Livewetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Ladevorgang...

Ein Fussball liegt im Netz eines Tores, Flutlicht und kalte Abendluft liegen über dem leeren Platz

Eine Livewette ist nichts anderes als eine Wette, die abgegeben wird, während das Spiel schon läuft. Die Quoten bewegen sich dabei im Sekundentakt, abhängig vom Spielstand, der verbleibenden Zeit und dem, was der Wettmarkt gerade erwartet. Genau das macht den Reiz aus, und genau das macht das Produkt für Spielende riskant: Wer unter Druck setzt, setzt oft mehr und schlechter als in Ruhe vor dem Spiel. Wer hier mit Überblick spielen will, muss zuerst verstehen, was in der Schweiz überhaupt erlaubt ist, wie die beiden bewilligten Veranstalter ihre Live-Angebote schneiden und welche Regeln unabhängig vom Anbieter gelten.

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von.

Dieser Text ist Stand Oktober 19, 2026 und stützt sich auf die Spielregeln und Teilnahmebedingungen der Swisslos (Sporttip) in der Version 4.2, das Reglement Jouez Sport der Loterie Romande (17. Ausgabe, September 2024), die Bedingungen für die Online-Teilnahme bei Swisslos (gültig ab 13.01.2025) sowie die Angaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) als zuständige Aufsichtsbehörde. Wo der Text eine konkrete Zahl nennt, stammt sie aus einem dieser Dokumente.

Was Livewetten in der Schweiz sind – und was sie nicht sind

Eine Livewette ist eine Wette auf ein Sportereignis, das zum Zeitpunkt der Wettabgabe bereits läuft. Der Unterschied zur Prematch-Wette ist banal in der Mechanik und folgenreich im Tempo: Die Quoten passen sich laufend an, was gerade auf dem Platz passiert, und der Wettschluss verschiebt sich je nach Markt bis kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit. In der Schweiz ist Livewetten kein Graubereich. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) kennt keine spezielle Schranke für In-Play-Märkte; erlaubt ist, was die Gespa auf ihrer Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten führt (Stand 10.09.2026), und was der bewilligte Veranstalter im Einzelfall anbietet. Was nicht auf dieser Liste steht, darf in der Schweiz nicht angeboten werden – Eckball- und Kartenmärkte zum Beispiel fehlen dort, ebenso ein Esports-Bereich.

Eine Stoppuhr und ein Smartphone mit dunklem Display liegen nebeneinander auf einem Holztisch, weiches Fensterlicht
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit.

Drei Eigenschaften, die für das Verständnis entscheidend sind:

Wer Livewetten verstehen will, kommt um diese Mechanik nicht herum.

Wie sich Quoten im Spielverlauf verschieben

Eine Quote ist nichts anderes als der umgekehrte Marktpreis für einen Ausgang. Steht ein Spiel bei Anpfiff auf 1.80 / 3.40 / 4.20, heisst das: Der Markt schätzt die Heimmannschaft auf ungefähr 53 % Wahrscheinlichkeit, das Unentschieden auf rund 28 %, den Auswärtssieg auf etwa 24 %. Diese drei addieren sich nicht auf 100 % – die Differenz ist die Marge des Veranstalters, das, was er pro eingesetzten Franken im Schnitt einbehält. Fällt in der 30. Minute ein Tor für die Heimmannschaft, springt die Heimsiegquote typischerweise nach unten, die Auswärtsquote nach oben. Der Buchmacher zieht die Quoten nicht aus Sympathie für die einen oder anderen Spielenden, sondern folgt dem, was im Orderbuch passiert. Das ist der Grund, warum «jetzt schnell noch» bei einer Quote, die gerade wegbricht, selten die rationale Entscheidung ist.

Der Unterschied zur Prematch-Wette

Rein technisch ist der einzige Unterschied der Zeitpunkt. Praktisch ist er erheblich. Prematch-Quoten sind über Stunden stabil, es gibt Zeit, Anbieter zu vergleichen, Formkurven zu prüfen. Live-Quoten ändern sich binnen Sekunden, und die meisten Plattformen zeigen einen Zähler bis zum nächsten Update. Wer vor dem Spiel eine Wette zu einer Quote 2.50 absichtlich nicht platziert hat, weil der Wert nicht passte, hat in der 60. Minute bei einem Rückstand der Heimmannschaft oft eine niedrigere Quote für genau diesen Ausgang – oder eine höhere, wenn der Spielstand die Gegenposition stützt. Der eine Ausgang ist «drauf», der andere «billiger». Welcher davon mehr wert ist, hängt davon ab, was man über das Spiel weiss, nicht davon, was die Quote einem erzählen will.

Rechtslage: was in der Schweiz erlaubt ist – und was nicht

Die Rechtslage ist für Schweizer Verhältnisse ungewöhnlich klar. Das Geldspielgesetz (BGS) und die dazugehörige Verordnung (VGS) regeln Wetten als «Grossspiele», die einer Bewilligung bedürfen. Seit dem Inkrafttreten des BGS am 1. Januar 2019 gibt es für Sportwetten zwei Veranstalter: Swisslos mit dem Produkt Sporttip, und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide haben eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung; die Aufsicht führt die Gespa mit Sitz in Bern. Eine «Lizenz» im umgangssprachlichen Sinn gibt es in der Schweiz bei Sportwetten nicht – die korrekten Begriffe sind «Veranstalterbewilligung» und «Spielbewilligung».

Ein Feldweg führt durch eine Alpwiese mit Holzzaun, im Hintergrund hängen Wolken über einem felsigen Gipfel
Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren.

Was sich daraus für Spielende ergibt:

Für Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gilt: Eine ausländische Lizenz – Curaçao, Malta, Deutschland, wo auch immer – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat (Art. 130 BGS), die Werbung dafür ebenfalls (Art. 74 Abs. 3 BGS, Busse bis CHF 500’000 nach Art. 131 BGS). Wer bei einem solchen Anbieter spielt, ist nicht strafbar, hat aber keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht und im Streitfall keine Schweizer Beschwerdestelle. Die Gespa führt eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains; Internetanbieter sperren sie auf DNS-Ebene, ersetzte Domains («Domain-Hopping») tauchen dort schnell wieder auf.

Spielerschutz: warum schnelle Wetten Verluste beschleunigen

Spielerschutz bei Livewetten ist kein Zusatz, sondern Teil des Produkts. Livewetten sind so konstruiert, dass sie in kurzen Intervallen Entscheidungen verlangen. Genau das macht sie für gefährdete Spielende zum Problem. Die Gespa verlangt von den Veranstaltern, dass Spielende vor der ersten Wette eigene Limiten setzen – nicht der Staat, sondern die Spielenden selbst. Bei Swisslos heisst das Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Zeitraum (für unter 21-Jährige CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Loterie Romande verfährt nach demselben Muster.

Das ist die eine Seite. Die andere ist die Spielsperre. Wer sich selbst sperrt, kann sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage aussperren, ohne vor Fristablauf wieder einzusteigen. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer in diesem Register steht, darf kein neues Konto eröffnen, keine Wette platzieren und hat bei einer versehentlichen Auszahlung keinen Anspruch auf das Geld.

Was Livewetten darüber hinaus riskant macht:

Wer sich selbst beobachten will, kann das tun: Verlustlimite setzen, Pausen einplanen, Spielsperre als Option verstehen, nicht als Eingeständnis. Die Gespa betreibt zudem Testkäufe an Verkaufsstellen, um den Jugendschutz zu prüfen; im Jahr 2025 wurde in 47,5 % von 200 Testfällen an einer Verkaufsstelle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist keine Randnotiz – es ist der Grund, warum Online-Registrierung mit Ausweispflicht überhaupt existiert.

Spielverlauf, Quotenbewegung und Annahmeregeln

Livewetten werden in Echtzeit angenommen, solange der Markt geöffnet ist. Was im Hintergrund passiert, ist eine kontinuierliche Neuberechnung der Quoten basierend auf dem Spielstand, der Spielzeit, dem Druck, den beide Teams gerade erzeugen, und dem, was im Orderbuch an Einsätzen liegt. Bei Sporttip gilt: Eine Livewette ist unabhängig davon gültig, ob das Ereignis live übertragen wird. Es gibt also kein Recht darauf, das Spiel im Stream zu sehen, und keine Pflicht des Veranstalters, einen Stream bereitzustellen. Wer wettet, ohne das Spiel zu sehen, wettet gegen den Buchmacher, der das Spiel über ein Dutzend Datenquellen mitverfolgt.

Drei Regeln, die unabhängig vom Anbieter gelten:

Was heisst das konkret für den Wettschein? Wer auf «nächstes Tor» in der Nachspielzeit setzt, sollte prüfen, ob die Wette überhaupt noch angenommen wird. Wer auf «Sieg nach Verlängerung» setzt, sollte prüfen, ob die Wette diesen Ausgang einschliesst oder nur die reguläre Spielzeit. Wer auf «erste Halbzeit Ergebnis» setzt, sollte wissen, dass die Quote sich beim Halbzeitpfiff in Echtzeit ändert – und eine Wette, die um 45:00 platziert wird, technisch gesehen nach dem Ende der ersten Halbzeit platziert sein kann.

Cash-Out: vorzeitige Abrechnung, nicht Rückgängigmachung

Cash-Out ist die Möglichkeit, eine offene Wette vor dem eigentlichen Ausgang zu einem vom Veranstalter festgelegten Betrag abzurechnen. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist.

Das ist die eine Seite. Die andere: Cash-Out ist eine Wette des Veranstalters gegen den Spielenden. Der Veranstalter kauft die Wette zu einem Preis zurück, den er selbst festlegt. Es ist keine Markttransaktion, bei der ein neutraler Preis gefunden wird. Wer Cash-Out nutzt, sollte wissen, dass der angezeigte Betrag eine Schätzung des Veranstalters ist, was die Wette in diesem Moment wert ist – und der Veranstalter ist nicht verpflichtet, diese Schätzung zu seinem Nachteil zu korrigieren. Cash-Out ist ein Werkzeug, kein Geschenk.

Kombiwette, Bet Builder und Systemwette: die Mischformen

Wer auf einem Wettschein mehrere Voraussagen kombiniert, bekommt eine Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten, abgerundet auf 5 Rappen genau. Bei Sporttip gibt es dafür den Kombiboost: mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 pro Voraussage, online, Prematch oder Live oder Systemwetten. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Was dabei oft übersehen wird:

Steuern, Limits und Auszahlung: was eine Livewette kostet

Eine Livewette selbst kostet in der Schweiz keine Wettsteuer. Die Marge steckt in der Quote. Was an Steuern anfällt, betrifft nur den Gewinn – und zwar erst oberhalb des Steuerfreibetrags. Der Bundesfreibetrag für Gewinne aus bewilligten Grossspielen liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000; darunter ist der Gewinn einkommensteuerfrei. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» lautet. Oberhalb des Freibetrags zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Für die meisten Spielenden ist das irrelevant, weil die allermeisten Wetten unter dem Freibetrag bleiben.

Anders bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern: Dort gibt es keine Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis – Thurgau ist hier explizit – behandelt solche Gewinne als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt und einen grösseren Gewinn macht, sollte sich beim kantonalen Steueramt erkundigen, was im eigenen Fall gilt. Eine allgemeine Aussage dazu lässt sich nicht treffen.

Was die Auszahlung angeht: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Zwei Veranstalter, eine Liste: was die Anbieter im Vergleich trennt

In der Schweiz gibt es genau zwei bewilligte Veranstalter für Sportwetten. Die Frage «welcher ist der beste?» hat keine einfache Antwort, weil die Anbieter sich in ihrer Struktur und nicht primär in ihren Quoten unterscheiden. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann bei Swisslos ein Konto eröffnen; wer in der Westschweiz wohnt, kann bei Loterie Romande ein Konto eröffnen. Wer im jeweils anderen Gebiet wohnt, hat keinen Online-Zugang zum anderen Anbieter. An der Verkaufsstelle sieht es anders aus: Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz mit Wetterfassungsterminals, dort gibt es Prematch-Wetten, aber keine Livewetten. Livewetten laufen bei Loterie Romande online.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin
Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, Aufsicht Gespa) Swisslos, Sitz Basel
Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, Aufsicht Gespa) Loterie Romande, Lausanne

Das ist die ganze Tabelle, weil sie alles Wesentliche enthält. Die Marge, die Quoten, das Wettprogramm – all das ist Auslegung der bewilligten Liste, und die Liste gilt für beide Veranstalter gleich. Was Swisslos und Loterie Romande unterscheidet, ist die geografische Zuständigkeit, die Marke und ein paar Produktdetails.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Veranstalterin, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, organisiert Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Wetten lassen sich online über der Swisslos-Webseite oder die Sporttip App (iOS, Android) abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden.

Was Sporttip als Livewett-Plattform ausmacht:

Für wen Sporttip das richtige Produkt ist: Wer im Vertragsgebiet wohnt, ein legales, bewilligtes Angebot sucht und bereit ist, sich vor der ersten Wette mit Verlustlimiten auseinanderzusetzen. Wer Cash-Out als Werkzeug nutzen will, findet es hier, aber nur als vollständige Abrechnung und ohne Garantie auf jeden Markt.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Veranstalterin, die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), hat ihren Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14, und betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz mit 221 Mitarbeitenden. Wetten können an Verkaufsstellen oder online über die Internet-Spielplattform der Loterie Romande abgegeben werden.

Was Jouez Sport als Livewett-Plattform ausmacht:

Für wen Jouez Sport das richtige Produkt ist: Wer in der Westschweiz wohnt und das gewohnte Verkaufsstellen-Modell schätzt, für Prematch-Wetten ebenso wie für die Online-Registrierung. Wer vor allem Livewetten spielen will, muss den Umweg über die Online-Plattform in Kauf nehmen – an der Verkaufsstelle geht das nicht.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

In der Werbung, in sozialen Medien und über Suchmaschinen tauchen regelmässig ausländische Buchmacher auf, die auch Schweizer Spielende akzeptieren. Sie werben mit Quoten, mit Bonusaktionen, mit Livestreams. Rechtlich ist ihre Position in der Schweiz eindeutig: Sie haben keine Bewilligung, ihre ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS), und das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat. Wer dort spielt, ist nicht strafbar – das hat das Bundesgericht festgestellt –, hat aber keine Schweizer Aufsicht, keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister und im Streitfall keine Schweizer Beschwerdestelle. Die Gespa führt eine Sperrliste blockierter Domains; Internetanbieter sperren sie auf DNS-Ebene.

Was das praktisch heisst:

Dass diese Anbieter in der Realität existieren und genutzt werden, ändert nichts an ihrer Rechtslage in der Schweiz. Wer in der Schweiz wettet und dabei den Schutz der Schweizer Aufsicht will, ist bei Swisslos oder Loterie Romande richtig. Alles andere ist eine bewusste Entscheidung, auf diesen Schutz zu verzichten.

Wie eine Livewette rechnet: ein Beispiel

Nehmen wir eine einzelne Livewette von CHF 10 auf einen Ausgang mit der Quote 2.50. Das ist ein Beispiel, keine zitierte Quote – die effektiven Live-Quoten ändern sich sekündlich. Wer CHF 10 zu Quote 2.50 setzt, erhält im Gewinnfall CHF 25 zurück: den Einsatz von CHF 10 plus einen Nettogewinn von CHF 15. Der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1): 10 × 1,50 = 15. Was die Wette gekostet hat, wenn sie verloren geht, ist klar: der Einsatz. Was sie wert ist, wenn sie gewinnt, hängt nicht von der Quote allein ab, sondern von der Wahrscheinlichkeit, mit der dieser Ausgang eintritt – und genau diese Wahrscheinlichkeit schätzt der Veranstalter besser ein als die meisten Spielenden, weil er die Marge eingepreist hat.

Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Drei Quoten von 1.80, 2.20 und 1.95 ergeben eine Gesamtquote von etwa 7.72, gerundet auf 5 Rappen genau. Ein Einsatz von CHF 10 bringt im Gewinnfall rund CHF 77.20, ein Nettogewinn von etwa CHF 67.20. Wer hier den Kombiboost von Sporttip nutzt und auf vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 kommt, bekommt 5 % Bonus auf den Nettogewinn – bei fünfzehn Voraussagen sind es 100 %. Der Boost ist ein Aufschlag auf den Nettogewinn, kein Ersatz für die fehlende Marge.

Wichtig ist, was die Rechnung nicht zeigt: Sie zeigt, was eine Wette im Gewinnfall zurückzahlt. Sie zeigt nicht, wie wahrscheinlich dieser Gewinnfall ist. Eine Einzelwette zu Quote 2.50 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von 40 % – das ist die Buchmacherseite, die ihre Marge eingerechnet hat. Wer glaubt, der Ausgang liege bei 50 %, sieht einen Wert. Wer glaubt, er liege bei 30 %, sieht keinen. Die Quote ist kein Tipp; sie ist ein Marktpreis.

Häufige Fragen zu Livewetten in der Schweiz

Wie funktionieren Livewetten, und wie ändern sich die Quoten während des Spiels?

Bei einer Livewette wird der Tipp während eines laufenden Sportereignisses abgegeben; die Quote wird vom Veranstalter sekündlich an den Spielstand, die Restzeit und das Orderbuch angepasst. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird – ein Stream-Anspruch besteht nicht. Cash-Out erlaubt eine vorzeitige Abrechnung zu einem vom Veranstalter festgelegten Betrag, aber nur online und nur als vollständige Abrechnung ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden.

Sind Livewetten in der Schweiz erlaubt?

Ja, sofern Sportart, Wettbewerb und Wettart auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen und der Veranstalter eine Bewilligung hat. In der Schweiz dürfen nur Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) Sportwetten anbieten; jede ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Liste wird regelmässig aktualisiert; was dort nicht auftaucht, darf in der Schweiz nicht angeboten werden – Eckball- und Kartenmärkte zum Beispiel fehlen dort, ebenso ein Esports-Bereich.

Was gilt für eine Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird?

Wird eine Wette nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert, wird sie bei Sporttip mit Quote 1.00 gewertet – der Einsatz wird zurückerstattet, ein Gewinn entsteht nicht. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann der Veranstalter Wetten mit Quote 1.00 werten, bis die Situation abgeschlossen ist. Die Wetten werden also nicht storniert, sondern als chancenlos abgerechnet; eine Kulanzregelung ist das nicht, sondern eine Schutzregel gegen nachträgliches Setzen.

Gibt es bei Jouez Sport Livewetten auch an der Verkaufsstelle?

Nein. An den 2’350 Verkaufsstellen der Loterie Romande gibt es nur Prematch-Wetten, die an Wetterfassungsterminals erfasst werden. Livewetten bietet die Internet-Spielplattform der Loterie Romande. Teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren, in den Verkaufsstellen ebenso wie online. Wer an der Verkaufsstelle wettet, wettet vor Spielbeginn; wer live wetten will, muss online gehen und sich dafür registrieren.

Gehören Verlängerung und Penaltyschiessen zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit – beim Fussball also 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «Sieg nach 90 Minuten» wettet, wettet nicht auf das Penaltyschiessen. Wer auf «Turniersieg» wettet, wettet in der Regel inklusive Verlängerung und Penaltyschiessen, sofern das Wettprogramm es nicht ausschliesst. Im Zweifel lohnt sich der Blick ins Wettprogramm, bevor der Tipp abgegeben wird.

Wie wirken sich Verlustlimiten aus, wenn mehrere Livewetten kurz nacheinander platziert werden?

Die Verlustlimite gilt über den gewählten Zeitraum – 1, 7 oder 30 Tage – und unabhängig davon, wie viele Wetten in dieser Zeitspanne platziert werden. Bei Swisslos liegt die Obergrenze bei CHF 9’999 (CHF 1’000 für unter 21-Jährige); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer die Tageslimite bei CHF 100 setzt, kann nicht mehr als CHF 100 an einem Tag verlieren, auch wenn er 20 Wetten à CHF 5 platziert. Das ist die Bremse, die das System gegen die Beschleunigung durch Livewetten einbaut – sie wirkt nur, wenn sie gesetzt wird.

Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»