Sportwetten-Prognosen 2026: wie eine Vorhersage entsteht, was sie wert ist und warum sie in der Schweiz nur bei zwei Veranstaltern gilt

Updated Oktober 2026
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Ein Notizbuch mit handschriftlichen Spalten und ein Kugelschreiber neben einem Taschenrechner, Licht einer Schreibtischlampe

Eine Prognose ist keine Vorhersage im strengen Sinn. Sie ist eine begründete Erwartung, gestützt auf Form, Statistik und Quotenvergleich, und sie wird am Ende an einer Quote gemessen, nicht an einem Ergebnis. Wer das vergisst, verwechselt ein Modell mit einem Versprechen. In der Schweiz kommt eine zweite Eigenheit dazu: Es gibt nur zwei Veranstalter, die Sportwetten überhaupt anbieten dürfen, Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide tragen eine Schweizer Bewilligung, beide setzen dem Spieler selbst gesetzte Verlustlimiten, beide führen eine Spielsperre in einem gemeinsamen Register. Was eine Prognose hier taugt, hängt zuerst an dieser Struktur, dann erst an Daten.

Stand: Oktober 19, 2026; abgeglichen mit den Bewilligungsregistern der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) und den Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Der folgende Überblick führt in fünf Schritten durch die Welt der Sportwetten. Er beginnt beim Begriff der Prognose und seiner Grenze, erläutert die Schweizer Rechtslage und den Spielerschutz, analysiert dann Zahlengrundlage, Value und Bankroll und schliesst mit dem Vergleich der beiden zugelassenen Veranstalter. Eine eingerechnete Marge zeigt, warum eine «faire» Quote nie fair ist. Der Anhang beantwortet schliesslich sechs Fragen, die sich bei der Arbeit mit Vorhersagen immer wieder stellen.

Überblick: was eine Prognose leistet und wo sie scheitert

Prognose heisst im Wettkontext: Aus vorhandenen Daten eine Wahrscheinlichkeit für ein Ergebnis ableiten und diese Wahrscheinlichkeit mit der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote vergleichen. Liegt die eigene Schätzung über der impliziten Quote, liegt nach landläufiger Lesart ein Wert vor, eine Value-Wette. Liegt sie darunter, ist die Quote zu niedrig, und der Einsatz gehört anderswo hin. Die Rechnung klingt mechanisch, hat aber drei Stellen, an denen sie regelmässig kippt.

Eine leere Stadiontribüne bei Sonnenaufgang aus der Ferne, lange Schatten fallen über die Sitzreihen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Die erste Stelle ist die Zahlengrundlage selbst. Form, Heimvorteil, Verletzungen, Tordifferenz, Head-to-Head, Wetter, Spielplanbelastung: All das fliesst ein, aber keiner dieser Faktoren ist konstant. Heimvorteil schwankt von Saison zu Saison, Verletzungen kommen und gehen, und Form ist ein rückwärtsgewandter Indikator, der nichts darüber sagt, wie ein Team am Spieltag auftritt. Die zweite Stelle ist die Quote selbst, in der bereits eine Marge steckt. Eine Quote 2.00 entspricht nicht 50 Prozent Wahrscheinlichkeit, sondern 50 Prozent minus dem, was der Veranstalter für sich behält. Die dritte Stelle ist die Vergleichsbasis: Eine Quote, die heute hoch erscheint, war gestern tief, und umgekehrt, ohne dass sich das Spiel verändert hätte. Eine Prognose steht also auf drei Beinen, von denen jedes nachgeben kann.

Hinzu kommt eine Eigenheit, die in den Daten nicht steht. Wetten ist kein Einkommen. Es ist ein Hobby, das Geld kostet, gelegentlich Geld zurückgibt und sehr selten Geld bringt, das über die Einsätze hinausgeht. Die Gespa und die Eidgenössische Spielbankenkommission weisen regelmässig darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Wettenden mit Verlust spielt. Eine Prognose, die diesen Befund ignoriert, indem sie den «Bankroll-Aufbau» verspricht, verkauft eine Illusion. Wert, so die nüchterne Lesart, ist die Differenz zwischen eigener Einschätzung und impliziter Quote, nicht zwischen Einsatz und Gewinn.

Das hat Folgen für den Alltag mit Vorhersagen. Wer eine Prognose liest oder erstellt, sollte drei Dinge getrennt halten: die Wahrscheinlichkeit, die Quote und den Einsatz. Die Quote ist der Preis, den der Veranstalter verlangt. Die Wahrscheinlichkeit ist die Schätzung des Wettenden. Der Einsatz ist das Geld, das im schlechten Fall verloren geht. Wer alle drei addiert, sieht die Vorhersage als Gesamtpaket und übersieht, dass der Preis fast immer zu hoch ist, sobald die Marge ihren Teil nimmt. Eine hilfreiche Übung: Schreibe die eigene Schätzung zuerst als Prozentwert, dann die Quote daneben, dann die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote. Drei Zahlen, drei Herkünfte, drei mögliche Fehler.

Schweizer Rechtslage: zwei Veranstalter, eine Bewilligung, kein Spielfeld dazwischen

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Sie stehen unter der Aufsicht der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, nicht unter der ESBK, die nur Spielbanken überwacht. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS); eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao, Deutschland oder sonstwo hat hier keine Kraft.

Ein Laubengang mit Kopfsteinpflaster in der Dämmerung, einzelne Laternen leuchten warm unter den Bögen
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos, mit Sitz in Basel, veranstaltet Sporttip. Loterie Romande, mit Sitz in Lausanne, veranstaltet Jouez Sport. Beide tragen eine Schweizer Bewilligung; jede bedient ihr eigenes Vertragsgebiet. Swisslos deckt die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein ab. Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto ist nur möglich mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Wer in einem anderen Kanton wohnt, ist bei der jeweils anderen Veranstalterin kein Kunde.

Was gewettet werden darf, ist nicht offen, sondern abschliessend geregelt. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen (Stand 10.09.2026), auf die Art. 25 BGS und Art. 29 VGS verweisen. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht zugelassen. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, und Ranglistenwetten sind nur erlaubt, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe fallen heraus. Eckball- und Kartenmärkte fehlen auf der Liste, und ein Esports-Bereich ist nicht ausgewiesen. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Die Liste ist die Grenze des Wettprogramms, und sie ist enger, als es die Werbung der Branche suggeriert.

Livewetten sind erlaubt, Prematch und live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Das BGS enthält keine spezifische Sperre einzelner Live-Märkte. Was das BGS ebenfalls nicht regelt, ist Cash-Out: Es bleibt eine Eigenschaft des Veranstalters, nicht der Aufsicht. Bei Sporttip ist Cash-Out für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird, besteht nicht. Virtuelle Sportwetten sind nicht abschliessend geregelt, und die Gespa äussert sich dazu nicht in einer Weise, die sich auf der Seite verallgemeinern liesse.

Was Offshore-Anbieter betrifft, ist die Lage eindeutig. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, in gewerbsmässiger Form bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blocken (Art. 86–93 BGS); Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister noch einen Schweizer Rekursweg. Wer dort spielt, spielt ohne die Schutzmechanismen, die das BGS vorsieht.

Werbung für bewilligungspflichtige, in der Schweiz aber nicht bewilligte Spiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit Busse bis CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Werbliche Auftritte der beiden Schweizer Veranstalter fallen unter die Werberegeln des BGS, dürfen also nicht in irreführender Weise erfolgen und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet sein. Eine zeitliche Werbesperre, etwa ein Nachtverbot, kennt das BGS nicht.

Spielerschutz: selbst gesetzte Limiten, geteiltes Sperrregister, kein anonymer Zugang

Der Spielerschutz im Geldspielgesetz beruht auf drei Pfeilern: Altersgrenze, Identitätsprüfung und selbst gesetzte Limiten. Sportwetten sind Personen ab 18 Jahren vorbehalten; Minderjährige sind von der Online-Teilnahme ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Eine Online-Registrierung bei Swisslos verlangt das 18. Altersjahr, einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet und eine hochgeladene Ausweiskopie, deren Daten gegen Adressdatenbanken geprüft werden. Wer in einer Spielsperre steht, darf kein Konto eröffnen. Pro Person ist nur ein Konto zulässig.

Die Verlustlimiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat. Die Gespa schreibt vor, dass der Veranstalter Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen muss (Art. 87 VGS). Swisslos verlangt vor der ersten Sporttip-Teilnahme Limiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Obergrenze von CHF 9’999; unter 21 Jahren liegt die Obergrenze bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Das BGS selbst sieht für die Erhöhung eine Frist von 24 Stunden vor; Swisslos wendet 72 Stunden an, was strenger ist als das Minimum. Eine schweizweite fixe Einzahlungsobergrenze kennt das Gesetz nicht.

Die Spielsperre ist das zweite Standbein. Wer das Wetten stoppen will, kann sich selbst sperren lassen. Bei Swisslos geht das produktbezogen für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Sperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register wird von der Gespa geführt und ist mit den Sperren aller bewilligten Veranstalter verknüpft. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer sich für eine befristete Pause entscheidet, kann eine Selbstsperre von bis zu sechs Monaten wählen (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Ein nüchterner Hinweis gehört dazu. Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt und in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist kein Argument gegen den Online-Kanal, an dem die Identitätsprüfung technisch greift, aber es ist ein Argument gegen die Annahme, der Jugendschutz sei an allen Berührungspunkten bereits lückenlos. Wer für einen Jugendlichen oder eine gesperrte Person spielt, macht sich strafbar; das BGS zieht die Grenze klar.

Zum Schutz gehört auch die Frage, was am Ende auf dem Konto ankommt. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen, etwa in Kryptowährungen, existieren in der bewilligten Schweizer Wettenwelt nicht. Kreditierung an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret anbietet, ist Sache des Veranstalters, nicht der Aufsicht. Die Sperrliste der Gespa ist ein Werkzeug gegen ausländische Anbieter, nicht gegen Zahlungen an sie: Schweizer Banken und Kartenanbieter blocken Zahlungen an nicht bewilligte Wettanbieter nicht automatisch.

Prognose-Grundlage: was in eine Vorhersage einfliesst, und was nicht

Eine Prognose steht und fällt mit den Daten, die in sie einfliessen. Für Fussball, den mit Abstand am stärksten gewetteten Sport in der Schweiz, sind es vor allem sechs Bausteine.

Der erste Baustein ist die Formkurve, also die Ergebnisse der letzten Spiele, idealerweise mit Heim- und Auswärtsanteil und mit Blick auf die Qualität der Gegner. Eine Serie ist nie Selbstzweck; ein Team kann vier Spiele in Folge gewonnen haben, weil der Spielplan es wollte, nicht weil es besser wurde. Der zweite Baustein ist der Heimvorteil. In den europäischen Top-Ligen beträgt er historisch etwa 0,2 bis 0,4 Tore im Modell, schwankt aber von Saison zu Saison, von Klub zu Klub, und fällt in leeren Stadien niedriger aus als in vollen. Der dritte Baustein sind Verletzungen und Sperren, mit Konzentration auf Schlüsselpositionen. Eine Prognose, die den Ausfall eines Torhüters oder eines Spielmachers nicht einpreist, hat einen strukturellen Fehler. Der vierte Baustein ist die Tordifferenz, ergänzt um Expected Goals (xG), also die Summe der Torchancenqualität, nicht der Tore selbst. xG ist nützlich, weil es Pech und Glück teilweise herausfiltert, hat aber eigene Schwächen, vor allem bei Spielen mit wenigen Chancen. Der fünfte Baustein ist der Head-to-Head-Vergleich, der in den Modellen an Bedeutung verloren hat, weil er oft die Stärke früherer Kader mischt und nicht die aktuelle. Der sechste Baustein ist der Spielplan: Eng getaktete englische Wochen, Reisen, Pokaltermine, all das verschiebt die Wahrscheinlichkeit, ohne in den Quoten unmittelbar zu landen.

Dazu kommen Variablen, die in den meisten Modellen untergehen, aber Spiele entscheiden: Wetter, Schiedsrichter, taktische Ausrichtung, Motivation (Ligaspiel gegen Pokalspiel, Endspiel gegen Hinrunde). Je weniger Daten vorliegen, desto stärker das Rauschen, und desto grösser die Versuchung, das Rauschen in eine Prognose umzumünzen. Eine ehrliche Vorhersage benennt, welche Bausteine sie nutzt, und zwar in dieser Reihenfolge, mit dem grössten Gewicht auf den belastbarsten.

Bei Livewetten verschiebt sich das Gewicht. Was vorher eine Vorhersage über 90 Minuten war, wird zur Mikrovorhersage über die nächsten fünf oder zehn Minuten. Die verfügbare Datenmenge ist kleiner, der Veranstalter hat eigene Modelle, und die Quote reagiert in Sekunden. Bei Sporttip gilt die Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, wertet Swisslos mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheid) kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Wer live wettet, sollte wissen, dass der Veranstalter in definierten Situationen die Hoheit über die Quote zurückholt.

Zur Zahlengrundlage gehört auch, was nicht in sie gehört. Wetterprognosen, politische Ereignisse, Reality-Show-Ergebnisse: All das ist in der Schweiz kein zulässiger Wettgegenstand, also kein Datenpunkt für eine Prognose. Auch Spielerverhalten auf Social Media ist kein verlässlicher Datenpunkt, auch wenn die Versuchung gross ist, einen Tweet vor dem Spiel in die Vorhersage einzubauen.

Value, Quote und Marge: die Rechnung, die jede Prognose tragen muss

Eine Quote ist kein Wahrscheinlichkeitsmass, auch wenn sie so aussieht. Eine Quote 2.00 entspricht 50 Prozent, aber nur in einem Markt ohne Marge. In der Realität zieht der Veranstalter einen Anteil ab, die Marge, und der Anteil, der an die Wettenden zurückfliesst, die Auszahlungsquote, ist um die Marge kleiner. Bei einem Zweiwege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 ergibt sich die Auszahlungsquote als Kehrwert der Summe der Kehrwerte: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 ≈ 0,9500. Die Auszahlungsquote liegt also bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent. Das ist eine Bandbreite, kein Einzelfall; in der Praxis schwankt die Marge je nach Markt, Sport und Veranstalter, und sie liegt bei populären Märkten eher bei drei bis fünf Prozent, bei exotischen Märkten deutlich höher.

Was folgt daraus für die Value-Rechnung? Eine Value-Wette liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt, also über 1 ÷ Quote, bereinigt um die Marge. Konkret: Wer einem Auswärtssieg 30 Prozent Wahrscheinlichkeit gibt und die Quote 4.00 sieht, schaut zuerst auf 1 ÷ 4,00 = 0,25. Die Marge drückt die «faire» Wahrscheinlichkeit nach oben, also liegt der Wert über 25 Prozent. Wer 30 Prozent schätzt, hat fünf Prozentpunkte Value. Das klingt klein, ist aber die einzige Grösse, die über die Zeit zählt, weil sie den erwarteten Verlust durch die Marge kompensiert. In Märkten mit höherer Marge fällt der benötigte Value höher aus, in Märkten mit niedrigerer Marge niedriger.

Die Marge ist eine statistische Grösse, kein Versprechen. Sie besagt, dass der Veranstalter im Durchschnitt 5 Prozent der Einsätze behält, nicht, dass jeder einzelne Wettende 5 Prozent verliert. Ein Wettender kann mit einer guten Prognose über lange Strecken einen Teil der Marge zurückgewinnen, aber er kann sie nicht eliminieren. Wer das verspricht, verkauft die Auszahlungsquote als Werkzeug des Wettenden, nicht des Veranstalters.

In der Schweizer Praxis bewegt sich die Marge bei Sporttip in den Hauptmärkten im niedrigen einstelligen Bereich, bei Spezialmärkten höher. Eine präzise Angabe pro Markt würde tagesaktuelle Quoten voraussetzen, die nur der Veranstalter kennt, und gehört in sein Wettprogramm, nicht in einen Ratgeber. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die Marge über die Zeit der grösste einzelne Kostentreiber ist, vor Mindestquoten, vor Auszahlungswegen, vor allem anderen. Wer sie ignoriert, übersieht den Preis, den jede Wette trägt.

Bankroll und Disziplin: was Einsatzgrenzen mit Vorhersagen zu tun haben

Bankroll-Management ist die Antwort auf die Frage, was passiert, wenn die Prognose falsch liegt. Eine gute Vorhersage liegt in 55 Prozent der Fälle richtig, in 45 Prozent falsch. Ohne Einsatzgrenze frisst eine Pechsträhne von zehn verlorenen Wetten in Folge jeden noch so kleinen Vorteil auf. Mit fester Einheit, also einem festen Bruchteil der Bankroll pro Wette, bleibt der Wettende handlungsfähig. Die klassische Empfehlung liegt zwischen einem und fünf Prozent der Bankroll pro Wette, mit Anpassung nach oben bei höherer eigener Trefferquote und nach unten bei höherer Marge des Marktes.

Zur Bankroll gehört die Verlustlimite, die ohnehin gesetzlich verlangt wird. Bei Sporttip sind das 1, 7 und 30 Tage, frei wählbar bis zur Obergrenze von CHF 9’999 pro Periode. Die Limite ist ein Schutzmechanismus, kein Marketing. Wer sie zu hoch setzt, um «flexibel» zu bleiben, hat im Kern die Schutzfunktion abgeschaltet. Wer sie zu tief setzt, wird sie im Konflikt mit dem Spielerlebnis senken, und die Schutzfunktion verschiebt sich in die Senkung selbst, also zurück in die Disziplin. Die zweite Limite, die Einzahlungslimite, ist freiwillig und betrifft das Auffüllen des Wallets, nicht den Einsatz. Beide zusammen ergeben ein doppeltes Netz: Die Verlustlimite begrenzt das, was auf dem Wettschein steht, die Einzahlungslimite begrenzt das, was überhaupt ins Wallet kommt.

Disziplin heisst auch, mit eigenen Vorhersagen ehrlich umzugehen. Eine Vorhersage im Nachhinein zu korrigieren, weil das Ergebnis nicht passt, ist ein häufiger Fehler. Wer eine Prognose erstellt, sollte sie vor dem Spiel fixieren, das Ergebnis eintragen und die Trefferquote über eine Stichprobe von mindestens 200 Wetten auswerten, nicht über ein halbes Dutzend. Bei 200 Wetten mit 55 Prozent Trefferquote liegt das 95-Prozent-Konfidenzintervall bei etwa 48 bis 62 Prozent, was heisst: Eine scheinbar gute Quote ist statistisch noch nicht von einer Münze zu unterscheiden. Erst über 500 oder 1000 Wetten wird das Bild scharf, und nur die wenigsten Wettenden erreichen diese Stichprobe.

Die zugelassenen Schweizer Veranstalter im Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt die beiden Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, mit den zentralen Unterschieden im Wettprogramm und in den Rahmenbedingungen. Beide tragen eine Schweizer Bewilligung; beide bedienen je eigene Kantone, und beide unterliegen der Aufsicht der Gespa.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter und Produkt
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (Grossspiel) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (Grossspiel) Loterie Romande, Sitz Lausanne; Produkt Jouez Sport

Die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung sind die zwei Teile, die das BGS verlangt (Art. 21–25). Die Aufsicht liegt bei der Gespa, nicht bei der ESBK. Wer in einem Kanton wohnt, der nicht zum Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters gehört, kann dort kein Online-Konto eröffnen. Eine Spielsperre bei einem Veranstalter gilt wegen des gemeinsamen Registers auch für den anderen.

Die zugelassenen Veranstalter im Profil

Swisslos Sporttip: das deutschsprachige Angebot mit Auszahlungslogik auf fünf Rappen

Swisslos ist die Genossenschaft der deutschsprachigen und tessiner Kantone sowie Liechtensteins, gegründet auf der interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Sportwetten-Produkt heisst Sporttip, läuft online über die Website von Swisslos und in der Sporttip App (iOS, Android), und ist auch in den 2’350 Verkaufsstellen von Loterie Romande erreichbar, soweit es das Vertragsgebiet betrifft, also in den Westschweizer Kantonen nicht. Verkaufsstellen, an denen ein per App zusammengestellter Wettschein per QR-Code gespielt werden kann, ergänzen den Online-Kanal.

Der Gewinn einer Sporttip-Wette berechnet sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, was bei kleineren Einsätzen und tiefen Quoten einen spürbaren Rundungsvorteil für den Veranstalter bedeuten kann. Beispiel: Einsatz CHF 3, Quote 1,42, Produkt CHF 4,26, abgerundet CHF 4,25. Bei grösseren Einsätzen und höheren Quoten relativiert sich der Effekt, aber er verschwindet nicht.

Die Mindest- und Höchsteinsätze sind klar definiert: Einzel- und Kombiwetten ab CHF 1 bis maximal CHF 1’000, Systemwetten bis maximal CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mehrere Wetten parallel setzen will, sollte die Limite im Auge behalten, gerade bei Livewetten in der Hektik des Spiels.

Verlustlimiten sind vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit Obergrenze CHF 9’999; unter 21 Jahren liegt die Obergrenze bei CHF 1’000. Senkung gilt sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich, eine unbefristete Sperre wird im schweizweiten Register eingetragen. Wer Sporttip nutzt, hat damit Zugang zum vollständigen Spielerschutz des BGS, inklusive Eintrag in das Register, das auch für Casinos und Liechtenstein gilt.

Der Kombiboost ist ein online verfügbarer Bonus auf den Nettogewinn von Kombiwetten, der nur gilt, wenn jede Voraussage eine Quote von mindestens 1,50 hat, und der nach Anzahl Voraussagen gestaffelt ist: 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Profitboosts und Quotenboosts sind online nutzbar, jeweils einmal pro Wettendem, mit Limiten in Einsatz und Erhöhung, und verfallen bei Cash-Out. Quotenboosts gelten nur für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts für ein definiertes Sportereignis.

Cash-Out ist für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn ohne vorzeitige Auszahlung, hängt vom Spielstand ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird, und ein ausgeführtes Cash-Out ist nicht rückgängig zu machen. Wer Cash-Out nutzt, akzeptiert damit den vom Veranstalter gesetzten Preis, nicht den Marktpreis.

Was die Verfügbarkeit von Wetten angeht, ist Sporttip an die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen gebunden. Abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung, etwa zwei Wetten auf dasselbe Spiel aus unterschiedlichen Märkten, werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombiwette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Auszahlungen: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut, Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Auszahlungen aus dem Wallet sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen, und die Überweisung dauert fünf bis zehn Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Swisslos Sporttip eignet sich für den Wettenden, der ein vollständig reguliertes Angebot sucht, mit klaren Limiten, schweizweiter Spielsperre und Auszahlung auf ein Bank- oder Postkonto im eigenen Namen. Wer auf den Kombiboost setzt, sollte die Mindestquote 1,50 pro Voraussage im Auge behalten und die Anzahl Voraussagen so wählen, dass die Erhöhung des Nettogewinns den Effekt der Marge über die zusätzlichen Beine übersteigt. Wer live wettet, akzeptiert die Regel, dass Wetten mit Quote 1.00 gewertet werden, sobald das Ergebnis bereits eingetreten ist oder Swisslos in einer spielentscheidenden Situation so entscheidet.

Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Angebot mit höherer Gewinnobergrenze

Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne) und zählt nach eigenen Angaben 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Online-Teilnahme ist auf Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet beschränkt; wer in der Deutschschweiz wohnt, ist bei Loterie Romande kein Online-Kunde.

Die Gewinnobergrenzen bei Jouez Sport sind höher als bei Sporttip. Pro Einzel- oder Kombiwette liegt der Höchstgewinn bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1,10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Mindestquote 1,10 ist niedrig, was Kombiwetten mit langen Beinen rechnerisch ermöglicht, aber die Marge jedes Beins vervielfacht sich im Produkt und drückt die Auszahlungsquote.

Die Spielregeln von Jouez Sport stammen aus der 17. Auflage des Reglements (September 2024). Spielerinnen und Spieler finden dort auch die Bedingungen für Livewetten, für abgebrochene oder verschobene Ereignisse und für die Verlustlimiten, die vor der ersten Teilnahme zu setzen sind. Die Verlustlimiten orientieren sich am BGS, das heisst, sie sind vom Spielenden selbst zu wählen, mit einer Obergrenze, die der Veranstalter festlegt. Die genauen Beträge sind im Reglement und in der Online-Teilnahme geregelt.

Auch Loterie Romande ist an die Gespa-Liste der bewilligten Wetttypen gebunden. Eckball- und Kartenmärkte, Esports und alles, was nicht auf der Liste steht, fällt heraus. Die Verfügbarkeit von Wetten ist also auch bei Jouez Sport enger, als es der allgemeine Sprachgebrauch suggeriert. Wer auf eine Quote stösst, die bei einem ausländischen Anbieter verfügbar ist und hier fehlt, hat die Erklärung in der Liste gefunden, nicht in einer Margeentscheidung des Veranstalters.

Loterie Romande bietet, wie Swisslos, eine Spielsperre im schweizweiten Register an, mit derselben Logik: Sperre von 1 bis 180 Tagen produktbezogen, unbefristete Sperre im Register, Aufhebung freiwilliger Sperren erst nach drei Monaten und mit Fachstelle. Wer bei Loterie Romande gesperrt ist, ist es auch bei Swisslos und in den Casinos, und umgekehrt.

Jouez Sport eignet sich für den Wettenden im Vertragsgebiet, der eine höhere Gewinnobergrenze pro Wette schätzt und Kombiwetten mit niedriger Mindestquote (1,10) nutzen will. Wer mit 10 Voraussagen spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Marge jedes Beins in das Produkt einfliesst und die Auszahlungsquote bei langen Kombis deutlich unter 90 Prozent fallen kann. Bei zwei Voraussagen mit Quote 2,00 / 2,00 liegt die faire Auszahlungsquote, ohne Marge, bei 100 Prozent, mit einer angenommenen Marge von 5 Prozent pro Bein aber bereits bei rund 90,7 Prozent; bei fünf Beissen mit derselben Quote sinkt sie weiter. Das ist die Mathematik hinter der Werbung «10 Voraussagen, grosser Gewinn».

Verbreitete ausländische Anbieter im Überblick

Neben den beiden bewilligten Veranstaltern tummeln sich zahlreiche ausländische Marken am Markt, die Schweizer Spielende über Werbung, Affiliate-Seiten oder Sportpartnerschaften erreichen. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern nennt Anbieter, die in der deutschsprachigen Wahrnehmung häufig auftauchen. Keiner dieser Anbieter verfügt über eine Schweizer Bewilligung, was im BGS klare Folgen hat: Sie dürfen in der Schweiz keine Sportwetten anbieten, ihre Lizenz hat hier keine Kraft, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. Wer dort spielt, hat keine Anbindung an das schweizweite Sperrregister, keinen Schweizer Rekursweg und keine Garantie, dass die Gewinne tatsächlich ausbezahlt werden.

Anbieter Schweizer Bewilligung Bewilligung laut Eigenangabe
Betscore keine nicht ausgewiesen
Duelbits keine nicht ausgewiesen
Gamdom keine nicht ausgewiesen
X3Bet keine Tobique (Kanada), keine Kraft in der Schweiz
Sportuna keine nicht ausgewiesen
Rainbet keine nicht ausgewiesen
Fezbet keine nicht ausgewiesen
BDMBet keine nicht ausgewiesen

Die Eigenangaben zur Lizenz stammen von den Anbietern selbst oder von Drittquellen, nicht von der Gespa. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, ersetzt die Schweizer Bewilligung nicht. Wer aus den genannten Marken auswählt, weil die Quote einen Tick besser aussieht, kauft sich einen Nachteil ein, der in der Aufsichtslücke liegt, nicht in der Quote.

Steuern: Gewinne sind in der Regel steuerfrei

In der Schweiz sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich als Beispiel. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000; 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Der kantonale Freibetrag weicht vom Bund ab, darum gilt die Regel «je nach Kanton». Wer in mehreren Kantonen wohnt oder spielt, sollte die kantonale Praxis prüfen. Ein typischer Wettender bleibt deutlich unter dem Freibetrag, sodass weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer anfallen.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, weil die ESTV nur an Schweizer Veranstalter greift. Dafür behandelt mindestens der Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Andere Kantone handhaben es ähnlich, andere nicht, weshalb auch hier «je nach Kanton» die korrekte Formulierung bleibt. Eine pauschale Aussage, Auslandsgewinne seien steuerfrei, ist falsch. Wer es genau wissen will, fragt die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater.

Eine Wettsteuer auf den Einsatz, wie sie in Deutschland oder Österreich existiert, kennt die Schweiz nicht. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer. Was der Wettende bezahlt, ist die Marge, die in der Quote steckt, und das ist eine Eigenschaft des Marktes, nicht des Staates.

Häufige Fragen zu Sportwetten-Prognosen

Wie entsteht eine Prognose, und welche Daten gehören dazu?

Eine Prognose entsteht aus Form, Heimvorteil, Verletzungslage, Tordifferenz, xG-Werten und Spielplanbelastung, ergänzt um Wetter, Schiedsrichter und Motivation. Die Bausteine werden zu einer Wahrscheinlichkeit verdichtet, die mit der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote verglichen wird. Erst die Differenz entscheidet, ob ein Wert vorliegt, nicht das Ergebnis eines einzelnen Spiels.

Warum ist kein Tipp je sicher, auch wenn die Statistik dafür spricht?

Jede Vorhersage beruht auf Annahmen, die in der Realität nicht konstant sind, und auf Quoten, die eine Marge enthalten. Selbst ein Modell mit 60 Prozent Trefferquote verliert in 40 Prozent der Fälle, und die Marge frisst über die Zeit einen Teil des Vorteils. Eine Prognose ist eine Erwartung, kein Versprechen, und das ist der Grund, warum seriöse Vorhersagen nie als sicher verkauft werden.

Was ist eine Value-Wette, und wie lässt sich ein Wert in der Quote erkennen?

Eine Value-Wette liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt, also über 1 ÷ Quote, bereinigt um die Marge. Beispiel: Wer einem Auswärtssieg 30 Prozent gibt und die Quote 4,00 sieht, hat 5 Prozentpunkte Value. Die Marge ist der stillste Kostentreiber, und sie entscheidet, wie viel Value eine Quote tatsächlich trägt.

Wie wird aus Einsatz und Quote der mögliche Gewinn einer Kombination berechnet?

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinn aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, die Einzelquote oder die Gesamtquote muss mindestens 1,10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Weshalb ist Wetten kein Einkommen, und wie lässt sich ein Budget einhalten?

Wetten ist ein Hobby, das im Durchschnitt die Marge des Veranstalters kostet. Nur ein Bruchteil der Wettenden erzielt über die Zeit einen Gewinn, und dieser Gewinn ist selten planbar. Ein Budget lässt sich einhalten, indem die gesetzlich verlangten Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage bewusst tief gesetzt werden, die Erhöhung erst nach 72 Stunden greift und die Bankroll als fixer Bruchteil pro Wette behandelt wird, nicht als Reaktionsgrösse auf den Spielverlauf.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Sporttip-Wette gesetzt werden?

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Periode. Unter 21 Jahren liegt die Obergrenze bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Die genauen Beträge wählt der Spielende selbst; sie sind im Konto jederzeit anpassbar.

Inhalt erstellt vom Team «hockeywetten»