine höhere Marge als Einzelwetten mit einem Ausgang. Wer seine Marge kennt, kann Märkte vergleichen – ohne die Quoten einzeln zu lesen.

Häufige Fragen

In der Schweiz dürfen nur die zwei bewilligen Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein sowie die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Beide verfügen über eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz. Ausländische Anbieter haben in der Schweiz keine Wirkung – eine Lizenz aus einem anderen Land gilt hier nicht. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, tut dies ohne Schweizer Schutz, nicht zwingend illegal, aber ohne Aufsicht und ohne Schweizer Reklamt.

Welcher Veranstalter ist für welche Kantone zuständig?

Swisslos Sporttip ist für die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), das Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein zuständig. Loterie Romande Jouez Sport bedient die sechs Französisch sprechenden Kantone: Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Die Aufteilung ist keine Wahl, sondern eine gesetzliche Zuweisung – ein Online-Konto bei einem der beiden ist nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet möglich.

Welche Voraussetzungen gelten für ein Online-Konto bei den bewilligten Veranstaltern?

Wer ein Online-Konto bei Swisslos oder Loterie Romande eröffnen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters haben und darf nicht in einer Spielsperre sein. Pro Person ist nur ein Konto zugelassen. Die Identität wird per Ausweis-Upload geprüft und gegen Adressdatenbanken abgeglichen. Minderjährige, gesperrte Personen und Wettkämpfer, die auf Ereignisse mit eigener Beteiligung setzen, sind ausgeschlossen.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und wann wirken Änderungen?

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Die gesetzliche Karenzzeit für Erhöhungen beträgt 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande wenden 72 Stunden an, was den Schutz tendenziell verstärkt. Eine fixe staatliche Einsatzobergrenze pro Wette gibt es nicht; CHF 1’000 ist eine Limit von Swisslos, nicht vom Gesetz.

Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei einer Einzelwette zu CHF 10 mit Quote 2.10 sind das CHF 21.00 zurück, also CHF 11.00 Nettogewinn. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, und der Einsatz wird mit der Gesamtquote multipliziert. Der Gewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Eintreffen wird der Gewinn automatisch dem Wallet gutgeschrieben, bei Gewinnen über CHF 1’000 innert drei Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen.

Was bedeutet es für Spielende, bei einer ausländischen Seite ohne Schweizer Bewilligung zu wetten?

Die Spielenden werden in der Schweiz nicht bestraft – das Strafrecht richtet sich gegen den Anbieter, nicht gegen die einzelne Person. Aber der Schutz fehlt: kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Reklamt bei Streit. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Die Gewinne unterliegen je nach Kanton einer anderen Steuerpraxis; der Kanton Thurgau etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen. Die Domain kann zudem auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS gesperrt werden – wer von einem blockierten Anbieter spielt, hat keinen Zugriff mehr.

Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»